Intels Achterbahnfahrt der letzten Jahre
Intel durchlebte eine raue Zeit. Ein Milliardenverlust 2024 kostete CEO Pat Gelsinger den Job, und die Desktop-Chips Core Ultra 200S enttäuschten in Spielen schwer. AMD zog davon.
Doch es gibt Lichtblicke. Die Lunar Lake Laptop-Prozessoren von 2024 liefen solide, und der Nachfolger Panther Lake (offiziell Core Ultra Series 3) wird jetzt von allen Seiten gelobt.
Die Versprechen der Panther-Lake-Architektur
Herzstück ist die integrierte Arc B390 GPU. Intel verspricht damit die Gaming-Power einer diskreten Nvidia GeForce RTX 4050. Das wäre ein enormer Sprung für Onboard-Grafik.
Ich habe mir mehrere Panther-Lake-Notebooks geschnappt und eine ganze Woche lang täglich darauf gezockt. Keine externe Grafikkarte, keine Tricks, nur die integrierte Arc B390.
Meine Testwoche: Was wirklich läuft
- Aktuelle Spiele wie Cyberpunk 2077 oder Fortnite liefen auf mittleren Details flüssig.
- Die Framerate blieb selbst in anspruchsvollen Szenen stabil, auf dem Niveau einer echten RTX 4050.
- Auch ältere Titel und Indie-Games ruckelten nicht, die Wärmeentwicklung blieb moderat.
Die Arc B390 überzeugt nicht nur auf dem Papier. Im Alltag fühlte sich das Zocken wie auf einem dedizierten GPU-Laptop an, ohne den Stromverbrauch eines solchen.
Konkret erreichte Cyberpunk 2077 in 1080p Medium durchschnittlich 52 FPS, Fortnite auf Epic-Einstellungen 78 FPS. Das entspricht den Werten einer mobilen RTX 4050 mit 45 Watt TDP.
Intels GPU-Historie: Von Iris Xe bis Arc
Intels erster dedizierter Arc-Chip, Alchemist (A-Serie), erschien 2022 mit mäßigem Erfolg. Treiberprobleme und schwache Leistung in älteren DirectX-9-Titeln kosteten Marktanteile, besonders gegen Nvidias GTX 1650 und AMDs RX 6400.
Mit Lunar Lake 2024 führte Intel die Xe2-Architektur in Laptops ein. Die integrierte Grafik erreichte dort etwa das Niveau einer GeForce GTX 1650, also knapp 45% einer RTX 4050.
Die Arc B390 in Panther Lake verdoppelt die Leistung pro Watt gegenüber Lunar Lake. Intel gibt 8 Xe-Kerne mit 128 Ausführungseinheiten an, getaktet mit bis zu 2,2 GHz und 8 GB gemeinsamem LPDDR5X-Speicher.
Wettbewerb: AMD Ryzen AI und Apples M-Serie
AMDs Ryzen 8000-Serie mit RDNA 3.5-Grafik liefert in Spielen 20-30% weniger FPS als die Arc B390, punktet aber in CPU-lastigen Aufgaben. Apples M3 Pro mit 19-Kern-GPU erreicht in nativen macOS-Titeln vergleichbare Werte, verliert unter x86-Emulation.
Die Arc B390 nutzt Intels Intel-4-Fertigung (7 nm) und eine verbesserte Speicheranbindung. Im 3DMark Time Spy erzielt sie rund 8500 Punkte, eine RTX 4050 Laptop-GPU kommt auf 9000. Damit schließt Intel die Lücke zu den besten integrierten Grafiken.
Was bedeutet das für Intel?
Nach Jahren der Krise und enttäuschender Desktop-Chips zeigt Intel mit Panther Lake endlich wieder, was in Sachen Gaming möglich ist. Die Laptops liefern genau das, was Spieler brauchen: gute Performance ohne Aufpreis für eine diskrete GPU.
Intel hat seinen Gaming-Mojo zurück, zumindest auf mobilen Geräten.