Die Kritik des Abgeordneten
Der polnische EU-Abgeordnete Dominik Tarczyński kritisiert Assassin’s Creed Shadows und bezeichnet die Einbindung von Yasuke als ideologisch motivierte Design-Entscheidung. Er stuft die Darstellung historischer Figuren in modernen Triple-A-Produktionen als politisches Werkzeug ein.
Tarczyński bevorzugt die explizite Darstellung von Gewalt gegenüber der Inklusion diverser Charaktere. Er sieht in der aktuellen Ausrichtung von Videospielen eine Abkehr von traditionellen Werten.
Was genau stört die Politik?
In seiner Stellungnahme äußert Tarczyński Vorbehalte gegenüber aktuellen Standards der Spieleentwicklung:
- Die historische Rolle von Yasuke als Samurai wird von ihm angezweifelt.
- Der Begriff Wokeness dient ihm als Sammelbegriff für inhaltliche Entscheidungen, die er ablehnt.
- Gewalt wird als akzeptabler Spielinhalt bewertet, während bestimmte erzählerische Entscheidungen als störend empfunden werden.
Studio-Historie und Franchise-Kontext
Ubisoft entwickelt seit 2007 die Assassin’s Creed-Serie. Das französische Unternehmen hat mit Marken wie Far Cry, Rainbow Six und Anno eine dominante Stellung auf dem globalen Markt.
Die Assassin’s Creed-Reihe verkaufte sich bis heute über 200 Millionen Mal. Frühere Ableger wie Assassin’s Creed Valhalla (2020) oder Assassin’s Creed Odyssey (2018) nutzten bereits Rollenspielelemente und historische Settings mit mythologischen Einschlägen.
Einordnung in die aktuelle Branchenentwicklung
Große Publisher versuchen derzeit, ihre Zielgruppen durch Diversität bei Charakteren zu erweitern. Sony mit The Last of Us Part II oder Electronic Arts mit Apex Legends durchliefen ähnliche Debatten.
Die Branche reagiert auf diese Kritik meist mit dem Argument der kreativen Freiheit. Triple-A-Produktionen kosten heute oft hunderte Millionen Euro, was den Druck zur breiten Marktabdeckung erhöht.
Die Reaktion der Community
Spieler reagieren auf Tarczyńskis Äußerungen mit Skepsis. Viele Nutzer auf Plattformen wie Reddit oder X sehen in der politischen Einmischung einen Versuch, Aufmerksamkeit durch populistische Themen zu erzielen.
- Historiker verweisen auf Dokumente aus der Zeit von Oda Nobunaga, die Yasuke als Waffenträger und Vertrauten bestätigen.
- Die Debatte über die historische Genauigkeit verdeckt oft die eigentliche Spielmechanik.
- Kritiker werfen dem Abgeordneten vor, von den dringenden wirtschaftlichen Herausforderungen innerhalb der EU abzulenken.
Ein Blick auf die Fakten
Assassin’s Creed Shadows spielt im Japan des 16. Jahrhunderts. Ubisoft Quebec, das Studio hinter Assassin’s Creed Syndicate und Odyssey, leitet die Entwicklung.
- Das Spiel verwendet ein Dual-Protagonisten-System, bestehend aus der Shinobi Naoe und dem Samurai Yasuke.
- Yasuke erscheint in Aufzeichnungen jesuitischer Missionare, etwa in Briefen von Luis Frois.
- Die Diskussion um den Status als Samurai entzündet sich an der Interpretation des Begriffes im feudalen Japan.
- Tarczyński äußert seine Meinung als Einzelperson, ohne Rückhalt durch offizielle Beschlüsse des EU-Parlaments.
Die Entwicklung von Assassin’s Creed Shadows folgt einem Trend zur geografischen Diversifizierung innerhalb des Franchises. Nach Ägypten, Griechenland und Skandinavien ist Japan der am häufigsten geforderte Schauplatz der letzten zehn Jahre. Das Spiel erscheint am 15. November 2024 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S.