Hacker kapert Port, was ist passiert?
Ein Hacker hat nach einem Bericht von Destructoid die Kontrolle über den PS5-Port von Call of Duty: Black Ops 2 übernommen. Die genaue Angriffsmethode ist unbekannt, doch seit dem Vorfall im Juni 2024 meiden viele Spieler den Mehrspieler-Modus aus Sorge vor Manipulationen. Foren wie Reddit und X (Twitter) sind voller Warnungen, das Matchmaking nicht zu nutzen.
Der Vorfall betrifft die über Abwärtskompatibilität lauffähige PS4-Version auf der PS5. Ein offizielles Statement von Activision oder Treyarch liegt bis heute nicht vor.
Hintergrund: Treyarch und die Black-Ops-Reihe
Treyarch, gegründet 1996, entwickelte zunächst Spider-Man- und Tony-Hawk-Titel, bevor das Studio ab 2005 exklusiv an Call of Duty arbeitete. Black Ops 2 erschien 2012 für PS3, Xbox 360 und PC, es verkaufte sich über 24 Millionen Mal und war das meistverkaufte Spiel des Jahres in den USA.
Der Titel führte das Pick-10-System für die Ausrüstung ein und spielte in einer nahen Zukunft mit Drohnen und Cyborgs. Es ist der dritte CoD-Titel von Treyarch nach Call of Duty 3 und World at War. Die Black-Ops-Reihe umfasst insgesamt sechs Hauptableger: Black Ops (2010, 30 Mio. Verkäufe), Black Ops 2, Black Ops 3 (2015, 26 Mio.), Black Ops 4 (2018, 18 Mio.) und Black Ops Cold War (2020). Ein Remaster von Black Ops 2 gibt es nicht, die PS5-Version ist lediglich die originale PS4-Fassung im Rückwärtskompatibilitätsmodus.
Auswirkungen auf das Spielerlebnis
- Wer eine Online-Lobby betritt, riskiert, auf den Hacker zu stoßen. Betroffene berichten von manipulierten Matches mit unendlicher Munition, unsichtbaren Gegnern und erzwungenen Abstürzen.
- Bislang liegen keine Berichte über kompromittierte Konsolen vor, aber die Community befürchtet Sicherheitslücken im Netcode, die Remote-Ausführung von Code ermöglichen könnten.
- Die Stimmung ist angespannt: Viele Spieler kehren zu älteren Plattformen wie der Xbox 360 oder zu inoffiziellen PC-Clients (z.B. Plutonium) zurück, die regelmäßig Patches erhalten.
Einordnung: Angriffe auf alte Call-of-Duty-Titel
Hackerangriffe auf ältere CoD-Titel sind kein Einzelfall. 2023 entdeckte ein Sicherheitsforscher eine Remote-Code-Execution-Lücke (RCE) in Black Ops 2 auf dem PC, die es Angreifern erlaubte, komplette Systeme zu übernehmen. Die Community entwickelte daraufhin den Client Plutonium, der die Schwachstelle schließt und einen eigenen Multiplayer-Modus anbietet.
Auf Konsolen waren solche Angriffe seltener, da geschlossene Systeme wie die PS5 theoretisch weniger Angriffsfläche bieten. Dennoch gab es in der Vergangenheit DDoS-Attacken auf die Server von Modern Warfare 2 (2009) und Black Ops 1, oft durch jailbreakte Konsolen oder manipulierte Lobbys. Activision hat für viele dieser Titel die offiziellen Server abgeschaltet und setzt auf Peer-to-Peer-Verbindungen, was Manipulationen erleichtert. Der aktuelle Vorfall deutet auf eine Sicherheitslücke im Matchmaking-Code hin, der bei der Portierung nicht aktualisiert wurde.
Was bedeutet das für Besitzer des Ports?
Bis zur Klärung der Lage empfiehlt die Community: keine öffentlichen Online-Partien starten. Wer nicht riskieren möchte, dem Hacker zu begegnen, sollte lokal oder im privaten Lobby-Modus mit vertrauten Freunden spielen. Einige Spieler berichten, dass selbst private Lobbys unsicher sein können, da der Hacker offenbar Zugriff auf die gesamte Matchmaking-Infrastruktur hat.
Activision hat sich zu früheren Sicherheitslücken in alten CoD-Titeln oft nicht geäußert. Statt Patches folgte meist die Einstellung des Supports. Ein Anzeichen dafür, dass der PS5-Port von Black Ops 2 möglicherweise nie wieder sicher online spielbar sein wird, es sei denn, die Community findet einen Workaround oder der Hacker verliert das Interesse.