Neue Richtung für MAPPA
Das Studio MAPPA, bekannt für knallharte Action wie „Jujutsu Kaisen“ oder „Attack on Titan“, legt mit „Jimoto Saiko“ eine Serie vor, die auf den ersten Blick kaum ins Portfolio passt.
Der Ton ist süß, fast kindlich, doch darunter brodelt ein unberechenbarer, fast anarchischer Humor. Polygon nennt den Anime „gleichzeitig niedlich und durchgeknallt“.
- Die Handlung spielt in einer ländlichen japanischen Kleinstadt
- Protagonisten sind Kinder und Jugendliche mit skurrilen Eigenheiten
- Erster Eindruck: Haribo trifft auf David Lynch
MAPPA: Vom Outsourcer zum Schwergewicht
Gegründet 2011 von Masao Maruyama (Gründer von Madhouse), begann MAPPA als Auftragsstudio für Zwischensequenzen. Der Durchbruch kam 2013 mit „Attack on Titan: Junior High“, einer Parodie, die früh einen Hang zum Absurden zeigte.
Seitdem produzierte das Studio über 30 Serien, darunter „Chainsaw Man“ (2022), „Vinland Saga“ Season 2 und „Dorohedoro“. Der Jahresumsatz lag 2023 bei rund 5 Milliarden Yen.
- MAPPA beschäftigt etwa 300 feste Angestellte
- 2024 kündigte Studio-Chef Manabu Otsuka eine Expansionsstrategie an
- „Jimoto Saiko“ ist die erste reine Comedy-Serie des Studios seit „Zombie Land Saga“ (2018)
Kein typisches MAPPA-Werk
Bislang stand MAPPA für düstere Fantasy, blutige Kämpfe und tiefe Charakterdramen. „Jimoto Saiko“ bricht mit allem. Statt Überlebenskampf gibt es Slapstick, statt Endzeitstimmung bunte Idylle.
Laut der Vorschau von Polygon könnte die Serie MAPPAs bester Wurf seit Jahren werden, gerade wegen dieses Risikos.
Die Animation bleibt auf gewohnt hohem Niveau, aber die Regie setzt bewusst auf übertriebene Gesichtsausdrücke, Tempo-Überraschungen und absurde Wendungen. Das erinnert an Klassiker wie „Nichijou“ oder „Azumanga Daioh“, nur mit modernem Schliff.
Hintergrund zur Produktion
„Jimoto Saiko“ ist eine Original-Serie, kein Manga- oder Light-Novel-Adaption. Das Skript stammt von Yoshihiro Hirabayashi, der zuvor an „Kaguya-sama: Love is War“ mitwirkte. Der Soundtrack wird von Yuki Hayashi komponiert ( „My Hero Academia“, „Haikyuu!!“ ).
Die Produktion begann 2024 unter dem Arbeitstitel „Haruka“, Details dazu sickerten erst Anfang 2025 durch.
- 12 Folgen sind für die erste Staffel geplant
- Regie führt Miyuki Sato, bisher bekannt für Episodenregie bei „Jujutsu Kaisen“ 0
- Die Stadt im Anime ist eine fiktive Version von Kameoka in der Präfektur Kyoto
Netflix als Heimat
„Jimoto Saiko“ erscheint exklusiv auf Netflix, ein Heimspiel für MAPPA, die dort bereits mit „The God of High School“ oder „Dorohedoro“ erfolgreich waren. Ein genaues Startdatum wurde noch nicht genannt, aber die erste Sichtung lässt auf einen Release noch 2026 hoffen.
- Alle Folgen sollen am Stück verfügbar sein
- Sowohl japanische Synchronisation als auch deutsche Untertitel sind geplant
- Erste Reaktionen aus Fachkreisen sind durchweg positiv
Einordnung im Markt
Der Comedy-Anime-Sektor wird dominiert von Studios wie Kyoto Animation ( „K-On!“, „Hibike! Euphonium“ ) und Trigger ( „Kill la Kill“, „Little Witch Academia“ ). MAPPA betritt mit „Jimoto Saiko“ ein Feld, das zuletzt von CloverWorks ( „Bocchi the Rock!“ ) und Shaft ( „Sayonara Zetsubou Sensei“ ) bestellt wurde.
Netflix investiert massiv in Anime: 2025 lizenziert der Streamingdienst über 40 neue Serien, darunter „Bleach: Thousand-Year Blood War“ Teil 3 und „Dragon Ball Daima“. „Jimoto Saiko“ ist das erste reine Comedy-Projekt in diesem Portfolio.
- Kein anderes MAPPA-Projekt hat bisher einen der jährlichen Anime Awards in der Kategorie „Komödie“ gewonnen
- Der Stil erinnert an „The Disastrous Life of Saiki K.“ (Netflix, 2016), aber mit modernerem Animationsbudget
Warum das funktioniert
MAPPA beweist mit „Jimoto Saiko“, dass das Studio nicht nur auf eine Karte setzt. Die Kombination aus putzigen Figuren und völlig entfesseltem Humor spricht ein breites Publikum an, von eingefleischten Anime-Fans bis zu Gelegenheitszuschauern.
Der mutige Stilwechsel könnte sich als Trumpf erweisen, der MAPPA neben bekannten Namen wie Kyoto Animation oder Trigger in eine neue Liga katapultiert.
Im Juli 2025 zeigte ein Sneak-Preview auf der Anime Expo in Los Angeles die erste Folge. Besucher berichteten von Lachsalven und Vergleichen mit „Prison School“ , aber ohne die sexuelle Überspitzung. Die finale Episode soll einen Cameo-Auftritt von Eren Jäger (aus „Attack on Titan“ ) enthalten, ein Gag für eingefleischte MAPPA-Fans.