Der Schatz im Kinderzimmer
Das Nintendo Entertainment System erschien 1983 in Japan unter dem Namen Famicom und erreichte 1986 den europäischen Markt. Die Hardware basierte auf dem Ricoh 2A03-Prozessor, der damals die Grundlage für ein bis heute geprägtes Geschäftsmodell legte.
Entwickler wie Konami, Capcom oder Square nutzten die strenge Lizenzpolitik von Nintendo, um ihre Marken zu etablieren. Viele der heute teuren Module waren damals bloße Lizenzware, die bei Kaufhausketten in Grabbelkisten landeten.
Was macht ein Spiel wertvoll?
Der Sammlerwert bemisst sich primär an der Differenz zwischen der ursprünglichen Produktionsmenge und der heute noch existierenden Anzahl an funktionstüchtigen Einheiten. Spiele, die kurz vor dem Ende des Lebenszyklus der Konsole erschienen, weisen oft geringere Stückzahlen auf.
- Die OVP (Originalverpackung) verdoppelt oder verdreifacht den Marktwert, da Papierverpackungen in Kinderhänden selten überlebten.
- Beschädigte Anleitungen oder fehlende Plastik-Inlays führen zu Abschlägen von 30 bis 50 Prozent bei Auktionshäusern.
- Professionelle Zertifizierungen durch Unternehmen wie WATA oder VGA bewerten den Erhaltungszustand auf einer Skala von 1 bis 10.
Historischer Kontext der NES-Software
Die Entwicklung des Bibliothekskatalogs verlief über das bekannte Nintendo Seal of Quality, das 1989 eingeführt wurde. Dies war eine Reaktion auf die Flut an minderwertiger Software von Drittherstellern, die den Markt nach dem Crash von 1983 destabilisiert hatte.
- Nintendo finanzierte eigene interne Studios, die später unter dem Namen R&D1 und R&D2 bekannt wurden.
- Marken wie Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda erhielten durch die vertikale Integration von Hardware und Software eine Präsenz, die Konkurrenten wie Sega erst mit ihrem Master System kontern konnten.
- Ein Spiel wie Little Samson von Takeru blieb 1992 weitgehend unbeachtet, da der Fokus des Handels bereits auf dem Super Nintendo lag. Heute erzielen diese Exemplare Preise im vierstelligen Bereich, da die Auflage verschwindend gering blieb.
Marktdynamik und Seltenheiten
Die Wertsteigerung folgt oft dem Prinzip der nostalgischen Nachfrage durch Käufer, die in den späten 80ern das Zielpublikum bildeten. Spiele, die damals durch Schwierigkeit oder ungewöhnliche Konzepte auffielen, haben heute eine höhere Anziehungskraft.
- Stadium Events von Bandai gilt als eines der wertvollsten Module, da es wegen eines Fehlers in der Marketing-Strategie kaum in den Handel gelangte.
- The Flintstones: The Surprise at Dinosaur Peak ist ein weiteres Beispiel für ein Modul, das gegen Ende der NES-Ära veröffentlicht wurde. Da viele Läden den Platz für 16-Bit-Titel räumten, wurden nur wenige Einheiten ausgeliefert.
- Preise für „New Old Stock“-Exemplare erreichen auf Plattformen wie eBay oder bei spezialisierten Händlern regelmäßig Höchststände jenseits der 5.000-Dollar-Marke.
Ein Blick in den Keller lohnt sich
Wer alte Kisten sichtet, sollte auf die Seriennummern auf der Rückseite der Module achten. Diese geben Aufschluss über die Produktionsserie und etwaige Revisionen.
- Reinigt die Kontakte vorsichtig mit hochprozentigem Isopropanol, um die Funktionalität zu testen.
- Nutzt Datenbanken wie PriceCharting, um den aktuellen „Sold“-Preis statt des Wunschpreises zu prüfen.
- Unterscheidet zwischen Modulen mit „5-Screw“-Gehäuse (frühe Produktion) und späteren Versionen mit „3-Screw“-Gehäuse, da erstere bei Sammlern oft höher im Kurs stehen.
Der Zustand der Platine im Inneren bestimmt die langfristige Haltbarkeit, da Batterien in Modulen mit Speicherfunktion nach etwa 30 Jahren auslaufen können. Ein intaktes Spiel ohne Korrosion an den Kontakten behält seinen Sammlerwert dauerhaft.