Der Ärger aus Vermont
Bernie Sanders, Senator aus Vermont, ist laut einem Bericht von PC Gamer über die jüngsten Entlassungen bei Xbox sowie die Preiserhöhungen für den Game Pass und Spiele verärgert. Der Politiker zeigte sich in der Meldung „mad“ und „pretty chapped“.
Was genau ist passiert?
- Microsoft entließ offenbar erneut Mitarbeiter aus der Xbox-Sparte, genaue Zahlen sind nicht bekannt.
- Parallel dazu zogen die Preise für Abonnements und einige First-Party-Titel an.
- Sanders greift damit eine Debatte auf, die viele Spieler seit Monaten beschäftigt.
Die Fakten hinter der Kritik
Die jüngste Entlassungswelle bei Microsoft traf im Januar und September 2024 insgesamt rund 2.500 Mitarbeiter, vor allem aus den Teams von Activision Blizzard, Bethesda und der Xbox-Organisation. Parallel stieg der Preis für Game Pass Ultimate im Juli 2024 von 14,99 auf 17,99 Euro pro Monat. Ein neues günstigeres Standard-Abo (ohne Day-One-Releases) kostet 10,99 Euro. First-Party-Titel wie Starfield und Forza Motorsport wurden auf 70 Euro angehoben, Call of Duty: Black Ops 6 kostet denselben Preis.
Ein ungewohnter Fürsprecher
Der Senator ist für seine progressiven Positionen bekannt, aber nicht unbedingt für Gaming-Expertise. Dennoch trifft seine Kritik einen Nerv: steigende Kosten bei gleichzeitigem Personalabbau.
Community-Reaktionen
- In einschlägigen Foren und auf Social Media wird Sanders‘ Einmischung überwiegend begrüßt.
- Manche wünschen sich, dass sich mehr Politiker für Spielerinteressen einsetzen.
- Microsoft hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.
Betroffene Studios: Von Halo bis Hi-Fi Rush
Die Entlassungen trafen nicht nur Verwaltung, sondern auch namhafte Entwicklerstudios. 343 Industries, verantwortlich für die Halo-Reihe, verlor 2023 einen Teil seiner Belegschaft, das Studio hatte zuvor mit technischen Problemen und Führungswechseln zu kämpfen. Im Mai 2024 schloss Microsoft Tango Gameworks, den Schöpfer von Hi-Fi Rush (2023) und The Evil Within (2014). Das Studio galt als kreativ, aber nicht profitabel genug. The Coalition, bekannt für die Gears of War-Serie, entließ ebenfalls Mitarbeiter, dort arbeiten Entwickler an einem Unreal Engine 5-Projekt, das noch nicht angekündigt ist.
Der Wandel bei Microsoft
Einst als spielerfreundlicher Publisher gefeiert, hat Microsoft in den letzten Jahren einen harten Sparkurs eingeschlagen. Entlassungen und Preiserhöhungen scheinen inzwischen zum Alltag zu gehören, sehr zum Leidwesen der Community.
Teil einer größeren Welle
Die Kündigungen bei Xbox sind kein Einzelfall: die gesamte Spielebranche durchläuft seit Jahren einen massiven Stellenabbau. Während die Preise steigen, schrumpfen die Teams.
Vergleich mit der Konkurrenz
Auch Sony und Embracer Group haben kräftig Stellen gestrichen. Sony entließ 2024 über 900 Mitarbeiter, darunter bei Naughty Dog (The Last of Us) und Insomniac (Spider-Man). Embracer, der Mutterkonzern von THQ Nordic und Saber Interactive, baute seit 2023 mehr als 4.500 Stellen ab und schloss mehrere Studios wie Volition (Saints Row). Im Gegensatz zu Microsoft erhöhte Sony die Preise für First-Party-Titel bereits 2023 auf 70 Euro, eine Anpassung, die nun Branchenstandard ist.
Politische Dimension
Bernie Sanders ist nicht der erste US-Politiker, der sich in die Spieleindustrie einmischt. 2023 kritisierten Abgeordnete wie Alexandria Ocasio-Cortez die Arbeitsbedingungen bei Activision. Sanders‘ Statement zielt auf die Schere zwischen Gewinn (Microsofts Marktwert liegt bei über 3 Billionen Dollar) und Entlassungen. Ob dies konkrete Folgen hat, etwa eine Anhörung im Senat, bleibt offen.
Kein Ende in Sicht
Ob die Worte des Senators etwas bewirken, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Unmut über Microsofts Kurs wächst, und bekommt nun prominente Verstärkung aus der Politik.