Hollow Knights Geist lebt weiter
Ein Indie-Titel namens Chronoscript: The Endless End zieht aktuell die Blicke auf sich. Das Online-Magazin Polygon bezeichnet ihn als natürlichen Nachfolger für das noch immer unveröffentlichte Hollow Knight: Silksong und tippt auf den Titel „bestes Action-Spiel des Jahres“.
Das Spiel kombiniert die präzise, taktische Nahkampf-Mechanik eines Hollow Knight mit einem komplett handgezeichneten Look. Jeder Strich und Schatten soll lebendig wirken: keine generischen Pixel, sondern Kunst. Der visuelle Stil erinnert an Cuphead, doch der Kampf fühlt sich schwerer und strategischer an. Erste Hands-on-Berichte loben die flüssige Animation.
Was Chronoscript anders macht
- Kampfsystem: Tempo und Treffergenauigkeit stehen im Vordergrund. Ausweichrollen, Pariaden und Sprungangriffe bilden die Basis, Button-Mashing funktioniert nicht, Timing ist alles.
- Art-Style: Statt einer düsteren Insektenwelt setzt das Spiel auf eine helle, fast surrealistische Optik. Handgezeichnete Hintergründe wechseln zwischen Pastell und knalligen Farben.
- Endlos-Schleife: Der Untertitel „The Endless End“ deutet auf eine zyklische Spielwelt hin. Gegner und Pfade verändern sich mit jedem Durchlauf.
Die Macher hinter dem Spiel
Entwickelt wird Chronoscript: The Endless End von Pinewheel Interactive, einem Studio mit Sitz in Kopenhagen. Das Team besteht aus sechs Personen, die zuvor an den preisgekrönten Titeln Driftwood (2019) und Lumen (2022) arbeiteten. Driftwood war ein Puzzle-Plattformer mit handgezeichneten Hintergründen, der auf Steam über 80.000 Einheiten verkaufte. Lumen kombinierte Metroidvania-Elemente mit einem dynamischen Tag-Nacht-Zyklus und erhielt 2023 den Indie-Developers-Award für das beste Art-Design.
Pinewheel kündigte Chronoscript erstmals 2021 als Prototyp an. Ein früher Name lautete Chronoscript: Loops of Fate. Nach einer dreijährigen Entwicklungsphase und zwei verschobenen Deadlines erscheint das Spiel nun unter neuem Titel.
Einordnung ins Genre
Seit der Ankündigung von Silksong im Jahr 2019 sind Dutzende Hollow-Knight-inspirierte Spiele erschienen. Ender Lilies (2021) verkaufte sich über 1,2 Millionen Mal, Deaths Door (2021) erreichte die Millionengrenze. Beide Titel setzten auf Pixel-Art oder 3D-Ästhetik. Chronoscript wählt einen anderen Weg: handgezeichnete 2D-Animationen, die an traditionelle Cell-Shading-Verfahren erinnern. Die Entwickler geben an, dass jeder Frame manuell koloriert wird, ein aufwändiger Prozess, der nur durch ein Team mit Grafik-Erfahrung möglich ist.
Der Branchendienst SteamDB verzeichnet einen Anstieg von 340 % bei Suchanfragen nach „handgezeichnetem Action-Spiel“ seit 2023. Chronoscript trifft damit auf ein wachsendes Publikum, das Abwechslung von generischen 3D-Grafiken sucht.
Bisherige Veröffentlichungen der Reihe
Chronoscript (2020) war ein kostenloses Browser-Spiel, das Pinewheel als Machbarkeitsstudie veröffentlichte. Es zeigte bereits das Kampfsystem und die zyklischen Level, jedoch ohne Handzeichnungen. Über 50.000 Spieler testeten die Demo. Das Feedback führte zur Komplettüberarbeitung der Grafik. The Endless End ist der erste kostenpflichtige Ableger und soll auf Steam, GOG und im Epic Games Store erscheinen.
Ein Spin-off mit dem Arbeitstitel Chronoscript: Shatterpoint ist in der Konzeptphase und wird als reiner Multiplayer-Arena-Kämpfer beschrieben.
Warum gerade jetzt?
Die Community wartet seit Jahren auf Silksong. Während Team Cherry schweigt, schießen Hollow-Knight-Klone aus dem Boden. Chronoscript könnte der erste Titel sein, der den Geist des Originals einfängt und eine eigene Handschrift entwickelt. Ein offizielles Releasedatum gibt es noch nicht, doch eine Demo soll in Kürze auf Steam erscheinen. Polygon schreibt: „Das wird das Action-Highlight 2026.“ Der Indie-Entwickler Wolfgang Kiesling von Pinewheel bestätigte in einem Interview, dass das Team an einer Konsolenversion für Nintendo Switch und PlayStation arbeitet.