Teure Bildschirme, günstigere Zukunft
Die Preise für Gaming-Hardware sind 2026 weiter gestiegen. Ein neues Herstellungsverfahren für OLED-Panels könnte jetzt gegensteuern. Konkret geht es um das Inkjet-Printing-Verfahren, das vor allem durch das japanische Joint Venture JOLED bekannt wurde, ein Zusammenschluss von Sony, Panasonic und Japan Display. JOLED brachte 2019 die ersten Tintenstrahl-OLEDs für Monitore und Fernseher auf den Markt, scheiterte aber an hohen Stückkosten und meldete 2023 Insolvenz an. Die Patente übernahm Japan Display, während chinesische Hersteller wie BOE und Visionox parallel an effizienteren Versionen arbeiteten. Nun deuten Berichte darauf hin, dass BOE das Verfahren für Laptop-Displays optimiert hat und eine Serienproduktion für 2026 plant.
So funktioniert Inkjet Printing für OLEDs
Statt aufwendiger Vakuum-Abscheidung setzt die Fertigung auf Tintenstrahldruck. Organische Materialien werden direkt auf das Substrat aufgetragen.
- Das spart Material, kaum Verschnitt.
- Die Produktion läuft schneller und bei geringeren Temperaturen.
- Teure Vakuumkammern entfallen.
Diese Faktoren senken die Herstellungskosten für OLED-Displays drastisch. Im Vergleich zur konventionellen Vakuum-Abscheidung (OVJP) werden die organischen Schichten in bis zu 20 dünneren Lagen aufgetragen. Der Materialverbrauch sinkt um etwa 40 Prozent, und die Anzahl der Fertigungsschritte halbiert sich laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik. Die Druckköpfe arbeiten bei Normaldruck, das macht die Anlagen deutlich günstiger als die bisherigen Vakuumkammern.
Was das für Gamer bedeutet
Bisher waren OLED-Bildschirme in Gaming-Laptops ein teures Extra. Die neue Technik könnte die Preise für entsprechende Geräte um einen deutlichen Betrag drücken. Aktuelle Gaming-Laptops mit OLED-Panel, wie das ASUS ROG Zephyrus G16 oder das Razer Blade 16, kosten je nach Konfiguration zwischen 2.200 und 3.500 Euro. Brancheninsider schätzen, dass die Herstellungskosten für ein 16-Zoll-OLED um 200 bis 300 US-Dollar sinken könnten, bei Endkundenpreisen entspräche das einer Reduzierung von 10 bis 15 Prozent. Für ein 2.500-Euro-Gerät wären das etwa 300 Euro Ersparnis. Der Lenovo Legion 7i (2025) mit einem Samsung-OLED lag zum Launch bei 2.199 Euro, während das Modell mit LCD schon für 1.799 Euro zu haben war. Die Inkjet-Technik könnte diese Preisdifferenz fast halbieren.
Lenovo im Fokus
Ein aktuelles Lenovo-Gaming-Notebook wurde in diesem Zusammenhang genannt. Ob der Hersteller als Erster auf das Inkjet-Verfahren setzt, ist nicht offiziell bestätigt. Lenovo bezieht OLED-Displays von Samsung Display und BOE. Ein internes Leak zeigte ein Modell mit der Bezeichnung Legion 7i (2026), das ein 16-Zoll-OLED von BOE mit Inkjet-Fertigung nutzen soll. BOE selbst gab auf der SID Display Week 2025 bekannt, dass die Serienproduktion von Inkjet-OLED für Laptops im zweiten Quartal 2026 anläuft. Sollte sich das bestätigen, wäre Lenovo einer der ersten Abnehmer, ähnlich wie bei der Einführung von Mini-LED-Displays im Legion 9i 2023.
Ein Gamechanger für die nächste Generation
Hellere, kontrastreichere OLEDs ohne den bisherigen Aufpreis, das klingt nach einer guten Nachricht für alle, die auf flüssige Bildwiederholraten und tiefes Schwarz stehen. Die technischen Spezifikationen der Inkjet-OLEDs liegen laut BOE bei 240 Hz Bildwiederholrate und einer Spitzenhelligkeit von 1.000 cd/m², vergleichbar mit den aktuellen Samsung-OLEDs der Gen-3-Reihe. Der Unterschied liegt in den Kosten. Niedrigere Einstiegspreise könnten OLED in Gaming-Laptops endgültig zum Standard machen, wie es bei High-End-Smartphones bereits der Fall ist. Ob die Technik auch in Monitoren Einzug hält, ist noch offen: Die Laptop-Panels dienen als erster Testmarkt für die Scale-up-Phase, die BOE für 2027 plant.