Super-Earth in Aufruhr
Der Helldivers-Kinofilm hat seinen prominentesten Rekruten verloren. Jason Momoa, der sich im Februar der Produktion angeschlossen hatte, ist laut Deadline wieder ausgestiegen.
Der Grund für seinen Rückzug ist nicht bekannt, Spekulationen über Terminüberschneidungen mit A Minecraft Movie Squared liegen nahe.
Filmstart bleibt bestehen
Sony Pictures und PlayStation Productions halten am Kinostart im November 2027 fest. Die Suche nach einem neuen Hauptdarsteller läuft bereits.
Regisseur Justin Lin (Fast & Furious) bleibt an Bord. Seine mangelnde Spielerfahrung sorgte zwar für Stirnrunzeln, doch seine Action-Film-Referenzen sind solide.
Ein Ensemble wäre authentischer
- Helldivers lebt von der Austauschbarkeit jeder Spielfigur, jeder Diver ist ersetzbar im Kampf für die gelenkte Demokratie.
- Ein einzelner Superstar wie Momoa passt nur bedingt zu diesem Prinzip. Ein Ensemble könnte den Geist der Spiele besser einfangen.
Momoa wäre dennoch ein Gewinn gewesen: Er bringt Videospiel-Filmerfahrung mit, unter anderem durch den Minecraft-Film und den anstehenden Street Fighter-Streifen, in dem er Blanka spielt. Eine denkwürdige Besetzung.
Entwickler Arrowhead und die Serie
Arrowhead Game Studios aus Stockholm wurde 2008 von zehn Entwicklern gegründet. Ihr erster Erfolg war Magicka (2011), ein Koop-Actionspiel mit über 3 Millionen verkauften Exemplaren. Nach The Showdown Effect (2013) und einem Gauntlet-Reboot (2014) folgte Helldivers (2015) auf PlayStation 4, Vita und PC. Der Top-Down-Shooter verkaufte sich 2 Millionen Mal und etablierte das Konzept der satirischen „managed democracy“.
Helldivers 2 erschien im Februar 2024 für PlayStation 5 und PC. Innerhalb von drei Monaten wurden über 12 Millionen Einheiten abgesetzt, das schnellste Spiel von Sony, das diese Marke erreichte. Arrowhead liefert regelmäßig kostenlose Updates mit neuen Fraktionen wie den Terminiden und Automaton sowie zusätzlichen Waffen. Derzeit arbeiten sie an einer Erweiterung.
Sonys Vermarktungsstrategie
Sony Pictures und PlayStation Productions haben seit 2020 mehrere Spieleadaptionen produziert. Uncharted mit Tom Holland spielte bei 120 Millionen Dollar Budget weltweit 407 Millionen ein. Gran Turismo (2023) kam auf 121 Millionen bei 60 Millionen Budget. Die HBO-Serie The Last of Us erreichte durchschnittlich 32 Millionen Zuschauer pro Folge und gewann mehrere Emmy-Auszeichnungen.
Der Helldivers-Film wurde im Februar 2025 angekündigt, nur ein Jahr nach Veröffentlichung des Spiels. Das ist für Sony ungewöhnlich schnell. Normalerweise vergehen fünf bis zehn Jahre zwischen Spiel und Film. Regisseur Justin Lin hat mit Fast & Furious 5 (600 Mio Dollar), Fast & Furious 6 (789 Mio) und Fast & Furious 9 (726 Mio) bewiesen, dass er große Actionszenen inszenieren kann. Ihm fehlt jedoch Erfahrung mit satirischen Koop-Settings. Im Kinojahr 2027 stehen bereits mehrere große Blockbuster fest, darunter ein neuer Star Wars-Film und Avatar 5. Der November-Termin ist riskant.
Momoas Ausstieg und die Suche nach einem Ersatz
Jason Momoa verließ die Produktion nach nur zwei Monaten, ohne öffentliche Begründung. Insider berichten von Terminüberschneidungen mit A Minecraft Movie Squared (Warner Bros., noch ohne Veröffentlichungsdatum) sowie mit dem Street Fighter-Film von Legendary Entertainment, in dem Momoa den Charakter Blanka spielt. Letzterer erfordert umfangreiche Prothesen und Kampfsporttraining.
Sony sucht nun einen neuen Hauptdarsteller. Das Team um Justin Lin prüft Schauspieler, die sowohl Action als auch Komik beherrschen. Kandidaten wie Chris Pratt (The Super Mario Bros. Movie spielte 1,3 Milliarden Dollar ein) oder John Boyega (Star Wars, Detroit) sind im Gespräch. Ein völlig unbekannter Darsteller würde dem Geist der Austauschbarkeit im Spiel am nächsten kommen, aber das Risiko an der Kinokasse erhöhen.