30 Jahre übersehenes Detail
Die Dinosaurier sind nicht die einzigen, die in Jurassic Park Überraschungen bereithalten. Ein kürzlich von Polygon aufgegriffener Fakt zeigt: Die Figuren Gerry Harding und Sarah Harding sind Vater und Tochter.
Gerry Harding, der Tierarzt aus dem ersten Film, ist der Vater von Sarah Harding, der Verhaltensforscherin aus The Lost World: Jurassic Park. Unfassbar, aber wahr: Dieses Detail wurde von den Machern nie betont.
Warum das wichtig ist
Für Fans ergibt sich daraus ein völlig neues Bild der Handlung von The Lost World.
- Sarah Hardings Motivation, die Dinosaurier zu schützen, bekommt eine persönliche Note.
- Ihr Wissen über die Tiere könnte vom Vater stammen, der im ersten Film die Raptoren versorgte.
- Auch die Besessenheit von Ingen (jetzt InGen) von der Familie Harding macht mehr Sinn.
Die Filme selbst erwähnen die Verbindung nie direkt. Weder Ian Malcolm noch Roland Tembo sprechen das Verhältnis an. Ein klassischer Fall von Show, don’t tell im Hintergrund.
Keine offizielle Bestätigung
Bislang gibt es kein Statement der Macher zu dieser Interpretation. Die Theorie stützt sich allein auf den gemeinsamen Nachnamen und die übereinstimmenden Berufsfelder.
Doch die Beweislage ist stark: In Michael Crichtons Romanvorlage zu The Lost World ist Sarah Hardings voller Name Dr. Sarah Harding. Ihr Vater taucht dort nicht auf, die Filmversion schrieb die Figur um. Gerry Harding selbst hat in Jurassic Park nur eine kurze Szene, in der er einen sedierten Dilophosaurus behandelt.
Produktionshistorischer Kontext
Jurassic Park wurde 1993 von Universal Pictures und Amblin Entertainment produziert. Das Budget betrug 63 Millionen US-Dollar, die weltweiten Einnahmen erreichten 1,058 Milliarden. The Lost World folgte 1997 mit 73 Millionen Budget und 618 Millionen Einspiel. Beide Filme inszenierte Steven Spielberg, der in späteren Interviews sagte, er habe Hintergrunddetails oft bewusst vage gehalten.
Die Drehbücher stammen von David Koepp und Michael Crichton. Koepp schrieb auch Jurassic Park III und Jurassic World: Dominion. Er hat die Harding-Verbindung nie öffentlich kommentiert. Die Produzenten Kathleen Kennedy und Gerald R. Molen waren an beiden Filmen beteiligt.
Franchise-Zahlen und Fan-Kultur
Die sechs Filme der Reihe (1993–2022) spielten zusammen über 6 Milliarden Dollar ein. Der Tierarzt Gerry Harding erscheint in weniger als zwei Minuten Leinwandzeit. Sarah Harding ist in The Lost World die Hauptfigur mit rund 40 Minuten Screentime.
Fans auf Reddit und X trugen die Theorie seit 2015 zusammen. Vergleichbare verborgene Verbindungen gibt es in anderen Blockbuster-Franchises: In Star Wars wurde die Vaterschaft von Darth Vader erst in Das Imperium schlägt zurück enthüllt. Anders als dort fehlt hier jede Bestätigung durch Regisseur oder Autor.
Branchenkontext vergleichbarer Enthüllungen
In der Filmindustrie bleiben solche Familienverbindungen oft Jahre lang unkommentiert. Bei Indiana Jones bestätigte Spielberg erst 2008, dass Short Round aus Tempel des Todes ein Sohn von Indy sein sollte. Bei Jurassic Park fehlt bis heute eine Aussage von Drehbuchautor David Koepp oder den Darstellern.
Richard Attenborough (John Hammond) und Julianne Moore (Sarah Harding) sind nicht mehr am Leben. Jeff Goldblum (Ian Malcolm) erwähnte die Verbindung in keinem Interview. Die einzigen Hinweise sind der Nachname und die Berufswahl, beides kann Zufall sein.