Countdown zur fünften Spielzeug-Ladung
Am 19. Juni 2026 startet Toy Story 5 in den deutschen Kinos. Pixar hat seit 1995 insgesamt 28 Spielfilme veröffentlicht, 31 Jahre Animationsgeschichte, gemessen an der ersten Toy Story. Zeit für einen Blick zurück auf drei Jahrzehnte Pixar-Magie, und auf die eine oder andere narrative Bauchlandung.
Kotaku hat alle 28 Pixar-Spielfilme von 1995 bis heute in eine Liste gepackt. Das Ergebnis ist keine Überraschung, aber eine willkommene Diskussionsgrundlage.
Pixars Aufstieg: Von Kurzfilmen zum Milliardenstudio
Das Studio entstand 1986, als Steve Jobs die Computer-Graphics-Abteilung von Lucasfilm für 10 Millionen Dollar kaufte. John Lasseter, Ed Catmull und Jobs formten daraus Pixar. Erster Erfolg: der Kurzfilm Luxo Jr. (1986), nominiert für einen Oscar. Der erste Spielfilm Toy Story (1995) kostete 30 Millionen Dollar und spielte 394 Millionen weltweit ein. 2006 übernahm Disney Pixar für 7,4 Milliarden Dollar in Aktien. Catmull und Lasseter blieben an Bord. Nach Lasseters Abgang 2018 (Vorwürfe sexueller Fehltritte) übernahm Pete Docter (Regisseur von Up und Inside Out) die kreative Leitung. Der Post-Lasseter-Jahrgang lieferte gemischte Ergebnisse: Onward (2020) kam gut an, Lightyear (2022) floppte, Elemental (2023) fand spät sein Publikum.
Die Kotaku-Rangliste: Von C bis A+
Die Redaktion sortierte die Filme nach narrativer Konsistenz, emotionalem Punch und Wiederschaubarkeit. Die Spitzenplätze sind besetzt mit Meisterwerken wie The Incredibles, Finding Nemo und Ratatouille. Auf Platz 1 setzte Kotaku The Incredibles, das Superhelden-Drama mit Familienfokus erreichte bei Rotten Tomatoes 97 % Kritiker- und 93 % Publikumszustimmung.
Am unteren Ende finden sich vor allem Ausrutscher aus der Post-Lasseter-Ära. Cars 2 (2011, 39 % bei Rotten Tomatoes) und Lightyear (2022, 74 %) belegen die letzten Ränge, letzterer trotz solider Optik mit einem komplizierten Plot, der die Buzz-Lightyear-Figur ohne Woody erklären sollte. The Good Dinosaur (2015) landete ebenfalls weit hinten: 76 % Kritikerwertung, dazu ein schwaches Einspielergebnis von 332 Millionen Dollar bei geschätzten 200 Millionen Produktionskosten.
- Platz 1–5: Klassiker, die man jedes Jahr neu sehen kann
- Platz 6–15: Solide Unterhaltung mit einigen Schwächen
- Platz 16–28: Experimente, Sequels ohne Seele oder technische Spielereien ohne Herz
Toy Story als Franchise: Zahlen und Entwicklung
Die Toy-Story-Reihe ist Pixars langlebigstes Franchise. Toy Story 1 (1995): 394 Mio. USD. Toy Story 2 (1999): 497 Mio. USD. Toy Story 3 (2010): 1,067 Milliarden USD (damals erster Animationsfilm über eine Milliarde). Toy Story 4 (2019): 1,073 Milliarden USD. Kritisch: Toy Story 3 hat 98 % bei Rotten Tomatoes, Toy Story 4 nur 97 %, aber der vierte Teil spaltete das Publikum (81 % Publikumswertung). Die Forky-Einführung wurde als überflüssiger Seitenstrang kritisiert. Toy Story 5 wird der dritte Pixar-Film nach der Übernahme durch Disney, der nicht mehr unter Lasseters Regie entstand.
Warum die Liste polarisiert
Besonders spannend: Kotaku setzt Toy Story 4 nur im Mittelfeld an, obwohl der vierte Teil an den Kinokassen abräumte. Der Grund sei das überambitionierte Forky-Subplot, das die einfache Dynamik der Originaltrilogie verwässere. Toy Story 3 dagegen landet in den Top 5, das Gefängnisausbruch-Szenario und das Abschiedsfeuerwerk am Ende gelten als emotionaler Höhepunkt des gesamten Studios. Interessant: Im Rotten-Tomatoes-Ranking aller Pixar-Filme liegt Toy Story 4 immerhin auf Platz 9 nach Kritikerwertung. Kotakus Liste fällt also strenger aus, was Sequels ohne neuen Kern betrifft.
Kotakus Rolle: Gaming-Journalismus trifft Filmkritik
Dass eine Gaming-Seite wie Kotaku (gegründet 2004, seit 2015 Teil von G/O Media) ein Pixar-Ranking veröffentlicht, hat Methode. Viele der Kotaku-Redakteure besprechen regelmäßig Filme und Serien mit Gaming-Bezug, und Pixar-Filme haben oft Videospiel-Adaptionen oder teilen sich das animierte Erzählhandwerk mit interaktiven Medien. Kotaku veröffentlichte zuvor Rankings zu Disney-Kurzfilmen, Studio Ghibli und zuletzt allen Marvel-Filmen. Solche Listen generieren Traffic und Debatten, typisch für die Post-2010-Medienlandschaft. Die Pixar-Liste ist keine tiefe Filmkritik, sondern eine Einladung an die Leserschaft, eigene Favoriten gegen die Redaktionsmeinung zu setzen.
Ein Blick auf Toy Story 5
Ob der neue Film die Liste nach oben oder unten drücken wird, bleibt abzuwarten. Regie führt Andrew Stanton (Toy Story 1-3-Autor, Regie bei Finding Nemo und WALL-E). Produziert wird der Film von Galyn Susman und Jonas Rivera. Erste Ankündigungen deuten auf eine Rückkehr zu den Wurzeln: weniger Forky, mehr Woody-Buzz-Dynamik. Ein Teaser-Trailer zeigte 2024 auf der D23 Expo eine Szene, in der die Spielzeuge mit moderner Technologie konfrontiert werden, Smart-Home-Geräte und KI-gesteuerte Spielzeuge als neue Gegenspieler. Das Budget wird auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Bis zum Kinostart am 19. Juni 2026 bleibt genug Zeit, um Kotakus Ranking zu zerpflücken und die eigene Hitliste zu schreiben.