Ein viraler Waschbär erobert Azeroth
Jimothy, der kurzhalsige Waschbär aus Seattle, hat das Internet im Sturm erobert. Sein unverkennbares Aussehen, ein verkürzter Rumpf und Hals, der ihn wie einen Goblin unter den Waschbären aussehen lässt, machte ihn zur lokalen Berühmtheit.
Nun zieht es den kleinen Kerl nach Azeroth. Blizzard kündigte an, dass Jimothy als erwerbbares Begleittier in den kommenden Patch 12.1 „Curse of Ula'tek“ Einzug hält. Die Reaktion auf einen ersten Mock-up war laut Blizzard „überwältigend“, die Community wollte Jimothy unbedingt im Spiel sehen.
Integration von Internet-Phänomenen bei Blizzard
Blizzard hat eine lange Tradition, virale Inhalte in World of Warcraft zu integrieren. 2006 führte der „Leeroy Jenkins“-Ruf als Achievement ein, ein direkter Verweis auf das gleichnamige YouTube-Video. 2010 erschien der Boss „Hogger“ in einer überarbeiteten Form als Hommage an einen Hacker, der den Charakter populär gemacht hatte. Jimothy wäre der erste Begleiter, der auf einem realen, viralen Tier basiert.
Seit dem Start von World of Warcraft im Jahr 2004 sind über 1.000 Begleiter sammelbar. Der „Kurzhals-Waschbär“ wird laut Blizzard kein Shop-Pet, sondern über eine Quest oder Errungenschaft freigeschaltet, ähnlich wie „Lil‘ Ragnaros“ aus dem Ragnaros-Event (2010) oder der „Pandaren Monk“ aus der Collector‘s Edition. Die Entwicklung von Jimothy dauerte laut Blizzard „nur wenige Wochen“, was auf einen ungewöhnlich schnellen Produktionsprozess hindeutet. Normalerweise durchlaufen Pets mehrere Monate Testing.
Was ist Jimothy?
- Ein echter Star: Seattle-Bewohner teilen seit Wochen Videos und Bilder des Waschbären mit einer seltenen Wirbelsäulenfehlbildung.
- Kein gewöhnliches Pet: Blizzard betont, dass Jimothy „schnell reingequetscht“ wurde, eine funktionale Version des Kryptids, die nun getestet wird.
- Spielerisch erwerbbar: Wie genau man Jimothy freischaltet, verriet Blizzard noch nicht. Fest steht: Er soll ein erwerbbarer Begleiter sein, nicht etwa ein Shop-Pet.
Blizzard erklärte, dass Jimothy derzeit auf visuelle und funktionale Effekte getestet wird. Ziel ist die Veröffentlichung mit Patch 12.1, allerdings könne sich das wie bei allen In-Development-Inhalten noch verschieben.
Jimothy und das Wohnsystem
Der Patch 12.1 bringt nicht nur den Waschbären, sondern auch ein neues Housing-Feature: Spieler können künftig bis zu zehn Begleiter im Haus und fünf draußen platzieren.
- Ein neues Möbelstück, das Haustierbett, erlaubt es, ein Pet zuzuweisen.
- Drinnen können Tiere entweder stationär bleiben oder herumlaufen.
- Draußen sind sie nur stationär nutzbar.
- Ob Jimothy mit dem System kompatibel ist? Blizzard hat es nicht explizit bestätigt, aber alle Zeichen deuten darauf hin.
Mehr als nur ein Pet: Patch 12.1
Der „Curse of Ula'tek“-Update steckt voller neuer Inhalte:
- Eine neue Zone, ein Schlachtzug, ein Dungeon und neue Delves
- Housing-Blaupausen und Integration von Discord und Gildenchat
- Verbesserungen am Ping-System und Cooldown-Manager
- Ein geleakter Epilog soll angeblich die wahren Pläne der Schurkin Xal'atath enthüllen
Housing-Systeme im MMO-Vergleich
Das geplante Housing-Feature ist kein Novum. Final Fantasy XIV bietet seit Patch 2.1 (2013) bebaubare Grundstücke, die bis zu 20 Haustiere gleichzeitig in Innenräumen erlauben. WildStar (2014) führte Housing mit frei platzierbaren Möbeln und Terraforming ein, später als Referenz für andere Spiele genutzt. World of Warcraft hatte bislang nur Gildenburgen und die limitierte Garnison aus „Warlords of Draenor“ (2014).
Mit Patch 12.1 führt Blizzard erstmals persönliches Spieler-Housing ein. Die Beschränkung auf 10 Begleiter innen und 5 außen ist konservativ gemessen an Konkurrenztiteln. Jimothy wäre eines der ersten Pets, das speziell für die Interaktion mit dem Haustierbett optimiert wird, ähnlich wie der „Corgi“ in Guild Wars 2 (2012), der auf einem Teppich schlafen kann.
Patch 12.1 ist der erste große Content-Patch nach der Erweiterung „The War Within“ (2024). Er setzt die Story um Xal‘atath fort. Die Integration von Discord und Gildenchat deutet auf eine stärkere soziale Anbindung hin, die Blizzard bereits in „Dragonflight“ (2022) mit dem Ping-System ausbaute.
Ein genaues Releasedatum für Patch 12.1 steht noch aus, er wird in den nächsten Wochen erwartet. Jimothy könnte also schon bald die Herzen von Azeroths Helden erobern.