Offizielle Bestätigung nach Jahren der Spekulation
Lange war es nur Geflüster aus Insider-Kreisen und unbestätigte Berichte. Jetzt hat sich Hermen Hulst, seit Mai 2024 CEO von Sony Interactive Entertainment, davor Leiter von Playstation Studios und Mitgründer von Guerrilla Games (Killzone-Reihe), erstmals öffentlich zur neuen Port-Strategie geäußert.
Die Aussage macht Schluss mit monatelangen Gerüchten. Sony bringt weiterhin Spiele auf den PC, aber mit einer klaren, offiziellen Linie.
Hulst übernahm die Rolle von Jim Ryan, der nach 30 Jahren bei Sony in den Ruhestand ging. Ryan hatte PC-Ports zuerst als „Experimente“ bezeichnet und später eine stärkere Ausrichtung signalisiert. Hulst steht für eine studiozentrierte Strategie: Er kennt die Entwicklungskosten aus eigener Erfahrung, da Guerrilla 2017 mit Horizon Zero Dawn den ersten großen Sony-Exklusivtitel auf den PC brachte.
Bisherige Ports und die neue Richtung
- Titel wie Horizon Zero Dawn (PC-Release Februar 2020), God of War (Januar 2022) oder The Last of Us Part I (März 2023) sind bereits auf dem PC erschienen.
- Die Community rätselte über Tempo und Auswahl der Ports. Horizon Zero Dawn verkaufte sich auf PC über 2,4 Millionen Mal (laut offiziellen Zahlen aus 2021). God of War erreichte in den ersten Wochen über eine Million Verkäufe. The Last of Us Part I startete technisch katastrophal, Fehler und Abstürze führten zu negativen Bewertungen, die Sony später durch Patches ausbügelte.
Der CEO bestätigt nun: Es gibt eine übergeordnete Strategie, die über Einzeltitel hinausgeht. Keine konkreten Termine oder Spiele wurden genannt. Doch die Botschaft ist klar: Sony setzt auf eine dauerhafte PC-Präsenz, nicht auf gelegentliche Experimente.
Die Reihenfolge der Ports folgt keinem starren Schema: Marvel’s Spider-Man (PC August 2022) erschien vier Jahre nach PS4-Release, Ghost of Tsushima (Mai 2024) nur vier Jahre nach der PS4-Version. Returnal, ein eher nischiger PS5-Titel, kam im Februar 2023 auf den PC. Sony scheint die Veröffentlichungsabstände zu verkürzen.
Was die Aussage bedeutet
Die offizielle Stellungnahme beendet die Ära vager Andeutungen. Entwickler und Spieler wissen nun, dass Ports kein Zufall sind, sondern Teil einer Planung.
Sony hat 2021 Nixxes Software übernommen, ein niederländisches Studio, das zuvor PC-Ports für Square Enix (z.B. Deus Ex: Mankind Divided) und Microsoft (Sea of Thieves?) erstellte. Nixxes ist seitdem für die technische Umsetzung der Sony-Ports zuständig. Das Team arbeitet parallel an mehreren Projekten, das erklärt das steigende Tempo.
Wie PCGames berichtet, betont der CEO die Bedeutung der Plattform-Erweiterung. Playstation-Exklusivtitel bleiben zwar Konsolen-Anker, aber der PC wird als zweites Standbein ernst genommen.
Der Branchenkontext: Microsoft bringt alle First-Party-Titel gleichzeitig auf PC und Xbox, Nintendo hält strikt an Exklusivität fest. Sony positioniert sich dazwischen, zeitverzögerte Ports mit voller Preisgestaltung (70 Euro). Das Modell ähnelt dem von Spiderman (2018) oder Horizon Forbidden West (PC März 2024), immer etwa zwei bis vier Jahre nach Konsolendebüt.
Keine Details, aber Klarheit
Ein genauer Fahrplan fehlt. Sony hat weder Daten noch eine Liste künftiger Ports veröffentlicht.
Doch die erste offizielle Äußerung des CEOs ist ein starkes Signal. Fans von Bloodborne, Demon’s Souls (Remake von Bluepoint Games) oder Ratchet & Clank: Rift Apart (PC Juli 2023, bereits portiert) dürfen weiter hoffen, auch wenn sie noch warten müssen.
Bloodborne bleibt ein besonders heikles Thema. Der Titel von FromSoftware (2015) läuft auf PS4 mit 30 fps und ohne Pro-Patch. Sony besitzt die Rechte, das Studio ist mit Elden Ring ausgelastet. Ein PC-Port müsste technisch aufwendig neu entwickelt werden. Hulst äußerte sich nicht dazu.
Konkrete Zahlen untermauern die Strategie: Sonys PC-Umsätze stiegen von 25 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2021 auf über 450 Millionen Dollar 2023 (laut Sony-Finanzberichten). Der Anteil am Gesamtumsatz der Sparte ist noch klein, aber das Wachstum ist linear.