Pikachu rockt die Culture Awards
Bowen Yang und Matt Rogers luden einen ganz besonderen Gast zu ihren Culture Awards: Pikachu. Das kleine gelbe Elektro-Pokémon betrat die Bühne und legte einen Live-Auftritt der legendären Pokémon Theme hin.
Die Show, die queere Popkultur feiert, bekam damit einen der ikonischsten Charaktere der Gaming-Geschichte auf die Bühne. Kotaku berichtete als Erster über den gelben Überraschungsgast.
Die Culture Awards wurden 2023 von den Comedians ins Leben gerufen. Sie finden jährlich in New York statt und zeichnen queere Momente in Popkultur, Musik und Games aus.
Das Pokémon-Franchise in Zahlen
- Seit dem Debüt 1996 in Japan hat Game Freak über 480 Millionen Pokémon-Spiele verkauft. Nur Mario ist stärker.
- Game Freak wurde von Satoshi Tajiri und Ken Sugimori gegründet. Vor Pokémon brachte das Studio nur ein einziges Spiel heraus: Mendel Palace (1989) für das NES.
- Das gesamte Franchise (Spiele, Anime, Karten, Merch) generierte bis 2022 einen Umsatz von geschätzt 100 Milliarden US-Dollar. Pikachu ist das Gesicht dieser Marke.
- Allein die Pokémon-Sammelkarten: Über 50 Milliarden Karten wurden seit 1996 produziert. Pikachu erscheint auf mehr als 20 Milliarden davon.
Ein gelber Held für alle
Pikachu ist längst mehr als ein simples Maskottchen, es ist ein queeres Symbol.
Die Pokémon-Reihe hat seit jeher eine riesige LGBTQ+ Community, die sich in den bunten, diversen Charakteren wiederfindet.
Auftritte wie dieser verbinden Gaming-Nostalgie mit moderner Sichtbarkeit.
Schon in den 90ern war Pikachu der Star einer Generation. Dass es nun auf einem Event für queere Kultur auftritt, fühlt sich wie die logischste Entwicklung der Welt an.
Das Geschlecht von Ashs Pikachu wurde nie offiziell festgelegt. Fans interpretieren die Figur seit Jahrzehnten als non-binär: Weibliche Pikachu haben einen herzförmigen Schwanz, der männliche Schwanz ist gerade. Ashs Exemplar zeigt den geraden Schwanz, doch die Macher vermeiden eine Festlegung.
Queere Traditionen im Pokémon-Universum
- Bereits 1999 zeigte der Anime eine Folge („Pokémon Fashion Flash“), in der James (von Team Rocket) sich als Frau verkleidet. Das sorgte damals für Diskussionen.
- In den Videospielen gibt es seit Pokémon X/Y (2013) Trainerklassen wie „Schönheit“ oder „Ballerina“, die geschlechtsneutral besetzt sind. Die Figuren können sowohl männlich als auch weiblich sein.
- 2021 brachte The Pokémon Company eine Pride-Kollektion heraus: T-Shirts mit Regenbogen-Pikachu. Der Erlös ging an das Trevor Project, eine Hilfsorganisation für queere Jugendliche.
- Pokémon Go führte 2020 geschlechtsneutrale Avatare ein und veranstaltet regelmäßig Regenbogen-Events während des Pride-Monats.
Mehr als nur ein Nostalgie-Trip
Die Pokémon Theme ist für viele der Soundtrack ihrer Kindheit. Wenn Pikachu sie selbst singt, wird aus Retro-Feeling ein queeres Statement.
Bowen Yang und Matt Rogers sind bekannt für ihren scharfen Humor und ihre Liebe zur Popkultur. Dass sie Pikachu auf die Bühne holen, zeigt, wie selbstverständlich Gaming heute Teil der LGBTQ+ Szene ist, und das schon lange vor dieser Show.
Die englische Version der Pokémon Theme wurde 1997 von John Siegler und John Loeffler komponiert. Sie ist bis heute eine der meistgespielten TV-Titelmelodien der 90er.
Die Culture Awards im Branchenkontext
Vor Pikachu traten auf den Culture Awards bereits Chappell Roan, JoJo Siwa und Troye Sivan auf. Ein Nintendo-Maskottchen hatte dort aber noch nie einen Auftritt.
Nintendo vergibt Lizenzen für Live-Shows nur selten. Der letzte große Bühnenauftritt von Pikachu außerhalb der Spiele war 2021 bei den Pokémon World Championships in London.
Die Entscheidung, Pikachu auf eine queere Bühne zu stellen, ist kein Zufall. Laut einer GLAAD-Studie von 2023 identifizieren sich 20% der US-amerikanischen Gamer unter 30 Jahren als LGBTQ+. Die Schnittmenge zwischen Gaming und queerer Community ist größer als je zuvor.
Die Reaktionen? Gelb vor Begeisterung
Das Publikum der Culture Awards tobte. Kein Wunder: Pikachu bleibt einfach unverwüstlich, ob im Game Boy der 90er oder auf der Bühne 2026.
Die Gaming-Welt hat ein neues queeres Aushängeschild, und es heißt Pikachu. Mit einem Lächeln und einem elektrischen „Pika!“ hat der kleine Gelbe bewiesen, dass Pokémon für alle da ist.
Online reagierten Fans gespalten: Während die einen den Schritt feierten, kritisierten andere die Vermischung von Kindermarke und Party-Event. Kotaku berichtete, dass der Auftritt ohne Vorankündigung stattfand, Tänzer in einem Pikachu-Kostüm führten die Performance aus, keine digitale Projektion.