id Software spricht Klartext
Nach den jüngsten Massenentlassungen bei Xbox hat sich id Software offiziell geäußert. Das legendäre Studio hinter Doom, Quake und Wolfenstein verlor dabei etwa die Hälfte seiner Belegschaft.
Statement: Zurück zur Größe von 2016
In einer Mitteilung erklärt id Software, man sei nun wieder so groß wie zur Entwicklung von Doom aus dem Jahr 2016. Ein radikaler Schnitt, der das Team auf jene Stärke reduziert, mit der damals ein Genre-Meilenstein gelang.
Was genau passiert ist
- Die Entlassungen sind Teil eines größeren Sparprogramms bei Microsoft Gaming.
- id Software betont, weiterhin an Projekten zu arbeiten, nennt aber keine konkreten Titel.
- Das Team konzentriert sich auf Kernaufgaben, ohne Ausschweifungen.
Studio-Historie: Vom Garagenprojekt zur Shooter-Legende
id Software wurde 1991 von John Carmack, John Romero, Adrian Carmack und Tom Hall gegründet. Ihr erster großer Erfolg war Wolfenstein 3D (1992), der als Urvater des Ego-Shooter-Genres gilt. Mit Doom (1993) setzte das Studio den Maßstab für rasante Action, Netzwerk-Multiplayer und modding-freundliche Technik. Quake (1996) vollzog den Sprung in echte 3D-Welten. Nach dem Weggang mehrerer Gründer in den späten 1990ern stabilisierte sich id unter Bethesda-Mutter Zenimax. 2021 übernahm Microsoft den gesamten Bethesda-Konzern für 7,5 Milliarden Dollar. Seitdem gehört id Software zur Xbox Game Studios-Familie.
Doom-Franchise: Verkaufszahlen und Entwicklung
Die Doom-Reihe hat insgesamt über 50 Millionen Einheiten verkauft. Der Neustart von 2016, entwickelt mit der id Tech 6-Engine, erzielte allein mehr als 10 Millionen Verkäufe. Doom Eternal (2020) setzte mit 3 Millionen Einheiten in den ersten drei Monaten einen Startrekord für das Franchise. Das Team für Doom 2016 bestand laut damaligen Berichten aus rund 100 Mitarbeitern. Für Doom Eternal wuchs es auf etwa 200 an. Die aktuelle Rückkehr auf die Größe von 2016 reduziert das Studio also grob auf die Hälfte seiner Belegschaft. Offizielle Personalzahlen nennt id Software nicht.
Die Doom-2016-Ära im Rückblick
Damals arbeitete id Software mit einem fokussierten Team. Doom (2016) überzeugte mit rasantem Gameplay, einer perfekt austarierten Waffenliste und einem Soundtrack, der unter die Haut ging. Der Erfolg führte zu Wachstum, und nun zur Rückkehr auf diese Größe.
Branchenkontext: Microsofts Sparprogramm trifft Kernteams
Die Entlassungen bei id Software sind Teil einer Welle, die Xbox seit Anfang 2024 durchzieht. Damals strich Microsoft 1900 Stellen bei Activision Blizzard und Xbox, im Mai 2024 folgten etwa 600 weitere Kündigungen bei Bethesda-Studios. Betroffen waren unter anderem Arkane Austin (geschlossen), Tango Gameworks (geschlossen) und Alpha Dog Games (geschlossen). id Software blieb bestehen, musste aber Personal abgeben. Im Vergleich: 343 Industries, verantwortlich für Halo, wurde 2023 massiv verkleinert und in Halo Studios umbenannt. The Coalition, bekannt für Gears of War, verlor ebenfalls Mitarbeiter. Der Trend zeigt, dass Microsoft ehemals eigenständige Studios auf Effizienz trimmt, während parallel Studios wie Obsidian oder Playground Games unverändert arbeiten.
Was das für die Zukunft bedeutet
- Die verkleinerte Mannschaft könnte längere Entwicklungszeiten oder kleinere Projekte bedeuten.
- Die Branche reagiert verhalten, denn id Softwares Ruf steht für Qualität, nicht für Quantität.
- Ob der Personalabbau zu alter Stärke führt oder eine Zäsur darstellt, zeigt sich erst in den nächsten Jahren.
Ein gutes Omen?
Die aktuelle Teamgröße entspricht exakt jener, mit der vor zehn Jahren ein Meisterwerk entstand. Ein gutes Omen, aber keine Garantie für den nächsten Shooter-Hit.
Konkrete Daten: Was wir über die Projekte wissen
id Software bestätigte 2023 die Arbeit an einem neuen Spiel, das auf der id Tech 7-Engine läuft. Gerüchte nennen einen Titel namens Doom: The Dark Ages, angesiedelt als Prequel zu Doom 2016, möglicherweise mit mittelalterlichem Setting. Microsoft hat das Projekt nicht offiziell angekündigt. Der Publisher reagierte auf die Entlassungen mit der Aussage, id Software bleibe ein Kernstudio für Shooter. Gleichzeitig läuft Doom Eternal weiter mit Verkäufen und dem PvP-Modus Battlemode. Ein Release des nächsten Doom-Teils wird frühestens 2025 erwartet.