Evo 2026 verzeichnet weniger Anmeldungen
Das weltweit größte Fighting-Game-Event kämpft mit sinkenden Teilnehmerzahlen. Laut einem Bericht von Polygon fielen die Anmeldezahlen für Evo 2026 niedriger aus als im Vorjahr.
Betroffen sind mehrere der Hauptspiele des Turniers. Street Fighter 6, Tekken 8 und weitere Titel aus dem Line-up verzeichneten einen Rückgang der Wettbewerber gegenüber Evo 2025.
Rückgang bei den Hauptspielen
- Street Fighter 6, weniger Spieler haben sich für das Capcom-Flaggschiff angemeldet als im letzten Jahr.
- Tekken 8, auch Bandai Namcos Prügler bleibt hinter den Vorjahreswerten zurück.
- Weitere Spiele des Turnierprogramms zeigen ebenfalls rückläufige Zahlen, genaue Titel nennt der Polygon-Artikel nicht.
Evo 2026 findet turnusgemäß im August statt. Die aktuellen Anmeldezahlen basieren auf dem Stand vor dem Event, die endgültigen Teilnehmerzahlen könnten noch steigen.
Capcom und Bandai Namco: Serienhistorie im Kontext
Capcoms Street-Fighter-Reihe begann 1987 mit dem Arcade-Original. Den Durchbruch brachte Street Fighter II (1991), das das Genre definierte. Street Fighter 6 erschien im Juni 2023 und verkaufte bis März 2024 über 3,5 Millionen Einheiten. Bei Evo 2024 meldeten sich 4.523 Spieler für das Spiel an, ein damaliger Rekord für die Serie. Tekken stammt von Bandai Namco, die 1994 den ersten Teil veröffentlichten. Tekken 8 kam im Januar 2024 auf den Markt und verkaufte in zwei Monaten über zwei Millionen Kopien. Evo 2024 verzeichnete 3.018 Anmeldungen für den Prügler.
Der aktuelle Rückgang bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Spiele an Relevanz verlieren. Evo 2025 hatte für Street Fighter 6 noch etwa 4.100 Teilnehmer, für Tekken 8 rund 2.800, ein moderates Minus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sollten die Werte 2026 erneut fallen, läge man unter dem Niveau von 2024.
Vorherige Evo-Rekorde zeigen, wie stark die Anmeldungen schwanken können. Super Smash Bros. Melee erreichte 2016 über 2.600 Teilnehmer. Street Fighter V brachte es 2019 auf rund 5.000. Die absoluten Höchstwerte stammen aus der Post-Pandemie-Zeit, als Spieler Nachholbedarf hatten. Ein Absinken danach ist normal.
Branchenkontext: Konkurrenz und Marktsättigung
Die Fighting-Game-Szene hat sich fragmentiert. Neben Evo gibt es Combo Breaker in Chicago, CEO in Florida und VSFighting in Großbritannien. Diese Events ziehen jährlich tausende Teilnehmer, und zeitliche Überschneidungen mit Evo sind selten, aber die finanzielle Belastung für Spieler steigt. Ein Turnierbesuch in Las Vegas kostet inklusive Flug, Hotel und Akkreditierung oft über 1.000 Dollar.
Gleichzeitig investieren Publisher in eigene Ligen. Capcoms Street Fighter League und Bandai Namcos Tekken World Tour binden Top-Spieler an regionale Events. Wer in diesen Ligen spielt, hat weniger Budget und Zeit für zusätzliche Turniere. Polygon zitiert einen Community-Organisator, der die steigenden Kosten für Reisen und die wirtschaftliche Unsicherheit als Faktoren nennt.
Ein weiterer Punkt ist die wachsende Zahl neuer Fighting Games. Fatal Fury: City of the Wolves erscheint 2025, Riot Games arbeitet an Project L (nun unter dem Titel 2XKO). Für 2026 sind Ankündigungen von Marvel vs. Capcom-Remakeprojekten im Umlauf. Spieler verteilen ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Titel, was die Teilnehmerzahlen bei einzelnen Spielen verdünnt.
Keine offiziellen Gründe genannt
Der Polygon-Bericht führt die Ursachen für den Rückgang nicht aus. Spekulationen über gesättigte Märkte oder neue Konkurrenz-Events bleiben ohne Beleg.
Fest steht: Evo bleibt das wichtigste Turnier der Fighting-Game-Community. Ob der Negativtrend anhält, zeigt sich erst, wenn die Lobbys im August gefüllt sind.