Pocketpair macht ernst
Die Entwickler von Palworld haben einen neuen Patch ausgerollt. Er zielt nicht auf neue Inhalte oder Bugfixes ab, sondern auf Mod-Stabilität. Wie GamesRadar+ berichtet, stellt sich Pocketpair damit klar hinter die Modding-Community.
Selbst Mods, die nicht jugendfrei sind, sollen von dem Update profitieren. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt für ein kommerzielles Spiel.
Kleines Studio, großer Erfolg
Pocketpair wurde 2015 von Takuro Mizobe gegründet, einem früheren Pokémon-Fan, der später in Interviews sagte, Palworld sei „wie ein Albtraum, der wahr geworden ist“. Das Studio zählt rund 40 Mitarbeiter. Vor Palworld veröffentlichte es Overdungeon (2018), ein Deck-building-Roguelike mit Tieren, und Craftopia (2020), ein Early-Access-Survival-Spiel, das bereits Mechaniken wie Kreaturenfang und Aufbau kombinierte.
- Craftopia verkaufte sich über 500.000 Mal, blieb aber ein Nischentitel.
- Palworld startete am 19. Januar 2024 im Early Access auf Steam und Xbox.
- Innerhalb von drei Tagen wurden über 5 Millionen Exemplare verkauft, nach einer Woche 8 Millionen.
Der Erfolg überraschte die Branche. Pocketpair hatte keine große Publisher-Unterstützung; der Titel wurde mit einem Budget von etwa einer Milliarde Yen (rund 6,7 Millionen Euro) entwickelt.
Ein Patch für die Community
- Der Patch verbessert die technische Grundlage für Mods in Palworld.
- Er behebt Abstürze und Inkompatibilitäten, die durch benutzerdefinierte Erweiterungen auftreten können.
- Pocketpair betont damit: Modder sind erwünscht, ihre Arbeit wird unterstützt.
Die meisten Studios schrecken vor offizieller Mod-Unterstützung zurück, besonders wenn es um NSFW-Inhalte geht. Pocketpair zeigt hier eine offene Haltung, die an die frühen Tage der PC-Modding-Szene erinnert.
Zahlen und Rekorde
Palworld erreichte auf Steam zeitweise über 2,1 Millionen gleichzeitige Spieler, das zweithöchste jemals gemessene Concurrent-Ranking nach PUBG. Mehr als 19 Millionen Spieler haben das Spiel bis Februar 2024 gespielt. Diese Masse an Nutzern zog sofort eine aktive Modding-Szene an, die auf Plattformen wie Nexus Mods tausende benutzerdefinierte Inhalte veröffentlichte.
- Die Modding-Community erstellte unter anderem Skins, neue Pal-Varianten und Gameplay-Tweaks.
- NSFW-Mods machten einen kleinen, aber sichtbaren Anteil aus, oft als Scherz oder Parodie auf die kindliche Ästhetik der Pals.
Der Patch vom März 2024 (Version 0.1.5.0) adressierte gezielt Absturzursachen, die durch externe Skripte und Model-Imports ausgelöst wurden.
Auch NSFW-Mods willkommen?
Die Ankündigung des Patches bezieht ausdrücklich Mods aller Art ein. Dazu gehören auch die berüchtigten „cursed“ NSFW-Mods, die in der Community oft für Lacher und Diskussionen sorgen.
Pocketpair scheint zu verstehen: Modding lebt von Kreativität, auch von der schrägen. Statt das zu unterbinden, liefert man lieber eine stabile Basis dafür.
Modding als Strategie
Pocketpair geht mit dieser Offenheit ein kalkuliertes Risiko ein. In der Vergangenheit haben andere Studios Modding unterstützt und später eingeschränkt: Rockstar etwa erlaubte jahrelang benutzerdefinierte Inhalte für GTA V, zog dann aber 2021 mit dem Tool „FiveM“ striktere Grenzen. Bethesda lässt bei Skyrim und Fallout 4 Mods zu, filtert aber NSFW-Inhalte auf der eigenen Plattform.
- Nintendo, dessen Pokémon-Designs Palworld angeblich ähneln, hat bisher nicht rechtlich eingegriffen.
- Pocketpair nannte in einer Q&A-Session „kreative Freiheit“ als Grund für die Entscheidung.
- Der Patch enthält außerdem Verbesserungen für die Unreal Engine 5-Integration, die Moddern den Zugriff auf Engine-interne Funktionen erleichtert.
Kein Ende mit Floskel
Der Patch ist ab sofort verfügbar. Wer Palworld modden möchte, hat jetzt noch bessere Bedingungen. Pocketpair hat klar gemacht, wo es steht: hinter den Moddern.
Das ist ein Signal in einer Branche, die oft auf Kontrolle setzt. Ob dieser offene Weg auf Dauer gut geht, wird sich zeigen. Zunächst profitieren die Spieler von kreativer Freiheit und stabiler Technik.