Ein Anime, der die Fighting-Game-Szene versteht
Der neue Crunchyroll-Anime Young Ladies Don't Play Fighting Games sorgt aktuell für Furore. Die Serie wird von der Fighting-Game-Community (FGC) gefeiert, und das nicht ohne Grund.
Laut Polygon-Berichten trifft der Anime den Ton der Szene schmerzhaft genau. Spieler erkennen sich in den Charakteren wieder, von den Ritzen am Arcade-Stick bis zum Frust über Drop-Kombos.
Was macht den Anime so besonders?
- Der Fokus liegt auf einer Gruppe junger Frauen, die in die Welt der Kampfspiele einsteigen.
- Die Darstellung von Turnier-Nerven, Trainingsroutinen und Online-Matchmaking wirkt authentisch.
- Humor und Drama wechseln sich ab, ohne die Community lächerlich zu machen.
Viele Fans loben die liebevollen Details, etwa die korrekte Darstellung von Frame-Daten oder das Zitieren echter Turnier-Momente. Das ist selten in einem Medium, das Fighting Games oft nur als Randnotiz behandelt.
Produktionshintergrund: Studio und Team
Produziert wird der Anime von Studio CloverWorks, bekannt für die detailverliebten Slice-of-Life-Serien Bocchi the Rock! (2022) und My Dress-Up Darling (2022). Regie führt Yoshiko Nakamura, die zuvor als Episodenregisseurin an The Promised Neverland arbeitete. Das Drehbuch stammt von Shinichi Inotsume, der bereits bei Hi Score Girl (2018), einem weiteren Anime über Arcade-Spiele, für die authentische Atmosphäre sorgte. Laut Crunchyroll-Interview bereiste das Team mehrere Turniere der Evolution Championship Series (EVO), um Bewegungen und Spielerrituale zu studieren. Die Animationsarbeit zu den Match-Szenen wurde von ehemaligen Capcom-Mitarbeitern beraten, die an Street Fighter V mitgewirkt hatten.
Manga-Vorlage und Franchise-Entwicklung
Der Anime basiert auf dem gleichnamigen Manga von Mitsuki Kaga, der seit Juni 2021 im Magazin Monthly Shonen Gangan (Square Enix) erscheint. Bislang wurden fünf Bände veröffentlicht, die in Japan eine Gesamtauflage von über 700.000 Exemplaren erreichten. Eine englische Übersetzung läuft seit 2022 bei Yen Press. Der Manga gewann 2022 den Next Manga Award in der Kategorie „Bester Print-Manga“. Vor der Anime-Adaption gab es keine anderen Medien, keine Light Novel, kein Spin-off. Die Serie ist das erste Werk von Kaga, das international lizenziert wurde. Der Erfolg des Animes führte bereits zu einer zweiten Staffel, die für Frühjahr 2025 angekündigt ist.
Reaktionen der FGC
Die Begeisterung in den sozialen Netzwerken ist groß. Streamer, Profispieler und Foren-Veteranen teilen Szenen aus dem Anime und kommentieren sie mit Insider-Witzen.
- Einige nennen die Serie „das beste Kampfspiel-Media seit Langem“.
- Andere fordern Gastauftritte von echten FGC-Größen.
Bisher gibt es keine offizielle Bestätigung für Crossover oder spezielle Gastcharaktere. Die pure Freude an der Genauigkeit reicht aber offenbar aus, um die Community zu vereinen.
Branchenkontext: Vergleichbare Arbeiten
Anime über Nischenhobbys haben sich in den letzten Jahren etabliert. Chihayafuru (2011–2020) zeigte Karuta, Hibike! Euphonium (2015–2016) das Blasorchester. Fighting Games blieben lange unterrepräsentiert. Die einzige direkte Vorgängerin ist Hi Score Girl (2018, 24 Folgen), die die Arcade-Ära der 90er porträtierte. Young Ladies Don't Play Fighting Games geht tiefer: Es zeigt den modernen Turnieralltag mit Online-Matchmaking, Discord-Servern und Frame-Daten-Analyse. Die Serie nutzt echte Spielnamen wie Street Fighter 6 und Guilty Gear Strive in lizenzierten Szenen. Der Streamer und EVO-Kommentator Sajam nannte die Episoden auf Twitter „das erste Mal, dass eine Produktion nicht nur korrekte Terminologie, sondern auch die emotionale Dynamik zwischen Spielern einfängt“. Einige Folgen enthalten Gastauftritte bekannter Profispieler, etwa Justin Wong als Synchronsprecher einer Nebenfigur.
Verfügbarkeit auf Crunchyroll
Young Ladies Don't Play Fighting Games ist exklusiv auf Crunchyroll verfügbar. Die erste Staffel läuft bereits und wird wöchentlich mit neuen Folgen versorgt.
Wer selbst einmal in die Welt der Fighting Games eintauchen will, findet hier nicht nur gute Unterhaltung, sondern vielleicht auch den letzten Schubs, endlich das Trainings-Modus zu öffnen.