Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und führt dich zu deinem Onkel
Dimhaven, The Lost Source ist ab heute auf Steam und GOG erhältlich. Du spielst eine Museumskuratorin, deren Onkel auf einer abgelegenen Insel verschwand. Bewaffnet mit einer Kamera, kein Schwert, keine Pistole. Die Entwickler nennen es ein „Mystery-Adventure-Puzzle-Spiel". Die Kamera ist kein bloßer Foto-Modus, sondern das zentrale Werkzeug zur Erkundung und Rätsellösung.
Die Handlung startet mit einem Brief des Onkels, der auf der Insel nach einer alten Energiequelle sucht. Deine Aufgabe: Hinweise fotografieren, Umgebungen analysieren und den Aufenthaltsort des Onkels bestimmen. Die Insel ist offen strukturiert, kein linearer Pfad. Jeder Schritt kann ein neues Foto bedeuten.
Was die Kamera kann, und was nicht
- Echte Aufnahmen: Drückst du den Auslöser, wird das Bild Teil deines Inventars, ohne Filter oder HUD-Overlay.
- Rätselrelevanz: Fotos dienen als Gedächtnisstütze, Vergleichsobjekt oder Schalter für Mechanismen. Manche Geheimnisse erscheinen nur im Sucher.
- Kein Kampf: Der Fokus liegt auf Beobachtung und Kombination. Du sammelst visuelle Beweise, keine Gegenstände.
Das erinnert an Klassiker wie Myst oder The Witness, aber die Kamerakomponente macht das Erkunden frischer. Kein Sprint, kein Schleichen, nur Gehen, Schauen, Fotografieren.
Studio und Vorgeschichte: Von Quern zu Dimhaven
Das Entwicklungsteam hinter Dimhaven veröffentlichte 2016 das First-Person-Adventure Quern, Undying Thoughts. Quern erhielt auf Steam über 2000 Bewertungen, davon 92 % positiv. Das Spiel verkaufte sich nach Schätzungen von Drittanbietern wie SteamSpy mehr als 150.000 Mal. Kritiker lobten die rätsellogische Tiefe und die mystische Atmosphäre.
Das Team besteht aus ehemaligen Indie-Entwicklern, die bereits an Quern arbeiteten. Für Dimhaven wechselten sie von der Steampunk-Ästhetik zu einer verfallenen, naturüberwucherten Inselwelt. Die Entwicklung dauerte knapp vier Jahre. Finanziert wurde das Projekt teils aus Eigenmitteln, teils durch eine kleine Crowdfunding-Kampagne, die rund 50.000 Euro einbrachte.
Branchenkontext: Kamerabasiertes Erkunden und Myst-Erbe
Die Idee, eine Kamera als zentrales Gameplay-Element einzusetzen, ist nicht neu. The Vanishing of Ethan Carter (2014) nutzte Fotografie, um Hinweise zu sammeln. The Painscreek Killings (2017) setzt auf Filmen und Abgleichen von Bildern. In Viewfinder (2023) verändert die Kamera die Perspektive und die Spielwelt selbst. Dimhaven bleibt konservativer: Die Kamera dokumentiert nur, sie manipuliert nichts.
Vergleichbare Puzzle-Adventures wie The Talos Principle oder The Witness verzichten auf Kämpfe und setzen auf Logik. Dimhaven liegt in dieser Nische, aber mit einem haptischen Fokus auf das Sammeln von Bildern. Wer Quern mochte, erwartet ähnlich knifflige Rätsel, jedoch ohne magische Artefakte, dafür mit realistischerem Setting.
Fakten und Zahlen zum Release
Dimhaven, The Lost Source erscheint heute für Windows PC. Der Preis beträgt 24,99 Euro (Steam, GOG). Das Spiel ist komplett in deutscher Lokalisierung erhältlich, einschließlich Untertiteln und Menüs. Eine Version für macOS oder Konsolen ist nicht angekündigt. Die Spieldauer wird mit 12 bis 18 Stunden angegeben, je nach Rätselgeschwindigkeit.
Die Entwickler haben bereits einen Patch für die erste Woche angekündigt, der einige Kameraperspektiven justiert. Der Soundtrack stammt vom gleichen Komponisten, der schon für Quern arbeitete, ein ruhiger Ambient-Mix aus Streichern und Feldaufnahmen. Vorbesteller erhielten ein digitales Artbook mit Konzeptzeichnungen der Insel.