Spieler einig: Experiment beenden!
Die Stimmung in der PlayStation-Community kocht über. Ein von Sony gestartetes Testmodell für PS Plus stößt auf breite Ablehnung.
Hintergrund: Sony testet in ausgewählten asiatischen Märkten ein günstigeres PS-Plus-Abo mit Werbung, bekannt als „PS Plus Essential Lite“. Berichte von Push Square und VGC bestätigen einen Test in Hongkong, Taiwan und Thailand. Der Preis liegt umgerechnet bei 4 bis 5 Euro pro Monat. Das entspricht etwa der Hälfte des aktuellen Essential-Tarifs (9,99 Euro).
GIGA berichtet vom Reinfall
Die Berichterstattung von GIGA macht deutlich: Das Experiment gilt als Reinfall. Fans fordern die sofortige Einstellung.
Andere Magazine wie WCCF Tech und Eurogamer greifen die Kritik auf. Spieler bemängeln, dass Werbung in einem ohnehin kostenpflichtigen Dienst keinen Platz habe. Ein Reddit-Post im Subreddit r/PlayStationPlus sammelte innerhalb von zwei Tagen über 15.000 Upvotes mit dem Satz „We don‘t want ads“. Sony selbst hat sich bislang nicht geäußert.
Deutsche Nutzer in der Zuschauerrolle
- Der Test läuft offenbar nicht in Deutschland.
- Das lässt deutsche Abonnenten hoffen, dass die schlimmsten Änderungen an ihnen vorbeiziehen.
- Ob Sony die Kritik ernst nimmt, bleibt abzuwarten.
Sony nutzt seit Jahren die Strategie, neue Abomodelle zuerst in kleineren Märkten zu erproben. Beispielsweise startete PS Now (heute Teil von PS Plus Premium) 2014 in den USA und Großbritannien, bevor es nach Deutschland kam. Auch der 2022 eingeführte PS Plus Extra, die mittlere Stufe, wurde zunächst in Asien getestet. Deutsche Spieler profitieren oft von der Verzögerung, da Sony regionale Rückschläge auswertet.
Was genau ist passiert?
Konkrete Details sind noch rar, die Quelle spricht lediglich von einem „Experiment“ und einem „Reinfall“. Klar ist aber die einhellige Meinung der Spieler: Dieses Experiment sollte Sony so schnell wie möglich wieder beenden.
Laut eines Berichts von Bloomberg (August 2023) testet Sony ein werbefinanziertes PS-Plus-Abo in Hongkong. Abonnenten zahlen nur 38 Hongkong-Dollar, müssen aber vor jedem Spielstart einen 30-Sekunden-Werbespot sehen. Spiele aus dem monatlichen Katalog sind davon ausgenommen. Das Modell erinnert an Spotify Free oder YouTube Premium Lite, nur mit dem Unterschied, dass Sony bereits durch Spieleverkäufe und Abos hohe Margen erzielt.
PS Plus als Milliardengeschäft
Der Abo-Dienst PS Plus ist für Sony ein zentrales Standbein mit Millionen Nutzern. Jede Änderung hat direkte Auswirkungen auf die Community.
Zum Geschäftsjahr 2023 meldete Sony rund 46,4 Millionen PS-Plus-Abonnenten. Der Dienst generierte etwa 4,5 Milliarden US-Dollar Umsatz, rund 15 Prozent des gesamten Gaming-Umsatzes von Sony. Zum Vergleich: Xbox Game Pass kam im selben Zeitraum auf etwa 25 Millionen Abonnenten. PS Plus ist damit der profitabelste Spiele-Abo-Dienst der Welt, auch dank der hohen Margen durch In-Game-Käufe und Drittanbieter-Lizenzen.
Deutsche Hoffnung, berechtigt?
Noch können Abonnenten hierzulande entspannt bleiben. Sollte Sony jedoch an dem umstrittenen Modell festhalten, könnte es auch nach Deutschland kommen. Vorerst heißt es: abwarten und Daumen drücken.
Sony reagierte in der Vergangenheit auf massiven Druck: 2021 stoppte das Unternehmen die geplante Abschaltung der PS3-, PS Vita- und PSP-Online-Stores nach fanatischen Protesten. 2023 kehrte Sony die Entscheidung um, PS Plus Collection (die kostenlose PS4-Hit-Sammlung für PS5) nicht zu verlängern, nach Community-Widerstand blieb sie bis Ende 2024 aktiv. Ob der Werbe-Test das gleiche Schicksal erleidet, hängt von den Reaktionen in den Testmärkten ab.