Der Kampf um „Coyote vs. Acme“
Warner Bros. Discovery wollte „Coyote vs. Acme“ ursprünglich als steuerliche Abschreibung in Höhe von 30 Millionen US-Dollar komplett vernichten. Nach massiven Protesten aus Hollywood und bei internen Testvorführungen lenkte das Studio ein.
Der Film erscheint nun offiziell in drei Wochen, wie Polygon.com meldet. Lange Zeit galt das Werk als unwiederbringlich gelöscht, ähnlich wie der bereits abgeschriebene „Batgirl“-Film.
Ein Start, der überrascht
- Der Kinostart ist für August 2026 fixiert.
- Das Budget des Projekts lag bei etwa 70 Millionen US-Dollar.
- Die Veröffentlichung erfolgt als regulärer Kinostart, nicht als reines Streaming-Angebot auf Max.
Diese Entscheidung markiert einen seltenen Sieg der kreativen Belegschaft über die reine Buchhaltung. Die Geschäftsführung unter David Zaslav hatte zuvor eine Strategie verfolgt, die Projekte primär als Verlustvorträge behandelte.
Darum geht es (bekannt aus den Cartoons)
Die Prämisse basiert auf einer humoristischen Klage, in der Wile E. Coyote die Acme Corporation auf Schadensersatz verklagt. Er vertritt sich dabei selbst vor Gericht, während er den Road Runner mit fehlerhaften Produkten jagt.
Der Film nutzt die Struktur eines Gerichtsdramas, in dem Wile E. Coyote einen menschlichen Anwalt (gespielt von Will Forte) engagiert. John Cena übernimmt die Rolle des CEO der Acme Corporation.
Was diesen Film besonders macht
- Regie führte Dave Green, der zuvor Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows verantwortete.
- Das Drehbuch stammt unter anderem von James Gunn, dem heutigen Leiter von DC Studios.
- Die Mischung aus Realfilm-Elementen und klassischer 2D-Animation orientiert sich am Stil von Space Jam oder Falsches Spiel mit Roger Rabbit.
Die Produktionsqualität orientiert sich an den hohen Standards der Looney Tunes-Tradition. Die visuellen Effekte wurden von DNEG umgesetzt, einem Studio, das bereits für Dune und Blade Runner 2049 technisches Ansehen gewann.
Branchenkontext und Studio-Historie
Warner Bros. blickt auf eine lange Geschichte mit den Looney Tunes zurück, die seit 1930 existieren. Nach dem kommerziellen Erfolg von Space Jam: A New Legacy (2021), der weltweit über 160 Millionen US-Dollar einspielte, sollte „Coyote vs. Acme“ die Marke modernisieren.
Die Strategie des Studios wandelte sich jedoch unter der neuen Leitung abrupt. Anstatt auf Kinostarts zu setzen, wurde die Priorität auf kurzfristige Steuererleichterungen durch das „Einkellern“ fertiger Produktionen verschoben.
- Batgirl: Ebenfalls komplett fertiggestellt und dann zur steuerlichen Abschreibung verworfen.
- Scoob! Holiday Haunt: Ein weiteres Projekt, das trotz Produktionskosten von 40 Millionen US-Dollar nicht veröffentlicht wurde.
Die Branche reagierte auf diese Praxis mit Besorgnis über den Schutz geistigen Eigentums. Kreative Talente fürchten bei Warner Bros. nun eine geringere Sicherheit für ihre Arbeit.
Ein Zeichen gegen das Wegwerfen
Die Rettung des Films gelang durch Druck von Regisseuren und Produzenten innerhalb der Industrie. Sie sahen in der Vernichtung von fertigem Filmmaterial einen gefährlichen Präzedenzfall für die Filmgeschichte.
Warner Bros. versuchte im Anschluss an den öffentlichen Aufschrei, die Rechte an Amazon oder Netflix zu verkaufen. Als dies an den Preisvorstellungen scheiterte, entschied sich das Studio für den Kinostart.
Das Warten hat bald ein Ende
Die Zuschauer können das Ergebnis in drei Wochen auf der Leinwand sehen. Das Projekt bietet einen Einblick in den internen Konflikt zwischen kreativem Anspruch und fiskalischer Kontrolle bei großen Medienkonzernen.
Die Einspielergebnisse werden zeigen, ob das Publikum das Vertrauen in das Looney Tunes-Franchise trotz der chaotischen Vorgeschichte behält. Wile E. Coyote verlässt damit die Rechtsabteilung des Studios und kehrt in die Kinosäle zurück.