Ein Arcaderacer für die Geschichtsbücher
Sonic & All-Stars Racing Transformed erschien im November 2012 für PlayStation 3, Xbox 360, Wii U, Nintendo 3DS und PC. Entwickelt wurde der Titel vom britischen Studio Sumo Digital, das zuvor bereits Sonic & Sega All-Stars Racing (2010) verantwortete.
Das Studio festigte durch diesen Release seinen Ruf als Spezialist für Arcade-Rennspiele. Zuvor arbeiteten die Entwickler aus Sheffield unter anderem an OutRun 2006: Coast 2 Coast, einem Titel, der die Arcade-DNA von SEGA maßgeblich prägte.
Die Mechanik hinter dem Fahrspaß
Das Kernelement bildet die Transformation der Fahrzeuge, die auf Knopfdruck oder durch Streckenereignisse von Land- auf Wasser- und Luftmodi wechselt. Diese Mechanik zwingt Spieler dazu, die Fahrzeugphysik in Echtzeit anzupassen.
- Die Flugsteuerung nutzt ein System, das sich an der Flugdynamik von After Burner orientiert.
- Wasserabschnitte erfordern aufgrund der Wellenbewegungen eine höhere Frequenz an Korrekturen als normale Asphaltstrecken.
- Das Charakter-Lineup umfasst 27 Fahrer, darunter bekannte Maskottchen wie Sonic, Knuckles und Tails.
Jeder Charakter besitzt modifizierbare Werte für Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling und Boost. Die Strecken basieren auf Lizenzen wie Panzer Dragoon, Golden Axe und Jet Set Radio.
Warum das Spiel überzeugt
Sumo Digital positionierte den Titel direkt gegen Mario Kart 7, das ein Jahr zuvor erschien. Während Nintendo auf exklusive Hardware-Features wie das Gleiten setzte, wählte Sumo Digital einen aggressiveren Ansatz beim Handling.
- Das Driftsystem belohnt Spieler durch kurzzeitige Tempogewinne bei erfolgreichem Abschluss.
- Die KI-Gegner agieren auf höheren Schwierigkeitsgraden (S-Klasse) fehlerfrei, was den Titel von anderen Fun-Racern abhebt.
- Die technische Basis nutzt eine Engine, die auf Konsolen ein flüssiges Erlebnis bei 30 oder 60 FPS ermöglichte, je nach Plattform.
Die visuelle Gestaltung nutzt die SEGA-Historie als Archiv. Fans der Marke finden in Details wie den Charakter-Animationen oder der musikalischen Untermalung zahlreiche Anspielungen auf Klassiker wie Shinobi oder Crazy Taxi.
Ein bleibender Eindruck
Die Entwicklung des Spiels startete unmittelbar nach dem Erfolg des Vorgängers aus dem Jahr 2010. Dieser verkaufte sich weltweit über drei Millionen Mal, was SEGA die notwendigen Ressourcen für die aufwendige Engine-Anpassung zur Verfügung stellte.
Im direkten Vergleich zur heutigen Marktlandschaft fehlt dem Genre ein ähnlich komplexer Titel, der Arcade-Fahrphysik mit einer solchen Vielfalt an Fahrzeugtypen verbindet. Team Sonic Racing, der offizielle Nachfolger aus dem Jahr 2019, verzichtete auf die Transformationsmechanik und setzte stattdessen auf Team-basierte Koop-Elemente.
Viele Spieler bevorzugen aufgrund der höheren spielerischen Freiheit weiterhin den 2012er-Titel. Die PC-Version wird bis heute durch eine aktive Modding-Community unterstützt, die neue Strecken und Fahrzeuge in das Spiel integriert. Die Metacritic-Werte von damals, die konstant im Bereich von 80 bis 85 Punkten lagen, bilden die hohe Qualität der Spielmechanik ab.