Ein Emoji spricht Bände
Double Fine, das Studio hinter Psychonauts und Psychonauts 2, wurde 2018 von Microsoft übernommen. Seitdem hieß es: alles gut, kreative Freiheit, langfristige Pläne.
Jetzt kippt die Stimmung. Einem Bericht von Kotaku zufolge hat das Studio auf Anfragen zu angeblichen Shutdown-Gesprächen mit Xbox reagiert, und zwar mit einem einzigen Emoji. Welches genau? Das bleibt vorerst offen. Die Quelle spricht von einem „vielsagenden“ Symbol, das die Gerüchte weder dementiert noch bestätigt.
Was wissen wir bisher?
- Double Fine wurde 2018 von Microsoft gekauft, Teil von Xbox Game Studios.
- Der Psychonauts-Macher galt lange als Paradebeispiel für eine kreative Übernahme mit wenig Eingriffen.
- Jetzt gibt es Hinweise auf interne Diskussionen über eine Schließung des Studios.
- Die Bestätigung von Double Fine fiel extrem knapp aus: nur ein Emoji, keine Stellungnahme, kein Statement.
Kein offizielles Wort von Xbox oder Double Fine selbst. Weder ein Tweet noch eine Pressemitteilung.
Studio-Historie: Von LucasArts zu Microsoft
Double Fine wurde 2000 von Tim Schafer gegründet, einem Veteran von LucasArts. Schafer war Designer bei Secret of Monkey Island und Day of the Tentacle, zwei Meilensteinen der Point-and-Click-Ära. Das erste eigene Spiel Psychonauts (2005) bekam hervorragende Kritiken (Metacritic 82), floppte aber kommerziell mit rund 100.000 verkauften Einheiten zum Launch. Erst durch spätere Wiederveröffentlichungen und Mundpropaganda entwickelte es sich zu einem Kulttitel.
- Weitere Projekte: Brutal Legend (2009), Costume Quest (2010), Stacking (2011).
- Broken Age (2014–2015) entstand per Kickstarter, damals das größte Crowdfunding-Projekt der Spielebranche mit 3,4 Millionen Dollar.
- 2018 folgte die Übernahme durch Microsoft für eine nicht genannte Summe, geschätzt auf 10–15 Millionen Dollar.
Erfolge und Kennzahlen
Psychonauts 2 (2021) erreichte Metacritic-Werte zwischen 87 (PC) und 91 (Xbox Series X). Microsoft bezeichnete den Titel als kommerziellen Erfolg, ohne exakte Verkaufszahlen zu nennen. Der Titel war ab Release im Game Pass verfügbar und wurde von über 1 Million Abonnenten innerhalb der ersten Woche gespielt (laut Microsoft). Double Fine beschäftigte zuletzt rund 100 Mitarbeiter.
- Brutal Legend verkaufte sich bis 2012 rund 1,5 Millionen Mal.
- Costume Quest wurde 2010 für 1,5 Millionen Dollar Umsatz verzeichnet.
- Das Studio arbeitet derzeit an einem unangekündigten neuen Projekt, Details fehlen.
Branchenkontext: Xbox und die Schließungswelle
Microsoft hat 2024 mehrere Studios geschlossen: Tango Gameworks (The Evil Within, Hi-Fi Rush) wurde im Mai 2024 dichtgemacht, trotz guter Kritiken. Zuvor traf es Alpha Dog Games (Mobile) und Roundhouse Studios. Im Januar 2024 strich Xbox 1.900 Stellen, rund 8 Prozent der Gaming-Sparte. Double Fine wäre das nächste Studio mit ausgeprägter kreativer Identität, das unter Microsofts Sparkurs fällt.
- Tango Gameworks hatte vor der Schließung noch ein neues Projekt in Entwicklung.
- 343 Industries wurde umstrukturiert, verlor Führungspersonal.
- Die Gerüchte um Double Fine passen in ein Muster: Xbox priorisiert große Blockbuster (Call of Duty, Elder Scrolls) vor Nischenstudios.
Die Reaktion der Fans
- In den sozialen Medien brodelt es: Viele fürchten um die Zukunft der Brutal Legend- und Costume Quest-Macher.
- Einige wittern eine Überreaktion: Vielleicht war das Emoji ein Insider-Witz oder eine harmlose Antwort.
- Andere erinnern an frühere Studioschließungen bei Xbox, Tango Gameworks, Alpha Dog Games. Der Ton wird düsterer.
Fest steht: Ein Emoji ist wenig, aber in diesem Fall vielleicht alles, was wir bekommen. Ob Double Fine wirklich auf der Kippe steht, bleibt abzuwarten. Ein Wort von Xbox würde reichen. Stattdessen gibt es ein Bildsymbol.