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Enslaved: Odyssey to the West, Wie Ninja Theory mit einem Uncharted-Rivalen Geschichte schrieb
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Enslaved: Odyssey to the West, Wie Ninja Theory mit einem Uncharted-Rivalen Geschichte schrieb

Ein Rückblick auf das unterschätzte Action-Abenteuer, das Ninja Theory als Meister der Erzählkunst etablierte und den Vergleich mit Nathan Drakes Abenteuern nicht scheuen musste.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Ein ungewöhnlicher Weg zum Ruhm

Vor Enslaved: Odyssey to the West kannte man Ninja Theory vor allem durch das stylische Heavenly Sword (2007). Doch mit der Adaption des klassischen chinesischen Romans „Die Reise nach Westen“ katapultierte sich das Studio in eine andere Liga.

Das Spiel erschien 2010 für PlayStation 3 und Xbox 360, mitten in der Hochphase der Uncharted-Serie. Die Parallelen waren offensichtlich: lineare Third-Person-Action, spektakuläre Klettereinlagen und eine cineastische Inszenierung. Trotzdem blieb Enslaved kommerziell hinter den Erwartungen zurück.

Die Kunst der Adaption

Die Zusammenfassung der Quelle nennt Ninja Theory „born storytellers“, und das zeigt sich in der Art, wie sie den über 400 Jahre alten Stoff modernisierten. Statt Mönch und Affenkönig gibt es einen postapokalyptischen Schauplatz mit Monkey (gespielt von Andy Serkis) und der jungen Trip.

  • Andy Serkis lieferte nicht nur die Stimme, sondern auch die Motion-Capture-Performance, eine damals noch seltene Investition in Charakterdarstellung.
  • Die Geschichte dreht sich um eine erzwungene Partnerschaft: Trip zwingt Monkey mit einem Kopfband zum Gehorsam. Diese Dynamik trägt das gesamte Spiel.

Die Inszenierung war für ein damaliges AA-Spiel außergewöhnlich dicht. Kamerafahrten, Zwischensequenzen und Dialoge fühlten sich an wie ein interaktiver Film.

Gameplay zwischen Kletterei und Kämpfen

Enslaved setzt auf eine Mischung aus Plattform-Passagen und direkten Kämpfen mit einem Stab. Monkey kann sich elegant durch Ruinen schwingen, während Trip mit ihrer Drohne aus der Ferne unterstützt.

  • Das Kampfsystem ist einfacher als in Uncharted, aber rhythmisch und befriedigend.
  • Die Level sind linear, aber abwechslungsreich: überwucherte Hochhäuser, unterirdische Tunnel, offene Schluchten.
  • Ein Schwachpunkt: Die KI von Trip neigt manchmal dazu, in Deckung steckenzubleiben, ein kleiner Makel in einer sonst runden Erfahrung.

Der Vergleich mit Naughty Dogs Abenteuern war damals nicht unverdient. Enslaved hatte den gleichen Blockbuster-Anspruch, aber eine ganz eigene, melancholische Seele.

Warum Enslaved heute noch relevant ist

Das Spiel markierte den Wendepunkt für Ninja Theory. Nach Enslaved folgte DmC: Devil May Cry, später Hellblade: Senua’s Sacrifice, der endgültige Durchbruch. Der Titel ist ein Dokument ihrer Ambitionen: literarische Vorlagen mit moderner Action zu verbinden.

Wer heute zurückblickt, sieht ein Spiel, das sich nicht vor der Uncharted-Reihe verstecken muss. Es hat eine eigene Identität, und beweist, dass eine gute Geschichte auch ohne Millionenbudget funktioniert.

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