Zero wird noch cleaner
Der US-Systemintegrator Maingear hat seine Zero-Reihe einem Refresh unterzogen. Die neuen Modelle setzen das Konzept des vollständig unsichtbaren Kabelmanagements fort, und heben es auf ein neues Level.
Kern des Designs: Kein einziges Kabel ist im Innenraum sichtbar. Maingear drückte es so aus: „It had to look just as good powered off as it does turned on.“ Die werkseitige Verlegung aller Leitungen hinter speziellen Abdeckungen und Gehäusekanälen macht den Innenraum zum Blickfang, bei laufendem und ausgeschaltetem Rechner.
Was sich geändert hat
- Alle Leitungen verschwinden werkseitig hinter Abdeckungen und Kanälen
- CPU-, GPU- und Mainboard-Stromkabel werden unsichtbar verlegt
- Auch die Netzteilkabel bleiben komplett verborgen
Die neuen Zero-PCs nutzen aktuelle High-End-Komponenten. Maingear will den Status als bestes Gaming-PC-Angebot im Regal verteidigen. Konkret verbaut der Hersteller nun Intel Core i9-14900K und Nvidia RTX 4090 in der Top-Konfiguration.
Technik und Handarbeit
- Individuelle Konfiguration mit aktuellen CPUs und GPUs
- Wahl zwischen kundenspezifischer Wasserkühlung und leistungsstarker Luftkühlung
- Jeder Rechner wird von Hand in den USA montiert
Das Ergebnis: Ein aufgeräumter Innenraum bringt praktische Vorteile wie bessere Luftzirkulation und einfachere Wartung. Maingear beweist, dass sich High-End-Power und nahezu kabellose Ästhetik nicht ausschließen.
Firmengeschichte: Maingear
Maingear wurde 2002 von Wallace Santos in New Jersey gegründet. Santos, ein ehemaliger IT-Berater, startete mit spezialisierten Workstations und wechselte später zu Gaming-PCs. Der Systemintegrator erlangte Bekanntheit durch extrem kundenorientierte Konfigurationen, jedes Gehäuse wird einzeln lackiert, jede Kabelverlegung von Hand optimiert. Maingear hat keine Massenproduktion, sondern fertigt nach Bestellung. Das Unternehmen beliefert auch E-Sport-Profis und Streamer, darunter den Team-Liquid-Spieler „Minh „Style“ Le“ (ehemals).
Die Entwicklung der Zero-Serie
Die Zero-Reihe startete 2021 als Antwort auf das wachsende Verlangen nach minimalistischen PC-Builds. Der erste Zero nutzte ein angepasstes Phanteks-Evolv-X-Gehäuse mit speziellen Blenden. Vorgänger dieser Serie war die Vybe-Reihe (2015–2020), die Kabel bereits gut versteckte, aber noch sichtbare Stecker hatte. Der Zero verkaufte sich im ersten Jahr rund 5.000 Einheiten, für einen Nischenhersteller ein solider Wert. Der jetzige Refresh nutzt ein überarbeitetes Gehäuse von Lian Li (Modell O11 Dynamic EVO) mit zusätzlichen Abdeckungskanälen. Die Preise beginnen bei 2.499 US-Dollar für eine Konfiguration mit RTX 4070 und Intel Core i5-14600K.
Marktumfeld und Wettbewerber
Neben Maingear bieten nur wenige Hersteller vergleichbare Kabelverstecklösungen. Falcon Northwest (Talon-Serie) verbirgt Leitungen ebenfalls, aber mit sichtbaren Steckern an der GPU. Origin PC (Millennium) setzt auf lasergeschnittene Abdeckungen, allerdings zu einem Aufpreis von rund 300 Dollar. Der selbst gebaute PC erreicht ähnlich saubere Optik nur mit aufwendigem Kabelmanagement und oft sichtbaren ITX-Kabeln. Maingears Zero bleibt der einzige fertig konfigurierte Gaming-PC, der ohne sichtbare Kabel auskommt, ein Alleinstellungsmerkmal, das den Preisaufschlag von etwa 15 bis 20 Prozent gegenüber Fremdmarken mit gleicher Hardware rechtfertigt.
Die neue Generation kommt zeitgleich mit der Veröffentlichung der RTX 5090 (geplant für Anfang 2025? Unklar). Maingear hat angekündigt, auch diese Karte ab Launch in den Zero-Konfigurationen anzubieten.