Feiges Selbstvorwurf
Kevin Feige, Präsident von Marvel Studios, hat in einem Interview mit GamesRadar+ ein ungewöhnlich direktes Geständnis abgelegt. Er fühle sich wie ein "gigantic loser and failure", weil das Blade-Reboot mit Mahershala Ali nicht realisiert wurde. Solche offenen Worte sind in der Filmbranche selten. Feige übernimmt persönlich die Verantwortung für das gescheiterte Projekt.
Der Status des Films
Der Blade-Film wurde 2024 aus dem offiziellen Marvel-Release-Kalender gestrichen. Seitdem gab es keine weiteren Ankündigungen oder neuen Termine. Das Projekt liegt auf Eis. Ein Produktionsteam ist nicht mehr bestätigt.
Keine Ausreden
Feige nannte in dem Gespräch keine konkreten Gründe für das Scheitern. Er stellte lediglich seine eigene Rolle in den Mittelpunkt. Ob Mahershala Ali jemals die ikonische Rolle des Blade übernehmen wird, bleibt offen. Die Rechte und Pläne liegen weiterhin bei Marvel.
Die wechselhafte Produktionsgeschichte
Das Blade-Reboot wurde 2019 auf der San Diego Comic-Con angekündigt. Mahershala Ali trat persönlich auf die Bühne, um die Rolle zu bestätigen. Seitdem wechselten mindestens drei Drehbuchautoren, zuerst Stacy Osei-Kuffour, dann Michael Starrbury und zuletzt Nic Pizzolatto (bekannt für True Detective). Auch die Regie durchlief mehrere Hände: Bassam Tariq verließ das Projekt 2022 nach kreativen Differenzen, sein Nachfolger Yann Demange stieg im Sommer 2023 aus. Die WGA-Streiks 2023 verschärften die Verzögerungen zusätzlich.
- 2021: Erste Skriptversion fertig, wenig später verworfen.
- 2023: Drehstart ursprünglich für November geplant, dann gestrichen.
- Kein offizielles Budget wurde jemals genannt, Schätzungen lagen bei über 150 Millionen US-Dollar.
Ein seltener Moment
Studiobosse vermeiden normalerweise solche Eingeständnisse. Feige bricht mit dieser Konvention. Der Film war eines der wenigen Marvel-Projekte, das ohne Veröffentlichung versandete. Mehr Details sind bislang nicht bekannt.
Branchenkontext: Gescheiterte Superhelden-Reboots
Das Blade-Desaster reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Fälle. Warner Bros. strich 2022 den fertig gedrehten Batgirl-Film komplett, Steuerabschreibung statt Kinostart. Sony erlebte mit Morbius (2022) einen Flop, der trotz Kinostart kein Reboot der Marke auslöste. Marvel selbst stellte die Inhumans (2017) als Serie ein, die nach einer Staffel eingestellt wurde. Die Unterschiede: Batgirl war praktisch fertig, Blade nie über die Pre-Production hinaus.
- Blade-Trilogie (1998–2004) mit Wesley Snipes: Gesamteinspiel von 414 Millionen Dollar weltweit bei kombiniert 130 Millionen Budget.
- Mahershala Ali gewann zwei Oscars (Moonlight, Green Book), sein Involvement galt als Prestigeprojekt für Marvel.
- Der letzte Blade-Film (2004) ist 21 Jahre her. Ein Reboot wäre auf ein völlig neues Publikum gestoßen, das die Originale kaum kennt.
Feiges Kalkül
Kevin Feige steht unter Druck: Marvels Phase 5 und 6 laufen schleppend. Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2023) spielte 476 Millionen Dollar ein, das schlechteste Ergebnis einer MCU-Trilogie. The Marvels (2023) brach mit 206 Millionen Dollar endgültig ein. In diesem Klima werden Risiken minimiert. Ein R-Rated-Blade-Film, der nicht in die familienfreundliche MCU-Ästhetik passt, ist schwer zu rechtfertigen. Feiges Selbstvorwurf mag aufrichtig sein, aber er verdeckt auch eine strategische Entscheidung: Das Projekt stillzulegen, bevor es teuer wird.