Massenlöschung bei PlayStation
Sony entfernt 551 Filme aus den digitalen Konten seiner Kunden. Betroffen sind Rambo: First Blood, Bridget Jones' Diary und The Deer Hunter, Titel, die viele Nutzer käuflich erworben hatten.
Die Nachricht stammt von Kotaku und zeigt: Digitale Inhalte sind keine sicheren Besitztümer. Sobald Lizenzverträge auslaufen, verschwinden gekaufte Filme einfach aus der Bibliothek.
Frühere Löschaktionen bei Sony
Bereits im Jahr 2023 löschte Sony über 100 Filme von Discovery aus den Konten der Nutzer, darunter Folgen von MythBusters und Deadliest Catch. Auch damals gab es keine Rückerstattung. Betroffene verloren den Zugriff auf Titel, die sie zuvor einzeln oder im Bundle gekauft hatten. Die aktuelle Löschung mit 551 Filmen ist die größte in der Geschichte des PlayStation Stores. Zum Vergleich: Die Discovery-Aktion betraf weniger als ein Fünftel dieser Menge.
Warum passiert das?
- Sony verliert offenbar die Streaming-Rechte an diesen Filmen. Die Lizenzen decken nur einen begrenzten Zeitraum ab.
- Kunden haben die Filme einzeln gekauft oder über Aktionen erhalten. Das Geld ist ausgegeben, das Produkt wird trotzdem entzogen.
Es ist nicht das erste Mal. Bereits in der Vergangenheit löschte Sony Filme aus Accounts, etwa bei Discovery-Inhalten. Das Muster wiederholt sich.
Die Lizenzkette hinter den betroffenen Filmen
Die 551 gelöschten Titel stammen von verschiedenen Filmstudios, darunter Lionsgate (Rambo), Universal Pictures (Bridget Jones, The Deer Hunter) und StudioCanal. Sony hat keine eigenen Filmproduktionen verloren, die Rechte an Spider-Man oder Ghostbusters bleiben unberührt. Die Löschung betrifft ausschließlich Drittlizenzen, die Sony für sein PlayStation-Video-Angebot eingekauft hatte. Diese Lizenzen laufen häufig nach drei bis fünf Jahren aus, ohne dass Sony sie verlängert.
Was bedeutet das für Gamer?
Die Diskussion um digitalen Besitz ist alt, aber dieser konkrete Fall macht sie greifbar. Wer auf physische Medien setzt, behält seine Filme und Spiele, auch wenn der Anbieter die Server abschaltet.
- Physische Discs laufen nicht ab, solange sie intakt sind.
- Digitale Downloads sind an Konten gebunden und können jederzeit entfernt werden.
Branchenkontext: Kein Einzelfall
Amazon löschte 2019 gekaufte E-Books von George Orwells 1984 aus den Kindle-Bibliotheken der Kunden, nachdem ein Lizenzkonflikt aufgetreten war. Microsoft schloss 2023 den Xbox-360-Marketplace, digitale Spiele wurden unspielbar, sofern sie nicht lokal gespeichert waren. Auch Steam räumt sich in seinen Nutzungsbedingungen das Recht ein, Lizenzen jederzeit zu entziehen. Die EU-Kommission prüft derzeit eine Richtlinie, die digitale Käufe als Eigentum statt als befristete Lizenz definieren soll. Bisher gibt es jedoch keine verbindlichen Regelungen.
Keine Alternative in Sicht?
Die betroffenen Filme sind nicht mehr abrufbar, auch nicht aus der Cloud. Sony bietet keinen Ersatz oder Rückerstattung. Für viele ist das ein Weckruf.
Andere Plattformen wie Steam oder Xbox haben ähnliche Klauseln. Das Problem betrifft die gesamte Branche. Wer digital kauft, kauft im Grunde nur eine temporäre Nutzungslizenz.
Konkrete Zahlen und betroffene Nutzer
Genauere Angaben zur Anzahl der betroffenen Kunden veröffentlicht Sony nicht. Kotaku berichtet, dass die Löschung auf Nutzer zutrifft, die die Filme im PlayStation Store in den USA und Europa gekauft haben. In Foren wie Reddit melden sich Dutzende Betroffene, denen Titel wie Drive (2011) und The Last Samurai aus der Bibliothek verschwanden. Sony verweist in einer Stellungnahme auf die auslaufenden Lizenzverträge und schließt eine Rückerstattung aus.
Konsequenzen für Kunden
Betroffene Nutzer verlieren den Zugriff auf Filme, die sie möglicherweise vor Jahren gekauft haben. Ein Ersatz oder eine Rückerstattung ist nicht vorgesehen.
Der Kotaku-Artikel belegt die Löschung. Wer seine digitalen Schätze behalten will, sollte auf lokale Backups setzen, oder auf physische Medien, solange sie noch produziert werden.