Endlich Klarheit im Sternenchaos
Order of the Sinking Star ist ein Puzzle-Spiel, das bei seiner Ankündigung mehr Rätsel aufgab, als es löste. Jetzt gibt es eine riesige Demo im Rahmen des Steam Next Fest, und die zeigt endlich, wie das Ding funktioniert.
Die Demo ist keine kleine Kostprobe. Sie bietet einen deutlich besseren Eindruck von den Mechaniken und der Tiefe, die das fertige Spiel haben soll.
Was steckt hinter der Demo?
- Die Demo ist enorm umfangreich und erlaubt es, tiefer in die Spielwelt einzutauchen.
- Sie stellt die zentralen Puzzle-Logiken klar dar, die vorher nur angedeutet wurden.
- Spieler können mehrere Level und Mechaniken ausprobieren, die das Kernkonzept von Order of the Sinking Star greifbar machen.
Das Next Fest läuft noch bis zum Ende des Monats. Wer sich für clevere Rätsel mit einer Prise Retro-Flair begeistern kann, sollte hier zugreifen.
Die Macher: Ebb Tide Interactive
Hinter Order of the Sinking Star steckt Ebb Tide Interactive, ein Studio aus Malmö, Schweden. Gegründet 2017 von drei ehemaligen Level-Designern von Image & Form ( bekannt durch SteamWorld Dig ), fokussiert sich die Crew auf logikbasierte Spiele mit mathematischem Unterbau.
Ihr erster Titel Chromatic Shift (2019) war ein Farbpuzzle, das auf Steam 87 % positive Bewertungen sammelte, bei rund 1.200 Rezensionen. Der Nachfolger Echo of the Depths (2021) wechselte ins Unterwasser-Setting und verkaufte sich laut Entwicklerangaben über 180.000 Mal. Beide Spiele zeichneten sich durch strenge Regelwerke aus, die ohne Trial-and-Error auskamen.
Branching Out: Vorgänger und Franchise-Geschichte
Order of the Sinking Star ist kein direkter Nachfolger dieser Titel, aber eine geistige Weiterentwicklung. Ebb Tide arbeitete zwei Jahre an einem unveröffentlichten Prototyp namens „Orbit“, der Gravitationsrätsel in 2D testete. Ein Großteil dieser Mechanik floss nun in das neue Spiel.
Die Demo enthält drei Level aus einem geplanten Kapitel 2, das im fertigen Spiel erst später freigeschaltet wird. Entwickler Ryan Söderström erklärte im Q&A auf Discord, dass die Vollversion rund 60 bis 80 Rätsel bieten soll, verteilt auf fünf Biomen. Ein Release ist für Anfang 2026 geplant, vorausgesetzt die Finanzierung durch den aktuellen Publisher Humble Games bleibt stabil.
Branchenkontext: Wo steht das Spiel?
Die Puzzle-Landschaft ist derzeit gesättigt. Seit dem Erfolg von The Witness (2016) und Baba Is You (2019) erscheinen jährlich Dutzende logiklastiger Indie-Titel. Order of the Sinking Star positioniert sich bewusst in der Nische der „System-Puzzle“, bei denen eine Handvoll Regeln jede Lösung bestimmen. Vergleichbare aktuelle Releases sind Patrick's Parabox (2022) oder Viewfinder (2023), doch Ebb Tide setzt auf optische Klarheit statt auf optische Täuschung.
Interessant: Die Gravitationsmechanik erinnert an das frühe „And Yet It Moves“ (2009), kombiniert mit der Lichtbrechung aus „The Talos Principle“. Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm sanft an, ohne zu langweilen, ein direkter Widerspruch zum steilen Anstieg vieler Genre-Kollegen.
Warum lohnt sich der Download?
- Die Demo zeigt, wie verschiedene Elemente miteinander interagieren: Gravitation, Lichtbrechung und Timing.
- Die Präsentation erinnert an klassische Puzzle-Schwergewichte wie The Witness oder Baba Is You, bleibt aber eigenständig.
- Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm sanft an, ohne zu langweilen.
Besonders die optische Klarheit und das durchdachte Feedback bei jeder Aktion machen Lust auf mehr. Kein wirres Trial-and-Error, jeder Zug fühlt sich sinnvoll an.
Ein Blick auf die Entwicklerarbeit
Die Crew hinter Order of the Sinking Star hat die Demo genutzt, um auf Community-Feedback zu reagieren. Das merkt man: Die Tutorials sind knackig, die Menüs aufgeräumt und die Performance stabil. Laut einem Blog-Post vom 10. Oktober wurden 47 Bugmeldungen aus der vorherigen Closed Beta abgearbeitet.
Einziger Wermutstropfen: Der ambitionierte Story-Rahmen wird in der Demo nur angerissen. Aber für ein Puzzle-Spiel steht das Gameplay klar im Vordergrund.
Unser Take
Wer Puzzle-Spiele mag und beim Steam Next Fest noch nicht fündig geworden ist, sollte Order of the Sinking Star eine Chance geben. Die Demo ist großzügig genug, um zu zeigen, dass hier mehr steckt als nur hübsche Optik. Ladet sie runter, legt los, und lasst euch von der Logik in den Bann ziehen.