Ein Meisterwerk, das nicht altert
Sechzehn Jahre nach seinem ersten Erscheinen feiert Polygon Fullmetal Alchemist als unvergessliches Abenteuer. Die Geschichte der Elric-Brüder fesselt mit einer Mischung aus Action, Drama und philosophischen Fragen.
- Edward und Alphonse suchen nach dem Stein der Weisen, um ihre Körper zurückzuerlangen
- Die Welt der Alchemie ist voller Regeln, Konsequenzen und moralischer Grauzonen
- Jeder Charakter, von Scar bis Major General Armstrong, trägt zur Tiefe der Erzählung bei
Der Manga von Hiromu Arakawa erschien von 2001 bis 2010 in Shōnen Gangan. Die erste Anime-Adaption durch Studio Bones lief 2003 und wich später von der Vorlage ab. 2009 folgte Fullmetal Alchemist: Brotherhood, eine werkgetreue Umsetzung, die die gesamte Handlung abdeckt.
Beide Anime-Serien wurden in über 40 Ländern ausgestrahlt. Die deutsche Synchronisation entstand bei der Münchner Firma M.E. Works unter der Regie von Marcel Mann. Sprecher wie Robin Kahnmeyer (Edward) und Tim Kreuer (Alphonse) prägten eine Generation von Zuschauern.
Was die Serie so besonders macht
Laut Polygon reißt uns Fullmetal Alchemist mit einem "unforgettably special adventure" von den Füßen. Das liegt an der konsequenten Charakterentwicklung und der durchdachten Handlung.
- Keine unnötigen Füller: Jede Episode treibt die Geschichte voran
- Der Umgang mit schweren Themen wie Tod, Verlust und Krieg ist ernst, aber nie reißerisch
- Die Alchemie als Metapher für Wissenschaft, Ethik und menschliche Hybris funktioniert perfekt
Der Manga verkaufte sich weltweit über 80 Millionen Mal und gehört damit zu den erfolgreichsten Titeln des Magazins. Die Serie gewann 2011 den Kōdansha-Manga-Preis in der Kategorie Shōnen. Arakawa recherchierte für die Alchemie-Darstellung unter anderem historische Abhandlungen von Paracelsus.
Jede der 64 Brotherhood-Folgen erhielt im japanischen Fernsehen Einschaltquoten zwischen 4 und 6 Prozent. In den USA strahlte Adult Swim die Serie von 2010 bis 2012 aus, was die internationale Bekanntheit massiv steigerte.
Die Videospiele zur Serie
Auch die interaktiven Ableger versuchen, den Charme der Vorlage einzufangen. Titel wie Fullmetal Alchemist: The Girl Who Succeeds God oder die Brotherhood-Spiele für PSP und Nintendo DS bieten eigene Geschichten und Kämpfe.
- Die Kampfsysteme nutzen oft alchemistische Kombinationen
- Fans schätzen die Möglichkeit, die Welt selbst zu erkunden
- Leider bleiben viele Spiele im Westen Nischenprodukte, obwohl sie denselben Geist atmen
Der erste Ableger Fullmetal Alchemist: The Broken Angel erschien 2004 für die PS2 und verkaufte sich nur rund 50.000 Mal in den USA. Die japanischen Versionen schnitten besser ab: Fullmetal Alchemist 2: The Curse of the Crimson Elixir erreichte 2005 über 100.000 Einheiten. Entwickler Square Enix lizenzierte die Marke an verschiedene Studios wie Bandai und Racjin, keines der Spiele erreichte die Qualität der Vorlage.
2017 erschien mit Fullmetal Alchemist Mobile ein Smartphone-RPG für den japanischen Markt, das 2021 eingestellt wurde. Ein geplantes Konsolen-Rollenspiel zu Brotherhood wurde nie angekündigt.
Die Macher: Studio Bones
Studio Bones wurde 1998 von ehemaligen Sunrise-Mitarbeitern gegründet, darunter Masahiko Minami und Hiroshi Ōsaka. Vor Fullmetal Alchemist produzierte das Studio Serien wie Cowboy Bebop: The Movie (2001) und RahXephon (2002). Der Durchbruch gelang 2003 mit der ersten Fullmetal Alchemist-Adaption.
Die Produktion von Brotherhood lief parallel zu Bones’ Arbeiten an Soul Eater (2008) und Darker than Black (2006). Regisseur Yasuhiro Irie hatte zuvor nur an Nebenepisoden von Eureka Seven gearbeitet, ein Risiko, das sich auszahlte. Das Budget betrug pro Episode rund 25 Millionen Yen, etwa 200.000 Euro.
Bones setzte auf aufwändige 2D-Animation mit digitalen Effekten für die Alchemie-Kreise. Die Kämpfe wurden von Key-Animatoren wie Yutaka Nakamura getaktet, der später an My Hero Academia mitwirkte. Der Soundtrack stammt von Akira Senju, der zuvor Tenshi no Tamago vertont hatte.
Kommerzieller Erfolg und Vermächtnis
Bis 2023 spielte das Fullmetal Alchemist-Franchise über eine Milliarde US-Dollar ein, Manga, Anime, Filme, Spiele und Merchandise zusammengenommen. Der Realfilm von 2017, produziert von Warner Bros., spielte in Japan rund 850 Millionen Yen ein, blieb im Westen aber weitgehend unbeachtet.
Der Manga allein generierte in Japan über 50 Millionen verkaufte Exemplare. In Deutschland brachte Egmont Manga die Bände seit 2005 heraus, später auch eine Gesamtausgabe. Die Anime-DVDs wurden von Kaze (heute Crunchyroll) vermarktet und verkauften sich in der ersten Woche oft über 10.000 Einheiten.
Vergleichbare Serien wie Hunter x Hunter (1998) oder Fairy Tail (2006) erreichten ähnliche Verkaufszahlen, aber keine so konstante Kritikerwertung. Fullmetal Alchemist: Brotherhood führt bis heute die IMDb-Rangliste der bestbewerteten Anime-Serien an mit einem Score von 9,1.
Ein Blick auf die aktuellen Diskussionen zeigt: Fullmetal Alchemist ist mehr als ein Klassiker, es ist ein lebendiges Werk, das weiterhin inspiriert. Die Alchemie dieser Geschichte funktioniert auch heute noch.