Endlich ein ernstzunehmender Herausforderer
Seit Jahren dominiert EA Sports FC (ehemals FIFA) den virtuellen Rasen, und ließ kaum Platz für Konkurrenz. Doch mit Goals betritt ein Free-to-Play-Titel den Platz, der nicht bloß „auch irgendwie Fußball" spielt.
Laut Polygon liefert der Titel den besten Gegenentwurf zum Branchenriesen. Authentizität? Fehlt etwas. Gameplay? Macht richtig Laune.
Wer steckt hinter Goals?
Entwickelt wird Goals vom schwedischen Studio Goals AB, gegründet 2021 von ehemaligen DICE- und King-Mitarbeitern. Gründer Andreas Thorstensson war Lead Producer bei Battlefield 4, CTO Jakub Kostecki baute die Netzwerktechnik für Candy Crush. Das Team umfasst rund 80 Leute.
In einer Serie-A-Runde 2022 sammelte das Studio 20 Millionen US-Dollar von Northzone und anderen Investoren. Ein Teil des Geldes floss in eine eigene Latenz-optimierte Netcode-Architektur, die Matches mit unter 30 ms Verzögerung ermöglicht.
Was Goals anders macht
- Keine Kaufgebühr, wirklich kostenlos, kein Abo-Modell, keine versteckten Paywalls für das Kernspiel.
- Fokussiertes Arcade-Feeling, schneller, direkter, weniger Simulation als EA Sports FC. Erinnert an die alten FIFA-Teile vor der Ultimate-Team-Überflutung.
- Flottes Matchmaking, kurze Ladezeiten, schnelle Matches. Perfekt für eine Runde zwischendurch.
Die Grafik basiert auf Unreal Engine 5, läuft aber selbst auf älterer Hardware flüssig. In der Closed Beta 2024 verzeichnete das Spiel über 150.000 Anmeldungen, die Server hielten ohne Ausfälle.
Der fehlende Lizenzkosmos
Wer echte Stadien, echte Trikots und die Champions League sucht, wird bei Goals nicht fündig. Die Teams heißen „FC Alpha", „City Reds" und so weiter. Keine offiziellen Ligen, keine Superstars mit Namen und Konterfei.
Das stört nur dann, wenn man auf Authentizität pocht. Wer einfach nur zwei Teams kicken sehen will, bekommt hier ein rundes Erlebnis, ohne dass der Geldbeutel leidet.
Branchenkontext: Free-to-Play-Fußball 2024
Goals tritt gegen zwei andere Gratis-Konkurrenten an: eFootball von Konami (ehemals Pro Evolution Soccer) und UFL von Strikerz Inc. eFootball startete 2021 mit einem katastrophalen Launch, zählt auf Steam selten mehr als 5.000 gleichzeitige Spieler. UFL sammelte 20 Millionen Euro ein und positioniert sich als realistischere Simulation, ist aber noch in der Beta.
Keiner der drei Titel hat eine nennenswerte Spielerbasis gegenüber EA Sports FC erreicht. Goals setzt bewusst auf Arcade-Rasanz, um eine Nische zu besetzen, ähnlich wie Rocket League es für Autofußball tat.
Warum es trotzdem der beste Konkurrent ist
EA Sports FC wirkt seit Jahren aufgebläht: Ultimate Team, Season Pässe, Battle Passes, ständige Mikrotransaktionen. Goals geht den umgekehrten Weg, reduziert auf das Wesentliche: Passen, Dribbeln, Tore schießen.
Das Spielgefühl erinnert an die frühen 2000er, als Fußballspiele noch pure Spielfreude waren. Keine animierten Cutscenes von Spieler-Lockdowns, keine übertriebene Dramatik. Einfach nur Fußball.
Konkrete Zahlen zur Marktsituation
EA Sports FC 24 verkaufte sich im ersten Monat über 11 Millionen Mal, bei Vollpreis von 70 Euro plus Mikrotransaktionen. Goals generiert Einnahmen ausschließlich über kosmetische Skins, Monatsumsätze sind nicht veröffentlicht. Branchenanalysten schätzen, dass Free-to-Play-Fußballspiele 2023 weniger als 2% des Umsatzes von EA Sports FC ausmachten.
Goals ist kein perfektes Spiel. Es fehlen Lizenzen, Tiefe und der Glanz der großen Produktion. Aber es ist ehrlich, schnell und macht süchtig, und das völlig kostenlos.