Plagiatsvorwurf erschüttert das John-Wick-Universum
Eine neue Klage sorgt für Wirbel: Die Macher von John Wick sollen angeblich die Handlung der Filmreihe nicht selbst entwickelt, sondern schlichtweg geklaut haben. Der Vorwurf: Plagiat in Millionenhöhe.
Die Quelle der Meldung ist PCGames, die sich auf eine Zusammenfassung bezieht. Konkrete Namen der Kläger oder Details zur angeblich kopierten Vorlage sind bisher nicht öffentlich.
Das John-Wick-Franchise im Überblick
Die Filmreihe startete 2014 mit John Wick und spielte weltweit rund 86 Millionen Dollar bei einem Budget von 20 Millionen ein. Der zweite Teil folgte 2017 mit 171 Millionen Dollar, der dritte Parabellum (2019) mit 327 Millionen Dollar und Chapter 4 (2023) mit über 440 Millionen Dollar. Insgesamt liegt das Einspielergebnis bei über einer Milliarde Dollar.
- Lionsgate produzierte die Reihe, das Studio hatte zuvor Action-Franchises wie The Expendables und Saw aufgebaut.
- Regisseur Chad Stahelski arbeitete vorher als Stuntman und Zweitregisseur an The Matrix und 300.
- Die Spieleadaptionen stammen von unterschiedlichen Entwicklern: John Wick Chronicles (VR, 2017) von Starbreeze Studios (bekannt für Payday 2), John Wick Hex (2019) von Bithell Games (Indie-Hit Thomas Was Alone) und das mobile John Wick: The Impossible Task (2019). Alle nutzen die Filmhandlung als Lizenzgrundlage.
Plagiatsklagen in der Filmbranche
Die Klage gegen John Wick reiht sich in eine lange Liste von Urheberrechtsstreitigkeiten in Hollywood. Beispiele: Die Verfilmung von Die Tribute von Panem wurde 2013 verklagt, weil die Handlung an ein japanisches Roman erinnere, der Fall wurde abgewiesen. Avatar von James Cameron sah sich 2015 einer Klage gegenüber, die Parallelen zu einem Science-Fiction-Drehbuch behauptete; Cameron gewann vor Gericht. In den meisten Fällen scheitern solche Klagen, da grundlegende Plot-Ideen („der einsame Rächer“) nicht geschützt sind. Relevant sind konkrete Figuren, Dialoge und Szenenabfolgen.
Lionsgate selbst war bereits Ziel einer Plagiatsklage: 2021 verklagte ein Drehbuchautor das Studio wegen des Films Knives Out, die Klage wurde später fallengelassen. Ein Erfolg der aktuellen Klage wäre ungewöhnlich, denn die John-Wick-Handlung basiert auf der osteuropäischen Sagenfigur des Baba Yaga. Der Kläger müsste nachweisen, dass spezifische Umsetzungen (Keanu Reeves als Tierliebhaber, die Goldmünzen, die Unterwelt der Auftragskiller) exakt aus seiner Vorlage stammen. Die Beweislast liegt bei ihm.
Was genau wird behauptet?
- Die zentrale Handlung von John Wick, der Profikiller, der aus dem Ruhestand zurückkehrt, soll nicht originell sein.
- Der Kläger fordert Schadensersatz in Millionenhöhe für die angeblich unrechtmäßige Nutzung seines geistigen Eigentums.
- Es gibt keine offizielle Bestätigung von Lionsgate, dem Studio hinter der Reihe, oder von Regisseur Chad Stahelski.
Ob die Klage auch die existierenden John-Wick-Spiele (wie John Wick Hex oder John Wick Chronicles) betrifft, ist unklar. Die Spiele basieren auf der Filmhandlung, ein Erfolg der Klage könnte also weitreichende Folgen haben.
Ein Gerücht, das man ernst nehmen muss
Da es derzeit kein Statement der Beteiligten gibt, bleibt die Lage undurchsichtig. Die Anwälte des Klägers haben laut der Zusammenfassung lediglich die Klage eingereicht, mehr ist nicht bekannt.
Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, stünde nicht nur ein milliardenschweres Film-Franchise infrage. Auch die Spiele-Adaptionen wären rechtlich angreifbar. Bis zur Klärung heißt es: abwarten, aber nicht vergessen.
Mögliche Folgen für die Spieleindustrie
Sollte ein Gericht die Klage anerkennen, müsste Lionsgate nicht nur Schadensersatz zahlen, sondern auch die Rechte an der Handlung neu verhandeln. Die bestehenden Spielelizenzen wären betroffen: Starbreeze und Bithell Games müssten möglicherweise Verkaufsstopps hinnehmen oder nachträglich Lizenzgebühren zahlen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich 2020, als Epic Games wegen eines Tanz-Emotes in Fortnite verklagt wurde und einen Vergleich schloss (das Emote wurde entfernt).
Für künftige John-Wick-Spiele wäre die Situation komplizierter. Bisher unbestätigte Projekte wie ein John Wick: Chapter 4-Spiel könnten auf Eis gelegt werden. Die Spiel-Engine und das Leveldesign wären nicht betroffen, wohl aber die Story und Dialoge. Ein Neuaufsetzen der Handlung wäre möglich, würde aber die Erwartungen der Fans enttäuschen.