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Einbehaltene Gelder, Klinikaufenthalt: Japans Thriller-Kult-Hit wagt die Rückkehr?
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Einbehaltene Gelder, Klinikaufenthalt: Japans Thriller-Kult-Hit wagt die Rückkehr?

Nach Finanzierungs-Stopp und Krankenhaus-Auszeit des Entwicklers steht das japanische Thriller-Projekt vor einer ungewissen Wiederaufnahme, ein neues Crowdfunding ist im Raum, während der Rechtsstreit anhält.

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Tommes Parzl
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Das Wichtigste vorab

Die Entwicklung eines japanischen Thriller-Spiels, das unter Fans längst Kultstatus genießt, könnte nach monatelanger Funkstille wieder anlaufen. Vorausgegangen waren ein Einfrieren der Finanzmittel und ein Krankenhausaufenthalt einer zentralen Person des Projekts. Die Lage bleibt fragil: Offenbar sind zusätzliche Crowdfunding-Kampagnen nötig, um das Spiel fertigzustellen, während ein weiterhin laufendes Rechtsverfahren die Zukunft belastet. Eine offizielle Bestätigung des Studios oder des Publishers liegt noch nicht vor.

Was bisher geschah

  • Einbehaltene Mittel: Eine offenbar vertraglich zugesagte Zahlung eines Partners wurde eingefroren, was zu einem sofortigen Entwicklungsstopp führte.
  • Krankenhausaufenthalt: Der leitende Kopf des Projekts, dessen Name nicht genannt wird, musste sich in ärztliche Behandlung begeben, der Arbeitsausfall dauerte mehrere Wochen.
  • Rechtsstreit: Zwischen dem Entwicklerteam und dem Geldgeber tobt ein juristisches Verfahren, das die einbehaltenen Gelder thematisiert.
  • Neue Hoffnung: Inzwischen kursieren Signale, dass der Code wieder geöffnet werden könnte, sobald eine Zwischeneinigung erzielt ist.

Die Meldung stammt aus japanischen Entwicklerkreisen, wurde aber weder vom Studio noch von der Plattform offiziell aufgegriffen. Fans des Genres werten die Andeutung dennoch als positives Zeichen, denn das Projekt galt nach dem Doppelschlag aus Zahlungsstopp und gesundheitlicher Krise bereits als verloren.

Der Rechtsstreit im Kern

Das juristische Gezerre zwischen dem Entwickler und mutmaßlich einem ausländischen Vertriebspartner dreht sich um eine sechsstellige Summe, die laut ursprünglichem Vertrag nach einem Meilenstein hätte fließen sollen. Der Partner hatte die Zahlung nach eigenen Angaben wegen nicht erfüllter Qualitätskriterien ausgesetzt, das Studio sieht darin einen Vertragsbruch. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte zuletzt, neue Verhandlungstermine sind für den Herbst angesetzt. Solange das Verfahren läuft, bleibt die Eigentumsfrage an den Rechten ungeklärt, was jede Weiterarbeit erschwert.

Studio-Historie: Eine Reise voller Höhen und Tiefen

Der Entwickler, ein japanisches Indie-Team mit einer Handvoll Vollzeitkräften, wurde durch seine ersten beiden Spiele bekannt, die beide im dystopischen Thriller-Genre angesiedelt waren. Das Debüt aus dem Jahr 2018 erhielt moderate Kritiken, verkaufte sich aber dank einer treuen Fangemeinde über die Jahre stabil. Der aktuelle Titel, inoffiziell als „Projekt K“ gehandelt, sollte ursprünglich die Trilogie des Studios abschließen und erzählt die Geschichte eines Ermittlers, der in einem digitalen Tokio einen Serienmörder jagt. Die Kickstarter-Kampagne von 2021 übertraf ihr Ziel um 140 Prozent, was dem Team die Arbeit an einer ambitionierten zwei-spielbaren Charakteren ermöglichte. Seitdem jedoch folgt ein Rückschlag dem nächsten, die Produktionskosten stiegen unerwartet um ein Drittel.

Crowdfunding: Fluch und Segen zugleich

  • Die ursprüngliche Kampagne auf einer japanischen Crowdfunding-Plattform sammelte gut 42 Millionen Yen (ca. 270.000 Euro) ein.
  • Davon musste bereits ein erheblicher Teil für Lizenzen und die Gesundheitsversorgung des Projektleiters verwendet werden.
  • Ein neues Crowdfunding würde voraussichtlich eine Summe von sechs bis acht Millionen Yen anpeilen, um die verbleibenden sechs Monate Entwicklung zu finanzieren.
  • Viele Unterstützer der ersten Stunde zeigen sich skeptisch: Sie fürchten, dass ihre ursprünglichen Beiträge durch die rechtlichen Komplikationen bereits abgeschrieben sind.

Ohne eine Lösung des Rechtsstreits wird kein weiteres Crowdfunding starten, da die Plattformbetreiber eine klare Rechtslage verlangen. Das Team hat angekündigt, die Community über den Verwendungszweck neuer Gelder transparent zu informieren, sollte es so weit kommen.

Vergleich mit anderen Rettungsaktionen

Die Situation des japanischen Studios ist kein Einzelfall in der Indie-Branche. In den letzten Jahren gab es mehrere Fälle, in denen unvollendete Spiele mit Hilfe neuer Kampagnen doch noch die Ziellinie erreichten, etwa beim Weltraum-Drama „Starlight Explorers“ oder beim Metroidvania „Kathedral der Schatten“. Diese Beispiele zeigen, dass ein Abbruch nicht endgültig sein muss, allerdings immer mit Verzögerung und inhaltlichen Kompromissen einhergeht. Der Unterschied hier ist die rechtliche Kette: Keine der Vergleichsproduktionen musste parallel zu einem Verfahren entwickelt werden. Branchenbeobachter rechnen je nach Ausgang des Prozesses mit einer Verschiebung des Releases in den Frühsommer 2027.

Was bedeutet das für die Spieler?

Die treue Fangemeinde des Thrillers wartet seit über zwei Jahren auf neue Inhalte. Ein am Sonntag veröffentlichter Entwickler-Briefing-Baustein, der umgehend wieder entfernt wurde, deutete auf eine baldige Abstimmung über verschiedene Fortsetzungsszenarien hin. Das Team bittet Fans um Geduld und verspricht, dass alle nie veröffentlichten Konzeptzeichnungen nach einer erfolgreichen Wiederaufnahme als digitales Artbook beigelegt würden. Bei der aktuellen Rechtslage ist allerdings unklar, ob selbst diese kleinen Werbegeschenke rechtlich zulässig sind.

Die Lage bleibt zäh

Für den 20. November ist eine Anhörung vor dem Bezirksgericht Tokio angesetzt, bei der über eine einstweilige Verfügung zur Freigabe der eingefrorenen Summe entschieden werden soll. Bis dahin laufen die Server des Studios auf Sparflamme, keiner der sieben Angestellten wird Vollzeit bezahlt. Dass eine Entwicklung unter diesen Umständen überhaupt wieder aufgenommen wird, wäre ungewöhnlich und würde stark vom Urteil und der Gesundheit des Projektleiters abhängen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Kult-Hit tatsächlich noch einmal aufsteht oder für immer ein Fragment bleibt.

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