Paramount Games legt los
Nach der offiziellen Vorstellung der neuen Gaming-Sparte stehen die Pläne fest: Teenage Mutant Ninja Turtles: The Last Ronin ist der erste große Wurf. Das Action-Adventure entsteht bei PlatinumGames und adaptiert die düstere Comic-Vorlage um den letzten überlebenden Turtle.
Doch Paramount denkt schon weiter. Besonders die Serienwelt von Taylor Sheridan soll eine größere Rolle spielen. Konkret: Yellowstone und Tulsa King sollen als Videospiele umgesetzt werden.
PlatinumGames wurde 2006 von ehemaligen Capcom-Mitarbeitern gegründet, die zuvor an Resident Evil und Devil May Cry arbeiteten. Bekannt wurde das Studio durch Bayonetta (2009) und Metal Gear Rising: Revengeance (2013). Ihr letzter großer Hit, NieR:Automata (2017), verkaufte sich über 7 Millionen Mal. Die Arbeit an The Last Ronin ist ihr erster Ausflug in eine etablierte US-Comiclizenz.
Kein Lizenz-Ramsch
Die Vorgabe von Paramount ist eindeutig: Die Spiele sollen nicht als billige Lizenzabfallprodukte daherkommen. Statt schneller Cash-grabs setzt man auf ambitionierte Projekte mit eigener Handschrift.
- Yellowstone bietet eine raue Western-Ästhetik, denkbar als Open-World oder narratives Abenteuer.
- Tulsa King mit Sylvester Stallone als Mafia-Aussteiger könnte ebenfalls spannende narrative Stoffe liefern.
Die Sheridan-Serien sind kein Nischenphänomen. Yellowstone erreichte in der vierten Staffel durchschnittlich 11,1 Millionen Zuschauer pro Folge im linearen TV. Tulsa King startete 2022 auf Paramount+ und war der meistgestreamte Serienstart der Plattform mit knapp 6 Millionen Haushalten in den ersten 48 Stunden. Sollte Paramount Games diesen Publikumsmagneten in Spiele übersetzen, wäre die Zielgruppe bereits vorgewärmt.
Der Qualitätsanspruch
Paramount Games orientiert sich am Vorbild von The Last Ronin: Eine etablierte Marke, aber mit künstlerischem Anspruch und einem erfahrenen Studio (PlatinumGames) umgesetzt. Das soll auch für die Sheridan-Serien gelten.
Ob die Spiele intern oder mit externen Partnern entwickelt werden, ist noch nicht bekannt. Klar ist: Der Konzern will im Premium-Segment mitspielen und nicht in der Ramschecke landen.
Ein Blick auf andere gelungene Lizenzspiele zeigt, was möglich ist. Star Wars Jedi: Fallen Order (2019) von Respawn Entertainment verkaufte sich über 20 Millionen Mal und bewies, dass eine Marke mit viel Liebe und eigener Mechanik funktioniert. Marvel's Spider-Man von Insomniac Games (2018) erreichte über 20 Millionen Verkäufe. Paramount Games scheint auf ähnliche Ansätze zu setzen: Externe Partner mit Track Record, statt billiger Inhouse-Produktionen.
Beobachtung zum Schluss
Die Spieleindustrie hat genug lieblose Lizenzprodukte gesehen. Paramount Games versucht, das zu ändern, mit hochwertigen Adaptionen, die den Stoff ernst nehmen. Ob Yellowstone und Tulsa King als Spiele funktionieren, wird die Zukunft zeigen. Der Ansatz gibt zumindest Grund zur Vorfreude.
Das Budget für The Last Ronin wird auf etwa 50–80 Millionen US-Dollar geschätzt, eine typische Größenordnung für Premium-Titel. Zum Vergleich: Paramounts Kinostart von Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem kostete 70 Millionen und spielte 180 Millionen ein. Sollten die Spiele ähnlich skaliert sein, würde Paramount Games nicht kleckern, sondern klotzen.