Drehbuch fast fertig: Kojima hat schon mitgelesen
Der Death Stranding-Kinofilm von A24 („The Backrooms“) macht konkrete Fortschritte. Regisseur und Autor Michael Sarnoski verriet IGN, dass das Skript „fast fertig“ sei.
Produzent Hideo Kojima hat bereits mehrere Entwürfe gesehen und eigene Revisionen eingereicht. Die genauen Änderungen sind nicht bekannt.
- Sarnoski betont, Kojima habe ihm viel Freiheit gelassen.
- Er darf eigene Charaktere und eigene Handlungsstränge im Death Stranding-Universum erschaffen.
- Gleichzeitig soll der Film dem Geist des Spiels treu bleiben und Fans begeistern.
Kojima Productions und A24: Eine Partnerschaft mit Ambition
Kojima Productions wurde 2015 nach Kojimas Trennung von Konami gegründet. Das Studio veröffentlichte seither nur zwei eigene Spiele: Death Stranding (2019) und den Nachfolger Death Stranding 2: On the Beach (Ankündigung 2022, Release 2025). Der erste Teil verkaufte sich laut Kojima bis 2023 über 10 Millionen Mal, inklusive der PC-Version und des Director’s Cut (2022).
A24 ist kein reines Gaming-Studio, sondern ein Independent-Filmverleih und Produktionshaus. Bekannt für Everything Everywhere All at Once (Oscars 2023, sieben Auszeichnungen) und The Lighthouse, hat A24 in den letzten Jahren begonnen, videospielnahe Stoffe zu adaptieren. Neben Death Stranding produziert das Studio auch den kommenden Elden Ring-Film unter der Regie von Alex Garland („Ex Machina“). Der Etat solcher Adaptionen ist meist niedriger als bei großen Blockbustern, dafür setzt A24 auf künstlerische Autonomie.
Kojimas cineastisches Auge: Von „Come and See“ bis zur Guillotine
Sarnoski zeigte sich beeindruckt, dass Kojima einige versteckte Referenzen im Skript sofort erkannte, darunter einen Verweis auf den sowjetischen Kriegsfilm „Come and See“ von 1985.
„Er kennt Filme einfach unglaublich gut. Das war sehr cool zu sehen“, so Sarnoski. Angesichts Kojimas bekannter Leidenschaft für Kino (er sagt, 70 % seines Körpers bestünden aus Filmen) überrascht das freilich nicht.
Kojimas eigenes filmisches Wissen ist kein Geheimnis. Er ließ sich für Death Stranding unter anderem von „Mad Max: Fury Road“ und „Interstellar“ inspirieren. Sein vorheriges Werk „Metal Gear Solid V: The Phantom Pain“ enthielt eine ungeschnittene, 45-minütige Eröffnungssequenz, ein Indiz für seinen Hang zur filmischen Erzählung.
Death Stranding: Vom Spiel zum Multimedia-Franchise
Das Death Stranding-Franchise wächst über den Realfilm hinaus. Ein animierter Death Stranding-Film ist in Arbeit, produziert von Hammerhead, dem Studio hinter „Love, Death & Robots“. Dazu kommt ein Roman von Autor Nick Cutter (2024 erschienen), der die Handlung des Spiels neu erzählt.
- Die originale Spielhandlung folgt dem Kurier Sam Bridges (Norman Reedus), der eine zersplitterte USA wieder verbindet.
- Der Film soll neue Figuren in den Mittelpunkt stellen, aber die thematische Tiefe, Tod, Verbindung, Einsamkeit, bewahren.
- Ein konkreter Starttermin für die Dreharbeiten existiert nicht.
Keine Regie für Kojima, kein Cast, aber Reedus ist bereit
Interessant: Kojima selbst wurde gefragt, ob er den Film inszenieren wolle, er lehnte ab. Seine Begründung: Wenn er zu tief involviert wäre, würde er „anfangen, viel zu sagen“ und damit womöglich den kreativen Prozess stören.
- Ein Cast oder ein Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest.
- Norman Reedus, der im Spiel den Protagonisten Sam Bridges spielt, hat bereits signalisiert, dass er für eine Rückkehr offen wäre.
- Ein animierter Death Stranding-Film ist ebenfalls in Arbeit und Teil des erweiterten Universums.
Reedus arbeitet derzeit an der Serie „The Walking Dead: Daryl Dixon“ (Staffel 2 läuft 2024/25) und hat mit Kojima ein enges Verhältnis. Bereits 2016 modelte er für Kojimas unveröffentlichten „Silent Hills“-Teaser P.T.. Eine Rückkehr zum Death Stranding-Set gilt als wahrscheinlich, falls der Film grünes Licht bekommt.
Branchenkontext: Game-Adaptionen im Aufwind
Der Death Stranding-Film ist Teil einer Welle von Spiel-Adaptionen, die mit „The Last of Us“ (HBO, 2023) einen neuen Standard setzte. Weitere Beispiele:
- „Sonic the Hedgehog 3“ startet im Dezember 2024 und spielte weltweit über 700 Millionen Dollar ein.
- „Five Nights at Freddy’s“ (2023) brachte bei 20 Millionen Dollar Budget fast 300 Millionen Dollar ein.
- „Uncharted“ (2022) erreichte 400 Millionen Dollar an den Kinokassen.
A24 setzt hier auf eine andere Strategie: kleinere Budgets, hohe künstlerische Freiheit und Nischen-Publikum. Der Death Stranding-Film wird vermutlich zwischen 30 und 50 Millionen Dollar kosten, vergleichbar mit „Everything Everywhere All at Once“ (25 Millionen Budget). Das Risiko ist geringer, die Erfolgschance bei Fans des Spiels (über 10 Millionen Verkäufe) solide.
Ausblick: Was bisher bekannt ist und was nicht
Sarnoski, bekannt für „Pig“ und „A Quiet Place: Day One“, arbeitet parallel an „The Death of Robin Hood“ mit Hugh Jackman (Start: 19. Juni 2026). Beide Projekte laufen zeitlich eng. Ob der Death Stranding-Film vor oder nach Robin Hood gedreht wird, ist unklar.
Klar ist: Der Realfilm wird neue Figuren in den Mittelpunkt stellen, aber die thematische Tiefe und die surreale Atmosphäre des Spiels einfangen sollen. A24 produziert übrigens auch den kommenden Elden Ring-Film unter der Regie von Oscar-Nominiertem Alex Garland, ein Indiz für die cineastische Ambition des Studios. Die Frage bleibt, ob die Spiel-Adaption das Niveau der Vorlage erreicht, oder wie bei so vielen vor ihr scheitert.