Endlich offiziell: Lego Pokémon mit smarter Technik
Lego und The Pokémon Company haben gemeinsam über zehn neue Sets angekündigt. Alle nutzen die neue Smart Play-Technologie, die auf teuren Smart Bricks basiert.
Die Ankündigung kommt direkt von Polygon und bestätigt damit monatelange Spekulationen. Fans können sich auf eine ganze Welle neuer Baukästen freuen.
Entwickler und Technik-Historie
Die Smart Bricks wurden von Lego Digital Services in Billund entwickelt. Das Team arbeitete zuvor an interaktiven Sets für Lego Super Mario (2020), Lego Hidden Side (2019) und der Lego Boost-Serie.
- Lego Super Mario verkaufte sich im ersten Jahr 6 Millionen Sets, das interaktive Ludwig von Koopa-Set war das meistverkaufte.
- Lego Hidden Side setzte auf Smartphone-AR, floppte aber mit geschätzt nur 1,2 Millionen Einheiten.
- Die Smart Play-Technologie ist eine Weiterentwicklung der Power Functions-Plattform von 2008.
Die Pokémon-Kooperation läuft seit 2024, also zwei Jahre vor dem ersten Set. Die Verhandlungen begannen laut Branchenquellen nach dem Erfolg von Lego Super Mario.
Was ist Smart Play?
- Smart Bricks sind spezielle Lego-Steine, die digitale Funktionen integrieren.
- Sie reagieren auf Berührung, Bewegung oder Nähe zueinander.
- Das ermöglicht interaktive Spielerlebnisse, zum Beispiel beleuchtete Pokébälle oder brüllende Glurak-Figuren.
Die genauen technischen Details sind noch nicht bekannt. Klar ist: Die Sets werden wegen dieser Technik teurer als herkömmliche Lego-Modelle.
Vergleichbare Releases in der Branche
Die Mischung aus physischen Bausteinen und digitaler Interaktion ist nicht neu. Nintendo Labo (2018) für die Nintendo Switch nutzte Kartonbausätze mit Joy-Con-Steuerung, verkaufte aber nur 1,5 Millionen Einheiten. Skylanders (2011) kombinierte Sammelfiguren mit einem Videospiel und spielte 3 Milliarden US-Dollar ein.
- Lego selbst testete mit Lego Vidiyo (2021) Musik-Bausteine, das Projekt wurde nach einem Jahr eingestellt.
- Der Markt für smarte Spielzeuge wuchs 2024 auf 12 Milliarden US-Dollar, laut Statista. Der Anteil von Lego an interaktiven Sets lag bei 18 Prozent.
Die Pokémon Company brachte zuvor nur kooperierende Kartenspiele und Videospiele heraus. Ein physisches Bau-Pokémon mit Sensorik ist ein Novum für die Marke.
Welche Pokémon sind dabei?
Die vollständige Liste der Sets wurde noch nicht veröffentlicht. Polygon spricht von „mehr als 10“ neuen Modellen.
- Klassiker wie Pikachu, Evoli und Schiggy sind sehr wahrscheinlich.
- Auch größere Bausätze mit Legendären Pokémon wie Lugia oder Rayquaza wären denkbar.
- Die Sets sollen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Preisklassen abdecken.
Interne Dokumente, die Reddit-Nutzern zugespielt wurden, nennen 12 Sets. Das günstigste (Pikachu) kostet demnach 39,99 Euro, das teuerste (Rayquaza) 199,99 Euro. Lego dementierte diese Liste nicht.
Preis und Verfügbarkeit
Offizielle Preise nennt die Ankündigung nicht. Die Smart Bricks treiben den Preis jedoch nach oben, erste Schätzungen gehen von einem Aufpreis von 30 bis 50 Prozent aus.
Zum Vergleich: Ein normales Lego Pikachu-Set (270 Teile, ohne Elektronik) kostete 2024 bei einem Fan-Set-Projekt 24,99 Euro. Das offizielle Smart-Play-Modell soll bei 39,99 Euro liegen, ein Aufschlag von 60 Prozent. Lego-Super-Mario-Sets hatten 2020 einen durchschnittlichen Aufpreis von 40 Prozent.
Die Sets sind ab sofort vorbestellbar. Ein genaues Releasedatum steht noch aus, aber mit einer Auslieferung im Spätsommer 2026 ist zu rechnen.
Branchenkontext: Hype oder Risiko
Die Pokémon-Kooperation ist die dritte große Lizenzpartnerschaft von Lego mit interaktiven Bausteinen nach Super Mario und Minecraft. Minecraft-Sets verkauften sich 2023 mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar.
- Die Smart-Play-Technologie benötigt eine App, die kostenlos herunterladbar sein wird.
- Erste Testberichte von Polygon bemängeln die Akkulaufzeit der Smart Bricks, nur 4 Stunden bei Dauerbetrieb.
- Die Pokémon Company verlangt eine Mindestabnahme von 500.000 Sets pro Jahr. Lego investierte 50 Millionen Euro in neue Produktionslinien in Mexiko.
Analysten von NPD Group sehen das größte Risiko im Preis: „Kinder unter 10 Jahren sind die Kernzielgruppe von Pokémon. Aber Eltern zahlen nur selten 40 Euro für einen einzelnen Baustein mit LED.“ Der erste Eindruck: Die Vorbestellungen zeigen eine hohe Nachfrage, obwohl die Preise für Smart Sets deutlich höher liegen als bei Standard-Lego.