Der Oldie legt nach
Payday 2, der 13 Jahre alte Koop-Bankenräuber-Klassiker, bekommt ein „massives Engine-Upgrade“. Das gab das Studio bekannt, das 2025 die Entwicklung des Spiels übernommen hat.
- Die Verbesserungen sollen die Performance spürbar steigern
- Die Installationsgröße wird um die Hälfte reduziert
Während das wesentlich neuere Payday 3 mit Problemen kämpft, zeigt der Vorgänger noch einmal, was in ihm steckt.
Das Studio und seine Vergangenheit
Hinter dem Upgrade steckt Starbreeze Studios, genauer: das interne Team, das nach der Übernahme durch den Publisher im Sommer 2024 die Pflege von Payday 2 übernommen hat. Starbreeze ist kein Neuling: Das schwedische Unternehmen entwickelte ursprünglich Payday: The Heist (2011) und später Payday 2 (2013), bevor es 2015 das Studio Overkill Software vollständig integrierte. In den Folgejahren brachte Starbreeze vor allem VR-Titel wie John Wick Chronicles und das Survival-Spiel Dead by Daylight (als Publisher) heraus. Finanzielle Schwierigkeiten nach dem Flop von Overkill’s The Walking Dead (2018) zwangen das Unternehmen zu Restrukturierung und Entlassungen.
- Das aktuelle Entwicklerteam für Payday 2 besteht aus etwa 30 Mitarbeitern
- Sie arbeiteten zuvor an Portierungen und Bugfixes für Payday 3
- Das Engine-Upgrade war intern seit September 2024 in Planung
Die Wahl fiel auf eine Modernisierung der hauseigenen Diesel Engine 2.0, die bereits in Payday 2 und Payday: The Heist zum Einsatz kam. Statt einer kompletten Migration auf Unreal Engine 5 (wie bei Payday 3) entschied man sich für eine Optimierung des bestehenden Codes.
Payday: Eine Erfolgsgeschichte mit Dellen
Die Payday-Reihe begann 2011 mit Payday: The Heist, das auf der PlayStation 3 und PC rund 1,5 Millionen Einheiten verkaufte. Der Durchbruch kam 2013 mit Payday 2:
- Payday 2 verkaufte sich bis 2023 über 16 Millionen Mal
- Auf Steam verzeichnet es dauerhaft 30.000 bis 50.000 gleichzeitige Spieler
- Insgesamt brachte Starbreeze über 200 kostenlose und kostenpflichtige DLCs heraus
Das Sequel Payday 3 startete im September 2023, mit enttäuschenden Zahlen. Laut Starbreeze wurden bis März 2024 nur rund 1,5 Millionen Einheiten abgesetzt. Zusätzlich führten Server-Probleme, fehlende Offline-Modi und Kritik am Live-Service-Modell zu einem massiven Spielerschwund. Zum Vergleich: Payday 2 hatte im gleichen Zeitraum nach Release bereits über 4 Millionen Spieler auf Steam.
- Payday 3 verlor innerhalb von drei Monaten 80 % seiner aktiven Spielerbasis
- Derzeit liegt die Spitze bei etwa 3.000 gleichzeitigen Nutzern auf Steam
Vor diesem Hintergrund wirkt das Engine-Upgrade wie eine strategische Rückbesinnung. Starbreeze hält Payday 2 als Cashcow und als Einfallstor für Neueinsteiger, die vom enttäuschenden Nachfolger abspringen.
Was bringt das Upgrade?
Der offizielle Patch verbessert die zugrundeliegende Engine, ohne das Spielgefühl zu verändern. Spieler dürfen sich auf flüssigere Bildraten und kürzere Ladezeiten freuen.
- Alte Installationsgröße: über 80 Gigabyte
- Neue Größe: nur noch rund 40 Gigabyte
Das schafft Platz auf der SSD und macht den Titel wieder attraktiver für Neueinsteiger.
Brancheneinordnung: Seltenes Update für einen Klassiker
Kostenlose Engine-Modernisierungen für ein 13 Jahre altes Spiel sind in der Branche ungewöhnlich. Vergleichbare Fälle gibt es wenige:
- Team Fortress 2 erhielt 2021 ein 64-Bit-Update, das die Stabilität verbesserte
- Left 4 Dead 2 bekam 2023 einen Patch für bessere Steam-Deck-Unterstützung
- Counter-Strike: Global Offensive wurde 2023 durch Counter-Strike 2 ersetzt, aber das war eine vollständige Migration auf Source 2 mit neuem Content
Der Unterschied zu Payday 2: Hier bleibt das Spiel identisch, nur die technische Basis wird auf Vordermann gebracht. Starbreeze nutzt unter anderem optimierte Datenkompression (Oodle Texture) und verbesserte Multi-Threading-Auslastung, die auf älteren Prozessoren wie dem Intel Core i5-2500k messbare FPS-Steigerungen von rund 25 Prozent bringt.
Die Installationsgröße von 40 GB ist für einen modernen Koop-Titel immer noch beachtlich. Vergleichsspiele wie Deep Rock Galactic (2 GB) oder Killing Floor 2 (25 GB) sind schlanker. Aber Payday 2 enthält über ein Jahrzehnt an Sprachaufnahmen, Texturen und Modellen von Dutzenden Raubzügen.
Ein unerwarteter Schritt
Dass ein so alter Titel noch eine derart tiefgreifende technische Überarbeitung erhält, ist selten. Die Entwickler haben in den letzten Monaten „hart gearbeitet“, wie es in einer Mitteilung heißt.
- Keine zusätzlichen Kosten, das Upgrade ist für alle Besitzer kostenlos
- Kein neuer Content, der Fokus liegt rein auf der Technik
Für Fans der Serie ist das eine willkommene Nachricht. Vor allem, weil die Zukunft von Payday 3 derzeit unsicher wirkt. Seit Januar 2025 hat Starbreeze keine neuen Heists oder Charaktere mehr für den Nachfolger angekündigt. Payday 2 hingegen erhält am 15. Juni 2025 den Patch, und wird damit für viele Spieler vielleicht wieder zur ersten Wahl.