Die Gerüchteküche brodelt
Vor der heutigen State of Play geistern wieder alte Hoffnungen durchs Netz. Kotaku schlägt Alarm: Ein neuer Sly Cooper könnte Sonys aktuellen Kurs begradigen.
Die Serie gilt als eines der meistunterschätzten Juwelen von PlayStation. Ein Comeback wäre kein kleiner Nostalgie-Trip, sondern ein strategisches Signal.
Die Entwickler: Von Sucker Punch zu Sanzaru
Das erste Sly Cooper and the Thievius Raccoonus (2002) stammt von Sucker Punch Productions. Das Studio aus Bellevue, Washington, startete mit Plattformern, wechselte später zu Infamous und landete bei Ghost of Tsushima (2020). Sucker Punch arbeitet aktuell an einem unangekündigten Projekt, ein Sly-Remake ist unwahrscheinlich.
Sanzaru Games übernahm für Sly Cooper: Thieves in Time (2013). Das kalifornische Studio entwickelte zuvor VR-Titel und Ports. 2020 wurde Sanzaru von Meta (Facebook) übernommen und firmiert heute als Sanzaru Games Inc., fokussiert auf Oculus VR. Ein Comeback über Sanzaru scheidet aus.
Die Rechte liegen bei Sony Interactive Entertainment. Ein internes Team wie Insomniac oder Naughty Dog müsste ran, oder ein externer Partner mit Plattform-Erfahrung.
Was Sly Cooper besser kann als jeder andere
- Plattform-Action mit Charakter: Sly, Bentley und Murray sind keine austauschbaren Helden. Jeder hat seinen eigenen Move-Set.
- Stil statt Photorealismus: Die Comic-Optik altert wie guter Wein. Kein unnötiger 4K-Patch, sondern purer Charme.
- Raubzüge mit Seele: Das Spiel macht dich zum Meisterdieb, mit Tricks, die kein anderes Franchise so bietet.
Sony setzt aktuell auf Blockbuster-Kost à la The Last of Us oder God of War. Ein Sly Cooper wäre der Gegenentwurf: leicht, witzig, aber nicht weniger clever.
Markterfolge alter Platformer
Zwischen 2017 und 2020 zeigten Remakes alter Platformer ihr Potenzial. Crash Bandicoot N. Sane Trilogy (2017) verkaufte über 10 Millionen Einheiten. Spyro Reignited Trilogy (2018) knackte die 5-Millionen-Marke. Beide demonstrieren: Nostalgie mit moderner Technik funktioniert.
Ratchet & Clank: Rift Apart (2021) bewies, dass Sony selbst Plattformer beherrscht, es verkaufte sich über 2 Millionen Mal innerhalb weniger Monate. Der Unterschied: Ratchet setzt auf Shooter-Action, Sly auf Stealth und Rätsel. Eine Lücke, die Sony füllen könnte.
Ein Sly-Remake müsste nicht das Rad neu erfinden. Die alten Spiele verkauften sich solide: Sly 1 schätzungsweise 1,5 Millionen, Sly 2 und 3 je knapp unter 2 Millionen. Keine Rekorde, aber eine treue Fanbase.
Warum ein Sly-Remake (oder Neustart) Sinn ergibt
Ein neuer Teil müsste nicht das Rad neu erfinden. Die alte Formel funktioniert noch: Hub-Welten, Stealth-Passagen, Boss Fights mit Witz.
Das Problem: Sony hat die Serie nach Sly Cooper: Thieves in Time (2013) auf Eis gelegt. Sanzaru Games, die damals entwickelten, gibt es nicht mehr in alter Form. Ein internes Team müsste ran, oder ein Studio mit Ehrgeiz.
Die Beweise bleiben dünn
Bisher gibt es keine offizielle Bestätigung. Kein Leak, kein Insider-Post, kein versteckter Teaser. Nur das Bauchgefühl vieler Fans und die lauten Rufe von Journalisten wie dem von Kotaku.
Die State of Play heute Abend könnte Klarheit bringen. Oder wieder nur enttäuschen.
Sony braucht diesen Kontrast
Die PS5-Ära war schwer: Lieferengpässe, hohe Preise, wenige Exklusivtitel. Ein Sly Cooper wäre kein Retter mit Zahlen, sondern ein Retter mit Herz.
Platformer sind nicht tot, sie schlummern nur. Nintendo lebt davon. Sony hat die DNA dafür, aber vergaß sie.