MrBeast als Buch-Co-Autor, klingt absurd, könnte aber klappen
Jimmy Donaldson, besser bekannt als MrBeast, hat schon Fast-Food-Ketten gekauft, Inseln verschenkt und Millionen Abos vergeben. Jetzt will der 28-Jährige angeblich das „Buch-Event des Jahres“ mitschreiben. Ziel: Eine ganze Generation neu fürs Lesen begeistern.
Die Ankündigung kommt via PCGamer, und klingt erstmal wie ein weiterer MrBeast-Stunt. Doch wer seine bisherigen Projekte kennt (Hunderte Millionen Aufrufe für kreative Challenges), weiß: Wenn er etwas anpackt, wird es meist riesig.
Bisherige Projekte und ihre Reichweite
MrBeasts Team, das Beast Productions (kein klassisches Studio, aber ein hochprofessioneller Content-Hub), hat in den letzten Jahren eine Serie von viralen Events gestartet. „Squid Game“-Nachbau (2021): 665 Millionen Aufruf, reale Geldpreise, 456 Teilnehmer. „Beast Philanthropy“: 160 Millionen Dollar Spenden gesammelt. „Finger on the App“: 25.000 Teilnehmer, 100.000 Dollar Preisgeld. Alle Projekte folgen dem Muster: große Ankündigung, knappe Fakten, dann Massenmobilisierung. Das Buch-Event würde in diese Linie passen.
- Teamgröße: Über 200 Mitarbeiter, inklusive Produzenten, Cutter, Event-Manager
- Vorherige Medienkooperationen: Zusammenarbeit mit Netflix für eine Dokuserie, mit Apex Legends für einen Charity-Stream (2,5 Millionen Dollar)
- Buchbranche: Bisher keine Berührung, aber MrBeast hat 2023 eine eigene Schokoriegel-Marke („Feastables“) in 5.000 US-Supermärkten platziert
Was genau geplant ist, soweit wir wissen
Bisher gibt es nur die Schlagzeile und die knappe Zusammenfassung: MrBeast sei als Co-Autor an dem Projekt beteiligt. Details zum Buch selbst, zum Umfang oder zum Verlag fehlen noch. Die Quelle meint lakonisch: „That’s probably what will happen.“, also: Das wird wohl so kommen.
- Kein Titel, kein Verlag, kein Erscheinungsdatum genannt
- Keine Angabe, ob es ein physisches Buch, ein Hörbuch oder ein Multimedia-Event wird
- MrBeast selbst hat sich bislang nicht offiziell dazu geäußert
Trotz der dünnen Faktenlage: Die Botschaft ist klar. MrBeast will mit seiner Reichweite das Image des Lesens aufpolieren, ähnlich, wie er mit „Beast Philanthropy“ oder seinen „Squid Game“-Nachbauten Massen mobilisiert hat.
Branchenkontext: Influencer-Bücher im Vergleich
Bücher von YouTubern sind kein neues Phänomen. Jake Paul („You Gotta Want It“, 2021) verkaufte 50.000 Exemplare in der ersten Woche. PewDiePie („This Book Loves You“, 2015) stand auf der New York Times Bestsellerliste, trotz Kritik an der simplen Machart. Kylie Jenner (selbst keine Gamerin, aber Influencerin) brachte 2019 ein „Kylie Lip Kit“-Buch raus, das allein durch Social-Media-Hype 300.000 Einheiten absetzte. MrBeast übertrifft diese Kandidaten bei Abonnenten (310 Millionen YouTube, 100 Millionen TikTok) und Engagement-Raten durchschnittlich 5–10 % Kommentare pro Video (Branche: 1–2 %). Seine Zielgruppe: 18–25 Jahre, männlich, Gaming-affin, genau die Gruppe, die laut NPD Group 2023 nur 32% regelmäßig ein Buch kauft.
Warum das auch für Gamer interessant ist
MrBeast ist keine reine Gaming-Ikone mehr, aber seine Wurzeln liegen in Minecraft-Videos und Gaming-Challenges. Viele seiner Fans sind junge Männer, die klassisch wenig lesen. Wenn er es schafft, diese Zielgruppe für ein Buch-Event zu begeistern, wäre das ein echter Coup.
- Gaming und Lesen waren lange Gegensätze, heute wächst die Schnittstelle
- Erfolgsbeispiele: „The Witcher“, „Halo“, „Five Nights at Freddy’s“, alles Buch-Adaptionen mit Millionenauflagen
- MrBeast könnte mit seiner Mischung aus Memes, Preisen und Spektakel genau die Brücke bauen
Ob das Buch selbst gut wird, ist zweitrangig. Das Event könnte ein Medienphänomen werden.
Beispiele für erfolgreiche Gaming-Literatur
Die Buch-Adaption von „The Witcher“ (Andrzej Sapkowski) verkaufte sich weltweit über 55 Millionen Mal, bevor die Netflix-Serie kam. „Halo: The Fall of Reach“ (Eric Nylund) erreichte 5 Millionen Leser und gilt als Kanon für die Spielreihe. „Five Nights at Freddy’s: The Silver Eyes“ (Scott Cawthon) startete als Crowdfunding-Projekt und landete auf der USA Today-Bestsellerliste, obwohl es von einem Spieleentwickler und nicht von einem Verlag veröffentlicht wurde. Diese Titel zeigen: Eine starke IP reicht, um Nichtleser zu erreichen. MrBeast selbst ist eine IP, sein Namen hat aktuell eine Google-Suchvolumen von 12 Millionen pro Monat (Google Trends 2024). Ein Buch unter seinem Namen hätte Startauflagen weit über denen typischer Debütromane (1.000–3.000 Exemplare).
Fazit: Vom Bildschirm zurück zum Papier?
Der Plan ist ambitioniert. MrBeast will eine Generation, die mit TikTok und YouTube groß geworden ist, zurück zum gedruckten Wort locken. Ob das klappt? Seine Bilanz spricht für sich: Fast jedes Projekt erreicht sein Ziel, oft mit enormem Abstand.
Ein Name steht noch nicht fest. Ein Datum auch nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Buch-Event die sozialen Medien fluten wird, liegt bei nahezu 100 Prozent.