Die heilige Tinten-Pflicht
„It Is Always Morally Correct To Say ‚Booyah‘ In Splatoon“, so lautet die These eines aktuellen Kotaku-Artikels. Die Zusammenfassung ist kurz und knapp: „Say it back“. Und genau das tun wir jetzt.
Im chaotischen Gefecht von Splatoon gibt es nur ein Wort, das alle Konflikte überbrückt: Booyah. Egal ob im Trio-Turfmarsch oder im Ranglisten-Modus, wer einen Teamkracher abfeuert oder einen spektakulären Kill setzt, erwartet die einzig richtige Reaktion.
Warum Booyah mehr ist als ein Button
- Booyah ist die universelle Zustimmung. Sie sagt: „Ich hab‘ gesehen, was du getan hast, und ich feier‘ das.“
- Es ist das digitale High-Five unter Tintenfischen. Ein Knopfdruck, der Teamgeist (und Ranglisten-Punkte) stärkt.
- Kotaku nennt es eine moralische Handlung. Wer nicht zurücksagt, begeht eine Sünde gegen die ungeschriebenen Gesetze des Spiels.
Der Zauber der Einfachheit
Nintendo hat mit diesem einen Ausruf etwas Geschaffenes: Jeder Spieler, egal ob Neuling oder Veteran, versteht die Botschaft sofort. Kein Voice-Chat, kein langes Geplänkel, nur ein freudiges „Booyah!“ und die erlösende Antwort.
Die Community lebt davon. In Foren, auf Twitch und in Twitter-Clips wird der Spruch gefeiert. #Booyah ist ein Ehrencode. Wer ihn ignoriert, stellt sich außerhalb der Tinten-Gemeinschaft.
Die Macher hinter der Tintenschlacht
Splatoon wird von Nintendo EPD (Entertainment Planning & Development) entwickelt, einer Abteilung, die 2015 aus der Fusion von Nintendo EAD und SPD hervorging. Produzent Hisashi Nogami leitete das Team, das zuvor Animal Crossing: New Leaf (2012) und Mario Kart 7 (2011) verantwortete. Die Wahl eines Third-Person-Shooters mit Farbe statt Gewalt war für Nintendo ein Risiko, das sich auszahlte.
Vom Wii-U-Experiment zum Millionenseller
Der erste Splatoon-Titel erschien im Mai 2015 für die Wii U und verkaufte sich 4,9 Millionen Mal, angesichts der geringen Verbreitung der Konsole ein Erfolg. Splatoon 2 folgte im Juli 2017 auf der Nintendo Switch und erreichte über 13 Millionen Einheiten. Splatoon 3 (September 2022) steigerte die Verkäufe auf über 10 Millionen im ersten Jahr. Die Serie hat sich damit als dritte Säule neben Mario und Zelda etabliert.
Einordnung im Shooter-Markt
Während Overwatch und Call of Duty auf Realismus und Sprachchat setzen, bleibt Splatoon familienfreundlich. Das Booyah-System ersetzt verbale Absprachen und schafft eine eigene soziale Dynamik. Splatoon 3 verzeichnete im Launch-Monat über 5 Millionen aktive Nutzer. Die „moralische Pflicht“ zum Zurückrufen ist ein Phänomen, das in keiner anderen Online-Community existiert.
Splatoon in Zahlen
Die Metacritic-Werte der Serie liegen zwischen 81 und 83 von 100 Punkten. Splatoon 3 wurde innerhalb von drei Tagen über 3,45 Millionen Mal verkauft. Bis März 2023 waren es weltweit über 10 Millionen Einheiten. Täglich loggen sich Millionen von Tintenfischen ein, um Booyah zu drücken.
Fazit ohne Floskel
Kotaku hat recht: Es ist immer moralisch korrekt, Booyah zu sagen. Also: Say it back.