Palworld überholt Pokémon-Klassiker
Palworld hat vor dem 1.0-Release die 40-Millionen-Spieler-Marke geknackt. Damit liegen die Spielerzahlen um über acht Millionen höher als bei Pokémon Rot, Blau und Grün, den Urvätern des Monsterfang-Genres. Der Early-Access-Titel erreichte diese Marke ohne den Verkaufsschub einer Vollversion.
Zwei Jahre im Early Access
- Der Titel startete im Januar 2024 in den Early Access auf Steam und Xbox Game Pass.
- Seitdem wuchs die Spielerbasis kontinuierlich, trotz anfänglicher Kontroversen um Ähnlichkeiten zu Pokémon.
- Das Spiel kombinierte das Fangen von Kreaturen mit Survival-Elementen und Basisbau, ein Konzept, das schnell eine riesige Community anzog.
- Bereits im ersten Monat wurden über 25 Millionen Spieler registriert, größtenteils über den Game Pass.
Entwickler Pocketpair und ihre Vorgeschichte
Palworld stammt von Pocketpair, einem japanischen Indie-Studio mit Sitz in Tokio. Gegründet 2015 von Takuro Mizobe, brachte das Team zuvor drei kleinere Titel heraus: Craftopia (2020), eine Mischung aus Survival, Crafting und Action mit 1,5 Millionen verkauften Einheiten; Overdungeon (2019), ein Deck-Building-Rogue-like mit 200.000 Nutzern; und AI: Art Impostor (2022), ein Partyspiel um gefälschte KI-Kunst. Craftopia gilt als Vorläufer von Palworld, beide teilen das Grundgerüst aus offener Welt, Item-Sammeln und automatisierten Produktionslinien. Mizobe selbst hat mehrfach betont, dass Pokémon keine direkte Inspirationsquelle war, sondern eher Survival-Titel wie Ark: Survival Evolved.
Ein beeindruckender Vergleich
Während Pokémon Rot, Blau und Grün sich insgesamt rund 31,38 Millionen Mal verkauften (Stand 2024), verzeichnet Palworld 40 Millionen Spieler. Das ist ein Unterschied von über acht Millionen, und das ohne den Schub einer Vollversion. Die Pokémon-Zahlen umfassen nur Verkäufe, nicht Spieler auf Emulatoren oder Second-Hand-Kopien; Palworld profitiert vom Game Pass, der viele kostenlose Zugänge generiert. Dennoch: Kein anderer Monster-Taming-Titel der letzten Jahre hat eine vergleichbare Reichweite erzielt. Temtem (2022) erreichte rund 500.000 Verkäufe, Cassette Beasts (2023) etwa 200.000.
Einordnung in den Markt
- Palworld ist nicht der erste erfolgreiche Early-Access-Titel der 2020er, aber der schnellste Sprung auf 25 Millionen Spieler (in zwei Wochen).
- Zum Vergleich: Valheim brauchte für 10 Millionen Spieler zwei Jahre, Lethal Company für 12 Millionen ein Jahr.
- Das Spiel profitierte von viralen Memes um bewaffnete Pals, die in Social-Media-Kanälen millionenfach geteilt wurden.
- Die Kontroverse über mutmaßlich KI-generierte Designs (Pocketpair nutzte den hauseigenen KI-Kunstgenerator für einige Assets) sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit, ohne den Verkauf zu bremsen.
- Gleichzeitig führte der Erfolg zu juristischen Diskussionen: Die Pokémon Company prüfte Anfang 2024 mögliche Urheberrechtsverletzungen, eine Klage blieb jedoch aus.
Was bedeutet das für den Release?
Der 1.0-Release von Palworld ist der nächste logische Schritt. Die 40-Millionen-Marke wurde bereits im Early Access erreicht, ein Beleg für das anhaltende Interesse an der Mischung aus Survival, Crafting und Monsterfang. Pocketpair plant für die Vollversion neue Insekten-Pals, verbesserte Bosse und eine stabilere Online-Infrastruktur. Ein konkretes Datum wurde nicht genannt, aber interne Quellen sprechen von einem Launch im zweiten Halbjahr 2025.
Ein neuer Maßstab
40 Millionen Spieler, mehr als die ersten Pokémon-Spiele jemals hatten. Palworld sicherte sich damit einen festen Platz in der Gaming-Geschichte, noch bevor die Vollversion erscheint. Die Frage ist weniger, ob der 1.0-Release diesen Schwung halten kann, sondern wie lange Pocketpair die Server unter dem Daueransturm stabil halten kann, eine Herausforderung, an der schon größere Studios gescheitert sind.