Die Messe der Rekorde
Die Computex 2026 in Taipei war ein Fest für PC-Enthusiasten. Vom 2. bis 6. Juni zeigten Hersteller ihre neuesten Grafikkarten, Prozessoren und mehr. Der Andrang war enorm, die Hallen voller Leuchten und Prototypen.
Die Messe fiel in ein Jahr, in dem der PC-Markt nach zwei Jahren rückläufiger Stückzahlen wieder um 4 % wuchs, angetrieben von KI-gestützten Anwendungen und dem Upgrade-Zyklus auf Windows 11. Anders als auf der CES 2026 im Januar, wo viele Hersteller Konzepte zeigten, standen hier konkrete Verkaufsversionen und Release-Daten im Vordergrund.
Grafikkarten
Gleich mehrere Anbieter stellten neue Modelle vor. Höhere Taktraten und verbesserte Raytracing-Leistung standen im Fokus. Für 4K-Gaming und hohe Bildraten bei 1440p gab es sichtbare Fortschritte.
NVIDIA zeigte die GeForce RTX 5090 mit 24 GB GDDR7 und einem Boost-Takt von 3,2 GHz, rund 25 % mehr Rechenleistung als die RTX 4090. AMDs Radeon RX 8900 XTX setzt auf RDNA 4 mit einem 256-Bit-Speicherinterface und 32 GB VRAM, speziell für Spiele wie Starfield 2 optimiert. Intels Arc Battlemage-Reihe trat erstmals mit Raytracing-Beschleunigung der zweiten Generation an, blieb aber im High-End-Segment hinter den beiden Platzhirschen zurück. Marktbeobachter rechnen mit einem Preisniveau von 2.000 Euro für das Spitzenmodell.
Prozessoren
Sowohl AMD als auch Intel zeigten neue Chips. Mehr Kerne und bessere Energieeffizienz sollen in Titeln wie Starfield 2 und Cyberpunk 2078 für flüssigere Frameraten sorgen.
AMDs Ryzen 9 9950X3D bietet 16 Kerne mit 3D V-Cache auf zwei CCDs, was die Latenz in CPU-lastigen Szenarien um bis zu 18 % senkt. Intels Core i9-15900K (Arrow Lake-S) setzt auf eine hybriden Chiplet-Architektur mit separaten Echtzeit-Kernen für Hintergrundprozesse. Erste Benchmarks auf der Messe zeigten in Counter-Strike 3 eine durchschnittliche Framerate von 380 fps bei 1080p, ein Sprung von 15 % gegenüber dem Vorgänger i9-14900K.
Kühlung und Gehäuse
Gaming-PCs brauchen gute Luft. Auf der Messe gab es dicke Radiatoren, leise Lüfter und Mesh-Gehäuse mit RGB-Beleuchtung. Der Trend zu kompakten Formaten wie Mini-ITX setzte sich fort.
Noctua präsentierte den Nachfolger des NH-D15 mit sieben Heatpipes und asymmetrischem Kühlkörper, der Platz für RAM-Riegel mit hohen Kühlern lässt. Bei Gehäusen fiel das Fractal Design Terra 2 auf, ein 14,5-Liter-Mini-ITX-Gehäuse aus gebürstetem Aluminium mit vertikaler GPU-Halterung. Der Hersteller verkaufte seit 2022 über 200.000 Einheiten des Vorgängers Terra.
Zubehör
- Mechanische Tastaturen mit einstellbarem Hubweg.
- Leichtbau-Mäuse mit hoher Abfragerate (8000 Hz).
- Kabellose Headsets mit längerer Akkulaufzeit und geringer Latenz.
Razer zeigte die DeathAdder V4 Pro mit einem Gewicht von 52 Gramm und optischen Schaltern, die 100 Millionen Klicks aushalten. Logitech stellte die G Pro X Superlight 3 vor, die erste Maus des Herstellers mit 8000 Hz Polling-Rate und einem Sensor, der Bewegungen bis 850 IPS verfolgt. Bei Headsets dominierte das Steelseries Arctis Nova Pro Wireless mit 120 Stunden Akkulaufzeit und einer Latenz von unter 15 ms. Die Preissteigerung gegenüber der Vorgängergeneration lag bei durchschnittlich 15 %, was auf die gestiegenen Kosten für Kobalt-freie Akkus zurückging.
Monitore
OLED und Mini-LED waren die dominierenden Technologien. Viele Hersteller zeigten 1440p-Monitore mit 240 Hz und schnellen Reaktionszeiten. Auch 4K-OLED-Modelle wurden günstiger.
LG brachte den 27GS95QE-B auf den Markt, einen 27-Zoll-OLED mit 1440p, 240 Hz und einem Kontrastverhältnis von 1.500.000:1. Samsung konterte mit dem Odyssey G7 G74S, einem 32-Zoll-Mini-LED-Display mit 1.196 Zonen und 1000 Nits Spitzenhelligkeit. Der Durchschnittspreis für 4K-OLED-Monitore fiel von 1.200 Euro (2024) auf 850 Euro, was Analysten auf höhere Produktionsausbeuten der neuen LG Display-Werke in Polen zurückführen.
Speicher und Netzteile
Schnelle DDR5-Riegel und PCIe-5.0-SSDs gehörten zum Standardprogramm. Netzteile mit hohem Wirkungsgrad und modularen Kabeln rundeten das Angebot ab. Einige Hersteller setzten auf kleinere SFX-Formate für Kompakt-PCs.
G.Skill zeigte DDR5-8000 CL34-Kits mit 64 GB Kapazität, die mit Intels Arrow Lake-Plattform auf dem Messestand stabil liefen. Bei SSDs legte Samsung die 990 Pro Evo vor, eine PCIe 5.0 x4-SSD mit sequenziellen Leseraten von 14.500 MB/s und einer Kapazität von bis zu 4 TB. Corsair brachte das SF1000L-Netzteil (1000 Watt, SFX-L-Format) mit 80 Plus Titanium-Zertifizierung und einem Lüfter, der unter 200 Watt Last passiv bleibt. Die Lieferbarkeit dieser Komponenten galt als gesichert, da die Chip-Knappheit der Jahre 2022–2024 weitgehend überwunden war.