Das Ende einer Ära
Nintendo stellt den Verkauf der ursprünglichen Switch in Europa 2025 ein. Grund sind neue EU-Regularien, die austauschbare Batterien in Elektrogeräten vorschreiben. Die aktuelle Switch hat einen fest verbauten Akku. Ein nachträglicher Umbau wäre für Nintendo zu teuer oder technisch nicht sinnvoll.
Warum die Switch gehen muss
- Die EU-Batterieverordnung (2023/1542) verlangt, dass Nutzer Akkus ab 2027 selbstständig entfernen können.
- Die ursprüngliche Switch erfüllt diese Anforderung nicht. Nintendo zieht die Konsole daher in Europa zurück.
- Stattdessen setzt das Unternehmen auf einen Nachfolger, der die neuen Vorgaben erfüllt.
Switch 2 tritt an
Nintendo wird noch 2025 die Switch 2 auf den Markt bringen. Sie wird die Batterieauflagen einhalten und die alte Switch im europäischen Handel ersetzen. Offizielle Details zur Hardware oder zur Akkukapazität gibt es noch nicht. Fest steht: Die Switch 2 wird die einzige offiziell verkaufte Nintendo-Hybrid-Konsole in Europa sein.
Die Erfolgsgeschichte der Original-Switch
Die erste Switch erschien am 3. März 2017 und wurde von Nintendos Hardware-Abteilung unter Shinya Takahashi und Yoshiaki Koizumi entwickelt. Sie löste die gescheiterte Wii U (2012, 13,5 Millionen Verkäufe) ab. Bis Ende 2024 verkaufte Nintendo über 141 Millionen Einheiten der Switch. Damit ist sie die dritterfolgreichste Konsole aller Zeiten hinter PlayStation 2 (155 Millionen) und Nintendo DS (154 Millionen). Der Hybrid-Ansatz, stationäre Konsole und Handheld in einem, traf den Markt genau. Nintendo brachte mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Super Mario Odyssey und Animal Crossing: New Horizons exklusive Titel, die die Plattform über Jahre trugen.
Was die EU-Verordnung konkret fordert
Die EU-Batterieverordnung gilt ab Februar 2027 für alle neu in Verkehr gebrachten Geräte mit tragbaren Akkus. Hersteller müssen sicherstellen, dass Nutzer den Akku ohne Spezialwerkzeug oder Klebstoff tauschen können. Nintendo hätte die alte Switch mit einem neu konstruierten Gehäuse und einem anderen Akkutyp nachrüsten müssen. Das wäre für eine seit 2017 produzierte Konsole wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Andere Hersteller wie Apple haben bei iPhones bereits reagiert: Das iPhone 15 (2023) bekam ein neuartiges Klebeverfahren, das den Akkutausch erleichtert. Für stationäre Konsolen wie die PlayStation 5 oder Xbox Series X gilt die Regelung nicht, da deren Akkus in Controllern stecken und diese bereits austauschbar sind.
Was heißt das für Spieler?
- Wer noch eine originale Switch als Neugerät kaufen will, sollte sich beeilen, solange Restbestände reichen.
- Bereits gekaufte Konsolen bleiben nutzbar und erhalten weiter Spiele und System-Updates.
- Der Verkaufsstopp gilt nur für Europa. In Japan, Nordamerika und anderen Regionen läuft die alte Switch zunächst weiter.
Kein Grund zur Panik
Die originale Switch wird nicht plötzlich unspielbar. Nur der Neukauf in Europa endet. Besitzer können die Konsole noch Jahre nutzen und den Akku bei Bedarf in einer Werkstatt tauschen lassen. Nintendos Strategie ähnelt Vorgehen bei anderen Plattformen: Die Wii U wurde 2017 eingestellt, die Nintendo 3DS-Familie 2020. Beide Konsolen erhielten danach noch lange Software-Support. Die Switch wird diesen Weg mit einem würdevollen Abgang gehen.