Mittelfinger für die Sparquote
Biwin legt mit der neuen Origin Code-Serie nach. Die Speicherriegel sind nicht nur schnell, sie treiben die Preisspirale locker weiter. Bis zu 256 GB DDR5-8000 mit CL42, das ist Speicher für Workstations, die keine Kompromisse kennen.
Dazu gibt es ein EXPO-ULL-Kit mit DDR5-6000 und CL26. Die Latenz ist extrem niedrig, die Taktung dafür konservativer. Beide Kits haben eines gemeinsam: Sie sind alles andere als bezahlbar.
- Origin Code DDR5-8000 CL42, bis zu 256 GB Kapazität
- EXPO ULL DDR5-6000 CL26, optimiert für AMD-Plattformen
- Preis: jenseits von Gut und Böse (keine genauen Zahlen genannt)
Biwins Weg zum High-End-Speicher
Biwin ist kein Newcomer im Overclocking-Segment. Der chinesische Hersteller begann als OEM-Zulieferer für Mainboard-Hersteller und brachte 2021 die Valor-Serie mit DDR4-5000 CL18 auf den Markt. 2022 folgte die Origin-Reihe für DDR4, die mit CL14 bei 4000 MHz die Latenz-Krone holte. Die Origin Code-Serie löst diese ab und setzt auf DDR5.
Das Unternehmen testet seine Kits auf Plattformen von ASRock und Gigabyte, oft mit hauseigenen Profiles. Die EXPO-ULL-Kits wurden speziell für AMDs Ryzen 7000-Serie abgestimmt, die mit 1:1-Infinity-Fabric empfindlich auf Latenzen reagieren.
Für wen ist das?
Diese Riegel sind kein Geheimtipp für den Durchschnitts-PC. Sie richten sich an Enthusiasten, die jedes Megahertz aus ihrem System quetschen wollen. Oder an Leute, die einen Ryzen Threadripper oder Intel Xeon mit maximalem RAM-Bandbreiten-Durchsatz füttern.
Der CL26-Wert bei DDR5-6000 ist beachtlich. Die meisten Kits liegen bei CL30 oder höher. Wer auf niedrige Latenzen für bestimmte Simulationen oder Benchmarks angewiesen ist, bekommt hier ein Spezialwerkzeug.
Technische Einordnung: DDR5-8000 und CL26
Das 256-GB-Kit besteht aus acht 32-GB-Riegeln mit SK Hynix A-Die-Chips. Diese Chips erreichen bei 1,45 V Spannung 8000 MT/s, eine Kombination, die nur wenige Module schaffen. Zum Vergleich: G.Skill bietet 2x24 GB DDR5-8000 CL38 für rund 700 Euro. Biwins 256-GB-Version verlangt das Vierfache an Modulen, was die Taktrate bei 8 Riegeln normalerweise auf 7200 MT/s drückt. Biwin kompensiert das mit einem 10-Layer-PCB und passiver Kühlung über Aluminium-Heatspreader.
Das EXPO-ULL-Kit arbeitet mit 1,4 V und erreicht CL26-34-34-78. Das ist drei Taktzyklen schneller als das nächstbeste Kit von Kingston (CL28-34-34). AMD listet solche Profile selten offiziell, Biwin reichte die Timings selbst für die QVL ein.
Fazit: Nicht für die Sparfüchse von morgen
Biwin zeigt mit den Origin-Code-Riegeln, was technisch möglich ist. 256 GB bei DDR5-8000 bedeuten 819,2 GB/s theoretische Bandbreite. Zusammen mit dem EXPO-Kit deckt man beide Extreme ab: hohe Taktrate und niedrige Latenz. Nur der Preis bleibt ein dickes Fragezeichen. Wer das Geld hat, darf zugreifen, alle anderen schauen staunend auf die Specs.
Konkurrenz und Ausblick
Auf dem Markt für Ultra-High-End-RAM dominieren derzeit G.Skill Trident Z5 Royal und Corsair Dominator Titanium. Beide bieten DDR5-8000 nur in 2x24 GB an. Biwins 256-GB-Kit ist das erste seiner Art, für Workstations mit Threadripper PRO 7000 oder Intel Xeon W-3400. Ein vergleichbares Produkt von TeamGroup existiert nicht. Die Preise dürften bei 2.500 bis 3.000 Euro liegen, basierend auf Biwins früheren 128-GB-Kits (DDR5-7200) für 1.200 Euro. Das EXPO-ULL-Kit wird mit 400 bis 500 Euro gehandelt, das ist für CL26 noch günstiger als manche CL28-Kits von Konkurrenten.