Die goldene Ära der 16-Bit-Konsole
Das Super Nintendo Entertainment System (SNES) erschien in Japan im November 1990 als Super Famicom, während europäische Kunden erst ab 1992 Zugriff auf die Hardware erhielten. Mit dem Ricoh 5A22 Prozessor, der mit 3,58 MHz taktete, setzte Nintendo auf eine Architektur, die komplexe Grafik-Effekte wie den Mode 7 für perspektivische Verzerrungen ermöglichte.
Der Konsolenmarkt befand sich in dieser Phase in einem direkten Duell mit dem Sega Mega Drive. Während Sega mit dem "Blast Processing" und der schnellen Sonic the Hedgehog-Reihe warb, positionierte Nintendo das SNES über die exklusive Software-Qualität interner Teams.
Eure Sammlung auf dem Prüfstand
Die folgende Auswahl umfasst Titel, die in den Verkaufsstatistiken des SNES die vorderen Plätze belegen:
- Super Mario World: Zum Launch 1990 in Japan als Paket mit der Konsole verkauft, verkaufte sich das Spiel weltweit rund 20 Millionen Mal.
- The Legend of Zelda: A Link to the Past: Das dritte Spiel der Reihe etablierte die parallelen Welten als zentrales spielmechanisches Element.
- Street Fighter II: Die Portierung des Capcom-Automatenhits von 1991 ermöglichte erstmals das präzise Kampfspiel-Erlebnis zu Hause.
- Super Metroid: Entwickelt von Nintendo R&D1, setzte es die Geschichte nach Metroid II: Return of Samus fort und definierte das Genre der nicht-linearen Erkundungsspiele neu.
- Donkey Kong Country: Rare nutzte für dieses Projekt vorgerenderte 3D-Grafiken, die auf Silicon Graphics Workstations erstellt wurden.
- Star Fox: Durch den Super FX Chip innerhalb des Moduls berechnete die Konsole erstmals polygonale 3D-Grafiken in Echtzeit.
- F-Zero: Als futuristisches Rennspiel demonstrierte es die Mode 7-Grafiktechnik bereits zum Verkaufsstart der Konsole.
Warum diese Titel bestehen
Der Erfolg der genannten Spiele gründet in der engen Verzahnung von Hardware-Besonderheiten und spezifischem Spieldesign. Das SNES bot mit der erweiterten Farbpalette von 32.768 Farben eine visuelle Darstellung, die NES-Vorgänger wie Super Mario Bros. 3 weit hinter sich ließ.
Capcom nutzte bei Street Fighter II ein 16-Megabit-Modul, was für damalige Verhältnisse eine enorme Speicherkapazität darstellte. Die technische Umsetzung des Arcade-Originals erforderte den Verzicht auf manche Animationen, bewahrte jedoch das Timing der Spezialangriffe.
Bei Donkey Kong Country wechselte Rare von der reinen 2D-Sprite-Entwicklung zu 3D-Modellen, die in 2D-Grafiken umgewandelt wurden. Dieser Prozess erlaubte Details bei Fellstrukturen und Lichteffekten, die bis dahin auf Konsolen nicht existierten.
Historische Bedeutung
Zwischen 1990 und 1996 wurden weltweit circa 49 Millionen Einheiten des SNES verkauft. Die Software-Bibliothek umfasst über 1.700 Titel, wobei die oben genannten Produktionen den finanziellen Kern der Nintendo-Bilanz bildeten.
Der Übergang zur 32-Bit-Generation, eingeleitet durch die PlayStation von Sony im Jahr 1994, veränderte die Marktanteile. Dennoch hielt das SNES seine Relevanz bis zur Veröffentlichung von Nintendo 64 im Jahr 1996.
Das letzte in Japan veröffentlichte Spiel für das Super Famicom war Metal Slader Glory: Director's Cut im Jahr 2000. Diese Langlebigkeit belegt die technische Basis, die Nintendo mit der Konsole schuf.