Autorin bricht ihr Schweigen
Tomi Adeyemi, Autorin des Fantasy-Bestsellers „Children of Blood and Bone“, hat sich in einem öffentlichen Video von der geplanten Filmadaption distanziert. Ihre Aussage ist vernichtend: „This film is the worst thing I’ve ever had to live through.“
In dem Clip, der über ihre sozialen Kanäle verbreitet wurde, wirft Adeyemi den Verantwortlichen vor, sie „hinter den Kulissen antagonisiert“ zu haben. Konkrete Details zu den Vorfällen nennt sie nicht, doch der Tonfall lässt keinen Zweifel an ihrer tiefen Enttäuschung.
Der Weg zur Leinwand: Jahre voller Verzögerungen
Die Verfilmung von „Children of Blood and Bone“ wurde 2019 angekündigt. Lucasfilm und 20th Century Studios (damals noch 20th Century Fox) sicherten sich die Rechte für eine geplante Filmreihe. Rick Famuyiwa („The Mandalorian“) sollte Regie führen, Adeyemi als Co-Produzentin einsteigen.
Bis 2025 gab es keine konkreten Drehtermine. Mehrere Drehbuchfassungen wurden geschrieben, darunter eine von David Magee („Life of Pi“). Die Produktion wechselte mehrfach die Verantwortlichen, zuletzt war Gina Prince-Bythewood („The Woman King“) als Regisseurin im Gespräch. Keines dieser Projekte erreichte die Finanzierungsphase.
Hintergrund des Dramas
- Der Roman „Children of Blood and Bone“ erschien 2018 und wurde ein internationaler Erfolg.
- Eine Verfilmung durch Lucasfilm und 20th Century Studios war seit Jahren in Planung.
- Adeyemi selbst war zunächst als Co-Produzentin und kreative Beraterin beteiligt.
Nun scheint die Zusammenarbeit endgültig gescheitert. Die Autorin stellt klar, dass sie mit dem fertigen Film nichts zu tun haben möchte, obwohl sie die Vorlage lieferte.
Studio-Historie: Was Lucasfilm und 20th Century bisher adaptierten
Lucasfilm konzentrierte sich nach der Übernahme durch Disney 2012 fast ausschließlich auf Star Wars. Ausnahmen: die Serie „Willow“ (2022, 8 Episoden) und der Film „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ (2023). Beide Projekte enttäuschten kommerziell, Willow wurde nach einer Staffel eingestellt, Indiana Jones spielte weltweit nur 384 Millionen Dollar bei einem Budget von 295 Millionen ein.
20th Century Studios produzierte zuletzt Fantasy-Adaptionen wie „The Maze Runner“ (2014–2018) und „The Call of the Wild“ (2020). Keiner dieser Filme erreichte die kulturelle Reichweite von Adeyemis Buch. Das Studio hat seit der Disney-Fusion 2019 Schwierigkeiten, eigene Blockbuster außerhalb der etablierten Franchises zu etablieren.
Vergleichsfälle: Autoren gegen Hollywood
Adeyemis Fall reiht sich in eine Liste von Autor:innen ein, die sich öffentlich von Adaptionen distanzierten. Stephen King kritisierte die Verfilmung von „The Dark Tower“ (2017) scharf, der Film spielte 113 Millionen Dollar bei einem Budget von 60 Millionen ein und brachte keine Fortsetzung. Philip Pullman lehnte die Filme zu „His Dark Materials“ (2007) ab, die Serie 2019–2022 kam besser an, aber Pullman hatte dort mehr Kontrolle.
Eine der wenigen erfolgreichen Gegenbeispiele: J.K. Rowling hatte bei den Harry Potter-Filmen vertraglich festgelegte Mitspracherechte. Adeyemi selbst rät nun genau dazu: „Sichert euch kreative Kontrolle im Vertrag, sonst seid ihr nur ein Name auf dem Cover.“ Ihr Buch verkaufte sich über 2 Millionen Mal, wurde in 20 Sprachen übersetzt und gewann den Lodestar Award 2019.
Was bedeutet das für das Projekt?
Der Film befindet sich offiziell noch in Entwicklung, doch Adeyemis öffentliche Abkehr könnte fatale Folgen haben. Ohne die Unterstützung der Schöpferin verlieren Produktion und Studio massiv an Glaubwürdigkeit bei der Fangemeinde.
Adeyemi selbst schließt ihre Stellungnahme mit einer Warnung an andere Autor:innen: Sie rät, bei Verträgen für Adaptionen unbedingt Mitspracherechte und kreative Kontrolle vertraglich abzusichern. Der Fall zeigt einmal mehr, wie zerbrechlich die Beziehung zwischen Buchvorlage und Hollywood sein kann.