Der Ruf nach Destiny 3 wird lauter
Über 120.000 Fans haben eine Petition unterzeichnet, die Sony zur Entwicklung von Destiny 3 zwingt. Die Community verlangt eine klare Perspektive für das Franchise, da das Vertrauen in den aktuellen Betrieb schwindet.
Warum die Fans hoffen
Die Spielerbasis ist mit dem technischen Zustand von Destiny 2 unzufrieden, das seit 2017 auf einer modifizierten Version der ursprünglichen Destiny 1-Engine läuft. Die technische Last der Engine erschwert Updates und führt zu häufigen Fehlern im Code.
- Wunsch nach einer nativen Engine-Aktualisierung für PlayStation 5 und moderne PC-Systeme.
- Hoffnung auf ein neues Fortschrittssystem, da das aktuelle Modell nach sieben Jahren Destiny 2 an Komplexität und Übersichtlichkeit leidet.
- Wunsch nach einem inhaltlichen Neuanfang nach dem Abschluss der "Light and Darkness"-Saga, die mit der Erweiterung The Final Shape ihren Höhepunkt fand.
Die historische Last von Bungie
Bungie wurde 1991 gegründet und erlangte durch die Halo-Reihe für Microsoft weltweite Bekanntheit. Vor dem Start von Destiny im Jahr 2014 trennte sich das Studio von Microsoft, um als unabhängiger Entwickler ein neues Multiplattform-Universum aufzubauen.
- Der erste Teil, Destiny, erschien 2014 und kämpfte zum Start mit massiver inhaltlicher Kritik, bevor es durch das Add-on The Taken King an Spieltiefe gewann.
- Destiny 2 folgte 2017 und vollzog 2019 den Wechsel zum Free-to-Play-Modell, was den Druck auf den In-Game-Shop und die saisonalen Monetarisierungsmodelle massiv erhöhte.
- Die Übernahme durch Sony Interactive Entertainment für 3,6 Milliarden Dollar im Jahr 2022 sollte die finanzielle Stabilität sichern, führte jedoch zu internen Spannungen.
Die harte Realität bei Bungie
Trotz der 120.000 Unterschriften ist ein Destiny 3 wirtschaftlich riskant. Berichte über zwei Entlassungswellen bei Bungie im Jahr 2023 und 2024, bei denen über 300 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen mussten, zeigen eine angespannte Lage.
- Das Studio konzentriert sich auf die Entwicklung von Marathon, einem Extraction-Shooter, der als das nächste große Standbein des Unternehmens gilt.
- Die Ressourcen innerhalb von Bungie sind durch die Arbeit an Destiny 2-Updates und die Entwicklung neuer Projekte ausgelastet.
- Sony hat bisher keine Investitionen in ein neues, hochbudgetiertes Projekt dieser Reihe bestätigt oder angekündigt.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Der Markt für Live-Service-Shooter zeigt eine hohe Fluktuation. Während Konkurrenten wie Warframe von Digital Extremes über ein Jahrzehnt durch stetige Iterationen wachsen, zeigt der Erfolg von Titeln wie Helldivers 2, dass Spieler eher an fokussierten, neuen Erlebnissen interessiert sind.
- Bungie steht im Wettbewerb mit Titeln wie The First Descendant, die modernere Engines nutzen und aggressive Update-Zyklen fahren.
- Die Kosten für die Entwicklung eines AAA-Shooters liegen heute oft bei über 200 Millionen Dollar, was die Hürde für ein Projekt wie Destiny 3 massiv erhöht.
- Viele ehemalige Mitarbeiter berichten von einem internen Fokus auf "Destiny-Inhalte der nächsten Generation", die jedoch lediglich als Updates für den aktuellen Teil geplant sind.
Der aktuelle Status der Serie
Aktuell steckt Bungie tief in der Arbeit am "Frontiers"-Konzept für Destiny 2. Das Studio versucht, die Spielerbasis durch die sogenannten "Codename: Apollo" und "Codename: Behemoth" Updates zu halten, die neue Story-Strukturen einführen.
Die Petition zeigt die Bindung der Spieler an die Marke, doch die wirtschaftlichen Prioritäten bei Sony liegen auf einer Diversifizierung des Portfolios. Aktuell konzentriert sich das Team darauf, die bestehenden Server zu stabilisieren und die Kosten für den Betrieb des Projekts zu senken. Die Anzahl der aktiven Spieler auf Plattformen wie Steam ist seit dem Release von The Final Shape deutlich rückläufig.