Obsidian in rechtlichen Schwierigkeiten
Obsidian Entertainment, das Studio hinter Fallout: New Vegas und Avowed, sieht sich einer Sammelklage gegenüber. Eingereicht wurde sie wegen mutmaßlicher Verstöße gegen staatliche Lohn- und Arbeitszeitgesetze. Das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Was wird Obsidian vorgeworfen?
Die Klage, eine sogenannte Class Action, wirft Obsidian vor, gegen geltende Arbeitszeitregelungen verstoßen zu haben. Konkret sollen Angestellte nicht korrekt vergütet oder Überstunden nicht ausgezahlt worden sein.
- Die Quelle spricht von „state wage laws“, also Verstößen auf Bundesstaatsebene.
- Details zu den genauen Vorwürfen oder zur Höhe der Forderungen liegen derzeit nicht vor.
Die Klage wurde beim Superior Court of California eingereicht. Kalifornien hat strenge Arbeitszeitgesetze, darunter die Pflicht zu bezahlten Pausen („meal breaks“) und korrekter Überstundenvergütung. Ähnliche Sammelklagen gab es gegen Riot Games (100-Millionen-Dollar-Vergleich 2021) und Activision Blizzard.
Obsidians Antwort: Klare Abwehr
In einer Stellungnahme betont Obsidian: „Wir bestreiten jede einzelne Anschuldigung.“ Das Studio kündigte an, sich energisch gegen die Klage zur Wehr zu setzen.
- Ob es bereits zu einer Güteverhandlung oder ersten Anhörung kam, ist nicht bekannt.
- Der Rechtsstreit dürfte sich über Monate hinziehen.
Seit 2018 ist Obsidian Teil von Microsoft. Sollte das Studio verlieren, könnte der Fall Auswirkungen auf die Arbeitspolitik des gesamten Konzerns haben. Microsoft hat sich in der Vergangenheit bei Rechtsstreitigkeiten seiner Tochterfirmen häufig hinter die juristischen Teams gestellt.
Hintergrund: Ein renommiertes Studio
Obsidian ist bekannt für hochwertige Rollenspiele wie Pillars of Eternity und The Outer Worlds. Mit Avowed brachte das Team zuletzt ein Fantasy-RPG auf den Markt.
- Die Klage kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das Studio arbeitet nach eigenen Angaben an mehreren unangekündigten Projekten.
- Ein direkter Zusammenhang mit aktuellen oder vergangenen Titeln ist nicht bekannt.
Das Studio wurde 2003 von Feargus Urquhart und anderen ehemaligen Black Isle-Entwicklern gegründet. Black Isle hatte zuvor Klassiker wie Fallout 2 und Planescape: Torment produziert. Obsidians erster großer Hit war Star Wars: Knights of the Old Republic II (2004), gefolgt von Neverwinter Nights 2 (2006).
2010 erschien Fallout: New Vegas, das heute über 11 Millionen Exemplare verkauft hat und bei vielen Fans als bester Teil der Serie gilt. 2015 finanzierte Obsidian Pillars of Eternity per Kickstarter mit über 4 Millionen Dollar, ein Rekord für damalige Verhältnisse. Der Titel erreichte auf Metacritic einen Wert von 89.
Mit The Outer Worlds (2019) landete das Studio einen weiteren kommerziellen Erfolg: Über 4 Millionen verkaufte Einheiten. Das jüngste RPG Avowed, veröffentlicht im Februar 2025, kam auf einen Metacritic-Score von 80 und verkaufte sich nach Analystenschätzungen in den ersten zwei Wochen rund 1,5 Millionen Mal.
Obsidian arbeitet derzeit an mehreren unangekündigten Projekten, darunter mutmaßlich ein neues Rollenspiel im Fallout-Universum unter Microsofts Dach. Ein Zusammenhang der Klage mit konkreten Titeln ist bisher nicht bekannt.
Nächste Schritte
Ein Termin für eine erste Anhörung steht noch nicht fest. Obsidian hat angekündigt, die Vorwürfe inhaltlich zu bestreiten, mehr Details dürften erst im Laufe des Verfahrens bekannt werden.
Branchenweit sind Lohnklagen keine Seltenheit. Die kalifornische Arbeitsschutzbehörde DLSE hat in den letzten Jahren Verfahren gegen Rockstar Games, Ubisoft und Electronic Arts geführt. Der Ausgang des Obsidian-Falls könnte Signalwirkung für andere unabhängige Studios unter Microsoft haben.