EndeNews Logo EndeNews
Nostalgie vor dem Bildschirm: Fünf Gaming-Rituale, die wir nie vergessen sollten
News

Nostalgie vor dem Bildschirm: Fünf Gaming-Rituale, die wir nie vergessen sollten

Disc anpusten, Handbuch lesen, Cheats eingeben, ein Rückblick auf fünf verlorene Rituale aus den 90ern und 2000ern.

D
Dennis Adam
TEILEN: Twitter Reddit

Disc anpusten, das unsinnigste Ritual aller Zeiten

Wer in den Neunzigern eine PlayStation oder Dreamcast besaß, hat es gemacht: vor dem Einlegen kräftig auf die Disc gepustet. Die Logik: Feuchtigkeit entfernt Kratzer. In Wahrheit half es selten, eher Speichel auf der Linse. Aber das Gefühl von Kontrolle? Unbezahlbar. Vor allem bei Gebrauchtspielen wie Crash Bandicoot oder Tony Hawk’s Pro Skater gehörte das Pusten zum Startritual wie der Reset-Knopf.

Das dicke Handbuch, Einstimmung auf das Abenteuer

  • Gedruckte Anleitungen, oft mit Hintergrundgeschichten und Tipps.
  • Bei Pokémon Rote Edition las man stundenlang die Pokédex-Einträge.
  • Der Geruch von frischem Papier und das leise Rascheln beim Blättern, heute undenkbar.

Heute liegen Spielanleitungen als PDF auf der Festplatte. Damals war das Handbuch der erste echte Kontakt mit der Spielwelt, bevor der Bildschirm überhaupt leuchtete.

Cheats eingeben, die geheime Sprache der Spiele

Kein Internet nötig. Man tippte den Konami-Code in Contra ein oder fuhr in GTA: Vice City auf dem Bürgersteig, um R1,R2,L1,L2 zu drücken. Cheats wurden per Mundpropaganda oder in Zeitschriften wie der BRAVO verbreitet. Wer die Codes auswendig konnte, war König auf dem Schulhof.

Lokaler Mehrspieler, nervenaufreibend und unvergesslich

  • Vier Spieler auf einem geteilten Bildschirm bei GoldenEye 007.
  • Zwei Stunden Diskussion, wer Oddjob spielen darf.
  • Kein Mikrofon, keine Latenz, nur echte Beleidigungen und High-Fives.

Das Gemeinschaftsgefühl im Wohnzimmer war roher, lauter und ehrlicher als jede Online-Party. Man sah die Reaktion des Gegners direkt, und die fliegenden Controller.

Demos aus Magazinen, die Vorfreude auf einer CD

Auf beigelegten Demo-Discs von Zeitschriften wie PC Games oder Playzone lagen Anspielversionen, die man dutzendfach durchspielte. Eine einzige Demo von Super Mario 64 (auf einer Nintendo 64-Kassette?) nein, eher die PC-Demos mit drei Levels. Das Warten auf den vollen Release, eine verlorene Kunst.

VERWANDTE ARTIKEL