Elden Ring-Fieber entfacht Machtkampf
Das Studio hinter Elden Ring und Dark Souls ist plötzlich heiß begehrt. Ein heikler Investorenstreit bei Mutterkonzern Kadokawa brodelt seit Tagen.
Auslöser ist der gigantische Erfolg des Open-World-RPGs. FromSoftware wurde dadurch zum strategischen Machtfaktor im japanischen Medienkonzern.
Wer zerrt an den Fäden?
- Diverse Investorengruppen kämpfen um Einfluss auf die Studios.
- Der Streit dreht sich um künftige Entwicklungsrichtungen und finanzielle Kontrolle.
- Konkrete Namen oder Beteiligte sind bislang nicht offiziell bestätigt.
Fakt ist: FromSoftware kann sich seine Projekte jetzt praktisch aussuchen. Das macht das Studio zur begehrten Trophäe im Kadokawa-Portfolio.
Auswirkungen auf kommende Spiele
Eine unmittelbare Wirkung auf angekündigte Titel ist nicht abzusehen. FromSoftware arbeitet nach Elden Ring an mehreren Projekten, darunter ein neuer Armored Core und ein weiteres Fantasy-RPG.
- Sollte der Streit eskalieren, drohen Verzögerungen.
- Ein Verkauf des Studios oder eine Abspaltung ist nicht ausgeschlossen.
- Fans hoffen auf eine schnelle Einigung, damit die kreative Arbeit nicht leidet.
Stimmung unter den Fans
In Foren und auf Social Media zeigt man sich besorgt, aber nicht panisch. Viele erinnern an frühere turbulente Phasen des Studios, etwa die Zeit vor Dark Souls.
Die Vorfreude auf neue FromSoftware-Titel bleibt ungebrochen. Der Investorenstreit gilt vorerst als interne Angelegenheit von Kadokawa.
Offene Rechnung
Wie der Konflikt ausgeht, wird zeigen, wie stark Elden Ring die Machtverhältnisse verschoben hat. FromSoftware steht plötzlich im Zentrum eines unternehmerischen Tauziehens, ein klares Zeichen für den Wert exzellenter Spieleentwicklung.
Studio-Historie: Von King's Field zu Elden Ring
FromSoftware wurde 1986 als Business-Software-Firma gegründet, stieg Ende der 80er mit King's Field (1994, PS1) in Spiele ein. Dieser First-Person-RPG-Vorläufer legte Grundsteine für düstere Atmosphäre und knackige Schwierigkeit.
Der eigentliche Durchbruch kam 2009 mit Demon's Souls (PS3), in Japan ein Nischenerfolg, im Westen ein Kultphänomen. Dark Souls (2011) verkaufte sich über 10 Millionen Mal und definierte das Genre "Soulslike". Bloodborne (2015) folgte mit 2 Millionen Einheiten, Sekiro: Shadows Die Twice (2019) mit über 5 Millionen. Elden Ring (2022) knackte 25 Millionen verkaufte Exemplare und ist damit der mit Abstand erfolgreichste Titel.
Branchenkontext: Warum Kadokawa unter Druck steht
Kadokawa Corporation ist ein breit aufgestellter Medienkonzern (Verlage, Anime, Filme, Spiele). FromSoftware war lange nur ein kleiner Teil des Portfolios. Der Erfolg von Elden Ring ließ den Aktienkurs des Mutterkonzerns zeitweise um 20% steigen, das Studio trägt inzwischen überproportional zum Gewinn bei.
Investoren wie Sony (ca. 14% Anteil) und Tencent (ca. 6% via Sixjoy) sitzen bereits im Boot. Vergleichbare Fälle zeigen: Wenn ein Einzelstudio plötzlich zur Cash-Cow wird, eskaliert der Kampf um Kontrolle. Bei Bungie nach der Sony-Übernahme führten hohe Erwartungen zu Verzögerungen bei Destiny 2: Erweiterungen und interne Umstrukturierungen. Bei Kadokawa droht Ähnliches.
Elden Ring und die Zahlen dahinter
Elden Ring wurde am 25. Februar 2022 veröffentlicht und innerhalb von zwei Wochen über 12 Millionen Mal verkauft. Bis 2024 stieg die Zahl auf über 25 Millionen, mehr als die gesamten Verkäufe von Dark Souls 1–3 zusammen (ca. 33 Millionen). Armored Core VI (2023) verkaufte sich dagegen nur etwa 2 Millionen Mal.
Das Studio beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Creative Director Hidetaka Miyazaki hat mehrfach betont, dass er keinen einfachen Sequel-Zug fahren will. Geplant sind mindestens drei Projekte: ein weiteres Fantasy-RPG (Gerüchte um Elden Ring 2), ein unangekündigtes "völlig neues" Spiel und möglicherweise Bloodborne 2, trotz fehlender Ankündigung. Die nächste Quartalsbilanz von Kadokawa im November 2024 könnte Klarheit über den Investorenstreit bringen.