Kritik an den Minispielen, und die Reaktion der Entwickler
Final Fantasy VII Rebirth begeisterte Fans, aber ein Feature sorgte für Diskussionen: die Vielzahl an Minispielen. Viele Spieler empfanden sie als aufdringlich oder zu zeitaufwändig. Director Naoki Hamaguchi hat nun im Gespräch mit Jess Cogswell von GameSpot Stellung bezogen und Details zu Anpassungen verraten.
Hamaguchi betont, dass das Feedback der Community ernst genommen wurde. Das Team arbeitet an einer Überarbeitung, die die Minispiele optionaler und weniger frustrierend gestalten soll.
Studio Square Enix: Wer steckt hinter der Entwicklung
Square Enix entwickelte Rebirth innerhalb der Creative Business Unit I. Diese Abteilung entstand 2019 aus dem ehemaligen Business Division 1, das zuvor unter anderem Final Fantasy XIV: A Realm Reborn und Final Fantasy XV betreute. Naoki Hamaguchi war dort Lead Programmer für FFXIV und Co-Director des ersten FF7 Remake (2020).
Das Rebirth-Projekt umfasste rund 300 Entwickler, darunter viele Veteranen aus dem Originalteam von 1997. Producer Yoshinori Kitase und Character Designer Tetsuya Nomura behielten ihre Rollen. Die Entwicklung dauerte etwa vier Jahre und lief parallel zu Crisis Core: Reunion (2022), das Hamaguchi ebenfalls als Director betreute.
Was sich konkret ändert
- Die Minispiele sollen weniger zwingend für den Fortschritt der Hauptstory sein.
- Bestimmte Titel, die besonders kritisiert wurden (etwa das berüchtigte „G-Bike“-Rennen oder die Costa del Sol-Aktivitäten), erhalten eine Neuabstimmung von Schwierigkeit und Belohnungen.
- Spieler können einige Minispiele künftig überspringen, ohne wichtige Items oder Story-Momente zu verlieren.
Hamaguchi verriet zudem, dass die Überarbeitung nicht nur auf Druck der Fans erfolgt. Auch intern habe man die Stellen identifiziert, die den Spielfluss unnötig bremsen.
Marktkontext: Verkaufszahlen und Erwartungen
Final Fantasy VII Rebirth erschien am 29. Februar 2024 exklusiv für PlayStation 5. Square Enix meldete im Mai 2024 einen Absatz von rund 2 Millionen Einheiten in den ersten drei Monaten. Das lag unter den internen Prognosen; der Publisher sprach von „nicht zufriedenstellenden Verkäufen“. Zum Vergleich: Der Vorgänger FF7 Remake verkaufte sich bis März 2021 etwa 3,5 Millionen Mal auf PS4.
Analysten führen die schwächeren Zahlen teils auf die Exklusivität und die längere Entwicklung zurück. In der Branche gilt die Minispiel-Kritik als einer der Faktoren, die die Spielerbindung senkten. Ähnliche Debatten gab es zuletzt bei Like a Dragon: Infinite Wealth (2024), dessen Nebenaktivitäten von einem Teil der Community ebenfalls als überladen empfunden wurden, Sega reagierte mit optionalen Skip-Funktionen.
Mehr Gameplay für Tifa, Cid und Vincent, und das Job-System
Das Interview ging auch auf die spielbaren Charaktere ein. Tifa, Cid und Vincent erhalten erweiterte Movesets und neue Synergiefähigkeiten. Das Job-System (aus dem Originalspiel und der Remake-Trilogie) wird tiefer mit der Charakterentwicklung verzahnt.
- Jeder Charakter kann mehrere Jobs erlernen, aber der Wechsel soll flüssiger vonstattengehen.
- Materia-Kombinationen lassen sich nun direkt im Kampf anpassen, ohne das Menü zu öffnen.
Vorgänger der Reihe: Von 1997 bis zur Remake-Trilogie
Das originale Final Fantasy VII erschien 1997 auf der PlayStation und verkaufte sich über 13 Millionen Mal. Die Remake-Trilogie begann 2020 mit FF7 Remake, das die Midgar-Episode neu erzählte. Rebirth deckt den zweiten Teil der Geschichte ab, bis zum Forgotten Capital. Ein dritter Teil ist angekündigt, aber ohne Veröffentlichungsdatum. Das Job-System selbst geht auf Final Fantasy V (1992) zurück und wurde in Rebirth als Hommage an die Serie integriert.
Die Gold Saucer-Sequenz, die Hamaguchi als sein Highlight nennt, war bereits im Original ein zentraler Handlungsort mit mehreren Minispielen. Die Neuauflage nutzt die SSD der PS5 für nahtlose Übergänge zwischen Rennstrecke, Theater und Kampfarena.
Hamaguchis persönliches Highlight: Eine ikonische Szene neu erschaffen
Gefragt nach seinem Lieblingsmoment bei der Arbeit an Rebirth, nannte der Director die Gold Saucer-Sequenz. Besonders die Neugestaltung der Rennstrecke und des Theaters habe dem Team große Freude bereitet, und gleichzeitig die größte technische Herausforderung dargestellt.
„Es war uns wichtig, den Charme des Originals einzufangen, aber mit moderner Inszenierung“, so Hamaguchi. Die Überarbeitung der Minispiele sei der logische nächste Schritt, um diesen Spagat zu perfektionieren.
Technische Umsetzung und Patch-Strategie
Square Enix plant, die angekündigten Änderungen als kostenloses Update auszuliefern. Ein Termin steht noch nicht fest; Branchenbeobachter rechnen mit einem Release im Sommer 2024 oder zeitgleich mit der PC-Version von Rebirth, die für Anfang 2025 erwartet wird. Das Update soll auch Performance-Verbesserungen für die 60-fps-Modi enthalten, die bei Launch von Spielern kritisiert wurden. Hamaguchi betonte im Interview, dass das Team parallel am dritten Teil arbeite, dessen Minispiel-Design bereits von den Reaktionen zu Rebirth profitiere.